Stein Ludwig

Staatsangehörigkeit deutsch

Religion jüdisch

Vater Isak Stein *21.6.1856 in Burgsinn; ✡ 17.1.1906 in Burgsinn

Mutter Amalie Blum *7.2.1868 in Burgsinn; ✡ 19.9.1942 in Treblinka

Geschwister

Arnold Stein *16.1.1890 in Burgsinn; ✡ 20.7.1974 in Queens; oo Gertrud Rosenthal (*25.12.1892 in Halle a. S, ✡ 1981)

Beruf Kaufmann für Schuhmacherbedarf

Adressen Burgsinn; Steckelsdorf bei Rathenow im Landkreis Jerichow;

Heirat 16.5.1923 Eva Erna Katz *10.9.1898 in Bibra; ✡1.1.1980 in Queens

Kinder

Suse Stein *14.11.1925 in Würzburg; ✡13.12.2020 in Philadelphia; oo 21.12.1947 in New York mit Ludwig Stahl (*11.7.1923 Würzburg; ✡11/1970)

Werner Stein *23.8.1928 in Burgsinn; ✡12.5.1938 in Burgsinn

Hans Norbert Henry Stein *30.11.1929 in Würzburg; ✡ 21.8.2025

Weiterer Lebensweg

Bruder Arnold wurde am Jüdischen Lehrerseminar Würzburg ausgebildet. 1922 übernimmt er die auf Poster, Broschüren und Reklame spezialisierte Offset-Druckerei „Lindemann & Lüdecke“ in Berlin.

Erster Weltkrieg

1911 Rekrut in der 5. Kompagnie des Regimentes „Großherzog Friedrich“, Bayern

August 1914 Mobilmachung eingezogen in der Bayerischen Landwehr

22.10.1914 als Fernsprecher in der Bayerischen Landwehr

1915-1918 Stellungskämpfe in Lothringen und in den Vogesen

Beförderung zu Vizewachtmeister und Feldwebel

Auszeichnungen: Eisernes Kreuz Zweiter und Erster Klasse; Bayerisches Militär-Verdienstkreuz 3. Klasse mit Krone und Schwertern

Bruder Arnold in den Deutschen Verlustlisten gemeldet

Novemberpogrom

Die 15 jüdischen Familien in Burgsinn werden überfallen, die Wohnungen verwüstet und geplündert. Inhaftierung der Männer im örtlichen Gefängnis, die Frauen und Kinder werden eingesperrt im Haus der Familie Stein. Entlassung der Männer nach einigen Tagen.

Januar 1939 Tochter Suse zu ihrem Onkel Arnold Stein nach Berlin

Februar 1939 Sohn Hans ins jüdische Kinderheim Baruch Auerbach’sche Waisen-Erziehungsanstalt, Schönhauser Allee 162

3.3.1939 Hans Stein Schulwechsel in Berlin

Das jüdische Umschulungslager Steckelsdorf-Ausbau

Lagerleiter/Madrichim waren vor 1939 Sigmar Bromberger, Manfred und Schoschana Litten, Dr. Benjamin Abrahamson, Herbert Schönewald, Werner Hoffbauer, Friedrich Löwenthal, ab 1941 Kurt Silberpfennig

Madrichim 1939/40 Chaim Grosz, Joachim Lippmann und Richard Heymann

10.11.1938 Novemberpogrom in Steckelsdorf, am Abend wurde das Landwerk gestürmt und verwüstet. Alle männlichen Funktionsträger wie Betriebsleiter Werner Hoffbauer, Simon Berlinger, Adolf Frohmann, Friedrich Löwenthal und Herbert Schönewald verhaftet ins Polizeigefängnis Magdeburg und später als „Schutzhäftlinge“ nach Buchenwald gebracht.

21.11.1938 Entlassung der Steckelsdorf Madrichim Simon Berlinger, Adolf Frohmann, Friedrich Löwenthal und Herbert Schönewald aus dem KL Buchenwald

1939 Instandsetzung und Übernahme von Steckelsdorf durch die RVJD

Frühjahr 1939 Einstellung von Ludwig Stein als Verwalter und Frau Erna als Leiterin der Küche im Landwerk Steckelsdorf

Minderheitenzählung

17.5.1939 Ludwig und Erna Stein in Steckelsdorf bei Minderheiten-Volkszählung

17.5.1939 Hans Stein im Auerbachschen Kinderheim

17.5.1939 Suse Stein bei Onkel Arnold und Tante Gertrud in Berlin, Wittelsbacherstr. 21

August 1939 Flucht von Bruder Arnold mit Frau Gertrud und den Kindern Marianne und Werner nach London.

August 1939 Tochter Suse kommt ebenfalls in das Auerbachsche Kinderheim

8.8.1939 Eintritt von Tochter Suse in die Josel-Lehmann-Schule in der Joachimsthaler Strasse 13 in Berlin

1.9.1939 Überfall der Deutschen Wehrmacht auf Polen

Ostern/April 1940 Schulabschluss für Tochter Suse. Sie besucht anschließend mit 15 jüdischen Mädchen eine Nähschule.

