Karmiol Mania

Manni Mania Miriam Karmiol

*30.11.1922 in Halberstadt

Staatsangehörigkeit polnisch

Vater Leon Karmiol *1890; ✡22.10.1933 in Halberstadt

Mutter Paula Perla Korona *23.6.1895 in Woidislaw; ✡vor 1945 in Polen

Großeltern Jacob Korona und Rosa Estreicher

Onkel Felix Feiwel Korona; ✡1932 in Halberstadt

Tante Sophie Korona, geb. Rachmiel *3.11.1898 in Lemberg; ✡ vor 1945 in Polen

Cousin Alfred Korona *5.3.1929 ; ✡ vor 1945 in Polen

Schwestern

Rosa Karmiol *11.6.1921 in Halberstadt; ✡ 25.11.1940 in Haifa

Bertha Karmiol *30.9.1924 in Halberstadt; ✡7.4.2022 Kibbuz Lavi; Avraham Lewin (*1.11.1924 in Königsberg, ✡5.4.2019 Kibbuz Lavi)

Beruf landwirtschaftliche Praktikantin

Adressen Halberstadt; Steckelsdorf, Rathenow

Heirat  Jona Landman

Tochter Nurit Landman; oo Cohen

Weiterer Lebensweg

1. und 2. Klasse der Hascharath-Zwi-Schule mit Lehrerin Hannah Landau 1930
Mane Landau stehend 4. von rechts

Die Schwestern Bertel und Mane Karmiol sind Schülerinnen der Hascharath-Zwi-Schule in Halberstadt

17.5.1939 Manni Karmiol im Landwerk Steckelsdorf bei Minderheiten-Volkszählung

17.5.1939 Rosa Karmiol auf dem Gehringshof bei Minderheiten-Volkszählung

Kindertransport

22.8.1939 Schwester Bertha auf dem 29. England Transport

Das Landwerk Steckelsdorf

Mania Karmiol ca 1938/39 zur Hachschara in das jüdische Umschulungslager Landwerk Steckelsdorf bei Rathenow im Landkreis Jerichow II; Träger ist der Bachad, 1928 gegründete Jugendorganisation des orthodox-jüdischen Misrachi; das hebräische Akronym בָּחָ״ד BaChaD steht für Brit Chaluzim Datiim, deutsch ‚Bund religiöser Pioniere‘;  Träger zuletzt die Reichsvereinigung der Juden in Deutschland RVJD

29.1.1940 Ankunft von Manni Karmiol in Haifa auf der SS הילדה

Das jüdische Umschulungslager Gehringshof

Rosa Karmiol am 21.2.1939  zur Hachschara in das jüdische Umschulungslager Gehringshof in Hattenhof bei Fulda; Träger ist der Bachad.

Der Paraguay-Transport, Sonderhachschara 7 , der Untergang der PATRIA

26.8.40 Abmeldung von Rosa Karmiol aus Hattenhof nach Wien, offiziell nach „Paraguay“

August 1940 mit dem Zug aus Deutschland fahren 350 Jugendliche und 150 Eltern, die bereits Kinder in Palästina hatten, nach Wien mit dem Ziel über die Schwarzmeerroute nach Haifa zu kommen; Transportführer war Ephraim Frank

Zwei bis drei Wochen in Wien, in einer jüdischen Schule oder Lehrlingsheim

3. 9.1940 mit dem Zug von Wien nach Pressburg/ Bratislava an die Donau;

10.9.1940 zum Donauhafen von Bratislava; dort Verteilung der Chalutzim auf die drei Ausflugsdampfer URANUS, MELK und SCHÖNBRUNN

10.-20.9.1940 von Bratislava nach Tulcea am Schwarzen Meer;

Anfang Oktober 1940 werden 1000 Flüchtlinge auf die drei Schiffe SS PACIFIC, SS MILOS und SS ATLANTIC verteilt, Deutsche auf die PACIFIC, Tschechen auf die MILOS.

Zwischenstopp im Hafen Agios Nikolaos, Kreta, um Kohle aufzunehmen

31.10.1940 von britischer Marine aufgebracht und in den Hafen von Haifa geleitet

1.11.1940 Ankunft der SS PACIFIC in Haifa.

3.11.1940 Ankunft der tschechischen Emigranten auf der SS MILOS, die ebenfalls auf die PATRIA verbracht werden

4.11.1940 Alle Passagiere der SS PACIFIC werden auf die SS PATRIA umgeschifft, dem von den Briten beschlagnahmten, als Truppentransporter umgebauten, großen französischen Frachtschiff (18 000 t)

8.11.1940 Registrierung im Camp Atlith; gibt als Referenz an

zunächst auch zur Deportation nach Mauritius vorgesehen

23. oder 24.11.1940 Ankunft der SS ATLANTIC in Haifa

25.11.1940 Sprengstoff-Anschlag der Haganah im Maschinenraum der SS PATRIA, zu diesem Zeitpunkt waren bereits 1771 Ma’apilim (illegale Immigranten) auf das Schiff gebracht.

Walter Steinitz, ebenfalls aus dem Umschulungslager Paderborn kommend, berichtet:

Die ins Wasser gesprungenen und die an Bord Überlebenden werden als Schiffbrüchige der SS Patria von den Briten an Land gebracht.

Von Rosa Karmiol gibt es ab diesem Zeitpunkt kein weiteres Lebenszeichen; sie ist auf der SS PATRIA ertrunken.

Die Deportation der Mutter, Tante und Cousin ins Ghetto Warschau

12.4.1942 Mutter Paula Karmiol aus dem Judenhaus Wilhelmstraße 15 Halberstadt  zusammen mit Ihrer Schwägerin Sophie sowie deren Sohn Alfred Korona ab Berlin ins Ghetto Warschau deportiert

Gedenken

24.10.1933 Beisetzung des Vaters Leon auf dem Neuen Jüdischen Friedhof, Halberstadt

29.6.1955 Page of Testimony für die Mutter von Schwester Berta Levin

Quellen

Peter W. Lande,  Jewish „Training“ Centers in Germany, Manuskript von 1978 im Bestand des Centers for Jewish History

Beate Reupke, Die Hascharth-Zwi Schule in Halberstadt (1796-1942), 2017

Deutsche Minderheiten-Volkszählung 1939

http://www.fuldawiki.de/fd/index.php?title=Gehringshof

https://collections.arolsen-archives.org/de/document/78790374

Arolsen Archives, Arolsen Signatur DE ITS 2.1.1.1 HE 016 JÜD 7 ZM

https://yvng.yadvashem.org/ad

https://www.bundesarchiv.de/gedenkbuch

Staatsarchiv Israel, Einwanderungslisten

Mandat zur Einbürgerung in Palästina, 1937-1947

https://digipres.cjh.org/delivery/DeliveryManagerServlet?dps_pid=FL4311316

BILDER & DOKUMENTE – הכשרות החלוץ בגרמניה – דור המשך (hachshara-dor-hemshech.com)

https://hachschara.juedische-geschichte-online.net/ort/13.pdf

Veröffentlicht von Franz-Josef Wittstamm

Geboren 31. Mai 1951 in Recklinghausen Gymnasium Petrinum 1961 bis Abitur1970 Studium der Humanmedizin in Bochum Approbation 1981 Promotion1982 Facharzt für Innere Medizin, Kardiologie, Intensivmedizin Im Ruhestand seit 2016

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

“My