Sie berichtet selbst über ihre Zeit als Zwangsarbeiterin bei Siemens-Schuckert in Berlin-Halensee, einem kriegswichtigen Betrieb, wo hunderte junge Frauen arbeiten mussten:

„Sometimes in 1940, the Gestapo came to our sewing school and ordered all the girls to work in a factory owned by Siemens. We were under constant watch by a Gestapo holding a gun, we were not allowed to have a conversation, or to sing, but worked on radio wiring for tanks. Those were very long days for a l4 year old, especially since we spent so many nights in the shelter, and often had to go to work right from there. Food got to be very scarce.“

24.10.-1.11.1940 Bruder Arnold mit Frau Gertrud und den Kindern Marianne und Werner auf der SS BALTROVER von Liverpool nach Boston; zuvor lebten sie in London.

22.5.1941 Passausstellung für Lois Ludwig Stein mit Sohn Hans durch den Landrat des Kreises Lebus

Mai bis September 1941 Auflösung der Hachscharalager Ahrensdorf, Jessen, Havelberg; Umwidmung der bestehenbleibenden als Arbeitslager; Verlegung der Chaluzim in das Lehrgut Neuendorf im Sande; nur ein kleiner Teil darf noch im Landwerk selbst arbeiten, die meisten werden zur Zwangsarbeit bei Unternehmen in der Region verpflichtet.

Sommer 1941 Wechsel der Familie in das Landwerk Neuendorf

6.8.1941 Meldung des Wegzuges durch die RVJD Berlin

August 1941 Ehepaar Ludwig und Erna mit den Kindern Suse und Norbert auf dem Landweg in einem versiegelten Zug ab Berlin über Südfrankreich, Barcelona nach Lissabon

10.8.1941 Einreise nach Portugal

20.8.-2.9.1941 Ehepaar Ludwig und Erna mit den Kindern Suse und Norbert auf der SS MOUZINHO von Lissabon nach New York

Zieladresse Bruder Arnold Stein

Gedenken

Quellen

https://collections.arolsen-archives.org/de/document/12675444

https://collections.arolsen-archives.org/de/document/12675473

Deutsche Minderheiten-Volkszählung 1939

https://www.mappingthelives.org

https://yvng.yadvashem.org/ad

https://www.bundesarchiv.de/gedenkbuch

Staatsarchiv Israel, Einwanderungslisten

Mandat zur Einbürgerung in Palästina, 1937-1947

New York, Passagierlistenbuch Indizes 1906-1942 – Erna Stein

Passenger and Crew Lists of Vessels Arriving at New York, New York, 1897-1957 (National Archives Microfilm Publication T715, roll 6574); Records of the Immigration and Naturalization Service, Record Group 85

https://hachschara.juedische-geschichte-online.net/ort/13.pdf

Bettina L. Götze, Landwerk Steckelsdorf-Ausbau, in: Hachschara als Erinnerungsort.

https://hachschara.juedische-geschichte-online.net/ort/13> [24.03.2024]

Ezra Ben Gershôm David. Aufzeichnungen eines Überlebenden, Evangelische Verlagsanstalt 1989

Joel König (Ezra Ben Gershom), Den Netzen entronnen, Vandenhoeck u. Ruprecht 1967

Bettina Götze, Rathenow, in: Irene Annemarie Diekmann (Hrsg.), Jüdisches Brandenburg. Verlag für Berlin-Brandenburg 2008. S. 304–328

Jizchak Schwersenz: Die versteckte Gruppe. Ein jüdischer Lehrer erinnert sich an Deutschland. Berlin: Wichern Verlag 1988

Michael Wermke: Ein letztes Treffen im August 1941. Kurt Silberpfennig und die Praxis religiös-zionistischer Pädagogik, Jüdische Bildungsgeschichte in Deutschland. Münster: Waxmann 2020

Veröffentlicht von Franz-Josef Wittstamm

Geboren 31. Mai 1951 in Recklinghausen Gymnasium Petrinum 1961 bis Abitur1970 Studium der Humanmedizin in Bochum Approbation 1981 Promotion1982 Facharzt für Innere Medizin, Kardiologie, Intensivmedizin Im Ruhestand seit 2016

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2 Kommentare

  1. I am the grandson of Ludwig & Erna Stein, son of their daughter Suse. Thank you for publishing this investigation of the lives of these 2 wonderful people, especially some details that the family didn’t know.
    I would be happy to provide additional information if that is of assistance or value.

    1. Dear Kent
      That is wonderful 
      that you found the biografy
      and
      even more
      that you are able to improve the biografy
      any comments are very welcome
      Mit freundlichen Grüßen aus Bochum

      Dr. Franz-Josef Wittstamm

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