Helena Tzippi Ilonka Spitzer
*10.11.1918 in Pressburg/Bratislava; ✡ 6.7.2018 in Elmont New York
Staatsangehörigkeit Slowakin
Religion Jüdin
Vater Wojciech Spitzer *1892 in Nassaud, Rumänien; ✡1
Heirat der Eltern 11.11.1917 in Pressburg/Bratislava
Mutter Roza Ruzena Nichtburger *10.10.1897 in Pressburg; ✡ 1927 in Bratislawa
Stiefmutter Regina Spitzer
Geschwister
Samuel Spitzer *3.5.1922 in Bratislava; ✡17.10.2009 in Sydney
Halbbrüder
Ernst Spitzer *1929
Eugen Spitzer *1933
Beruf Schriftenmalerin
Adressen Bratislava, Lazaretska 4; Tutzing

Heirat Erwin Tichauer *27.4.1918 in Berlin; ✡4.5.1996 in New York
Kinder
Weiterer Lebensweg
Anfang 1942 wurde in Poprad/Slowakei ein Durchgangslager eingerichtet. Von hier aus erfolgten Deportationen über Čadca, vier Transporte gingen in das Vernichtungslager Lublin und drei zum KL Auschwitz
26.3.1942 Ankunft eines Transportes aus dem Lager Poprad mit 999 slowakischen Jüdinnen
26.3.1942 an der Rampe in Auschwitz wird Helena Spitzer zur Zwangsarbeit selektiert und bekommt die Auschwitz-Häftlingsnummer 2286 in den linken Unterarm tätowiert.
Im März 1942 wurden erstmals Nummern für Frauen vergeben (Nr. 1-2796)
Sie arbeitet in der SS-Kommandantur als Schriftenmalerin.
1995 wird öffentlich, dass sie in Auschwitz mit dem 17-jährigen David Wiznia eine Liaison einging
Das Mädchenorchester in Auschwitz
Auf Betreiben der SS-Oberaufseherin des Frauenlagers Maria Mandl beruft Lagerkommandant Rudolf Höss eine Versammlung der Kapo’s von Auschwitz-Birkenau ein, mit dem Auftrag, nach geeigneten Mitgliedern für ein zu gründendes Frauenorchester zu suchen als Pendant zum bereits bestehenden Männerorchester.
Mandl wurde im November 1944 nach Mühldorf versetzt, Außenlager von Dachau. Mandl im Krakauer Auschwitz-Prozess zum Tode verurteilt – 1948 vollstreckt
Maria Mandl, beauftragt Zofia Czajkowska weitere Mitglieder zu suchen, ihr gelingt es aber nur, vier weitere Musikerinnen zu rekrutieren: Stefania Baruch, Danuta Kollakova, Maria Mosz, Jadwiga Zatorska
Ab April 1943 dürfen auch jüdische Musikerinnen aufgenommen werden
Esther Loewy/Bejarano berichtet über die Aufstellung des Mädchenorchester von Auschwitz im April 1943, die ersten jüdischen MItglieder
„Als dann die Dirigentin, Zofia Czajkowska eines Tages bei den Blockältesten nach Musikerinnen suchte, wurden meine Freundinnen Hilde Grynbaum, Sylvia Wagenberg und ich vorgeschlagen… Auch meine Freundinnen wurden akzeptiert, Hilde als Geigerin, Sylvia als Flötistin, und so zogen wir drei in die Baracke, in der die Musiker schliefen, die sogenannte Funktionsbaracke.“
Der Block trug die Nummer 12, ab Herbst 1943 Nummer 7 im Frauenlagerblock BI
Anfang Mai Ruth Basinski und Charlotte Grunow folgen als weitere Musikerinnen aus dem 37. Osttransport
1943 Helena Spitzer aufgenommen ins Orchester als Mandolinenspielerin
Juni 1943 offizieller Arbeitsbeginn des Orchesters
August 1943 Alma Rose übernimmt die Leitung des Mädchenorchesters, Zofia Czajkowska wird Blockälteste in der „Funktionsbaracke“
4. 4.1944 Tod von Alma Rose (*3.11.1906 in Wien, ✡4.4.1944 in Auschwitz aus ungeklärter Ursache)
April 1944 Sonia Winogradowa wird neue Leiterin und verlangt den Ausschluss der jüdischen Musikerinnen
„Als 1944 Tausende von ungarischen Juden in das Lager gebracht wurden und aufgereiht standen, um in die Gaskammern geführt zu werden, mussten wir auch diesen Unglücklichen etwas vorspielen.“
18.8.1944 sie steht nicht auf der Liste „Laboruntersuchungen des SS-Hygiene-Instituts Auschwitz, betreffend Urin-, Blut-, Stuhl- und Sputumproben sowie Rachenabstriche von Häftlingen des Konzentrationslagers Auschwitz“
16.9.1944 Esther Loewy (Bejarano) als „Vierteljüdin“ als einzige aus dem Orchester auf dem „Mischlingstransport“ ins KL Ravensbrück
30.10.-1.11.1944 Verlegung von 31 jüdischen Mitgliedern des Mädchenorchesters aus dem KL Auschwitz nach Bergen-Belsen.
Die „arischen“ Mitglieder des Orchesters bleiben in Auschwitz:
Alla Gres, Jozefa Maria Bielakowska, Henryka Brzozowska, Stefania Buchalska, Zofia Cykowiak, Sofia Czajkowska, Helena Dunicz, Maria Galewa, Jadwiga Kollak, Bronia Labusa, Irena Lagowska, Maria Langenfeld, Olga Losowa, Kazimiera Malys, Maria Mosz, Ewa Stojowska, Irena Walaszczyk, Sonia Winogradowa, Jadwiga Zatorska.
November 1944 die russischen Kriegsgefangenen Alla Gres, Aleksandra Makarova, Bronia Labusa, Bronislawa Wierznik, Maria Galewa, Olga Losowa, Sonia Winogradowa werden aus Auschwitz deportiert mit unbekanntem Ziel
1945 Helen Tichauer kann auf einem Todesmarsch mit einer Freundin fliehen

4.1.1946 im DP Camp Feldafing

27.2.1946 Heirat in Tutzing den UNRRA-Offizier Erwin Tichauer


1947 Rio de Janeiro
1956 New York
Zahlreiche Auslandseinsätze für die UN, so in Peru, Bolivien, Indonesien
7.9.2000 Oral interview mit Dr. Joan Ringelheim
Gedenken
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Quellen
https://en.wikipedia.org/wiki/Helen_Spitzer_Tichauer
https://collections.ushmm.org/search/catalog/irn508470
https://collections.arolsen-archives.org/de/document/69451026
https://collections.arolsen-archives.org/de/document/81967955
https://collections.arolsen-archives.org/de/document/555609
https://collections.arolsen-archives.org/de/document/555610
Helena Dunicz, Wege meines Lebens: Erinnerungen einer Geigerin aus Birkenau, 2013
Serie eines autobiografischen Berichts von Lili Bernstein 1960 in der Zeitung „News of the World“
http://thegirlsintheauschwitz.band/
Danuta Czech, Lagerbuch von Auschwitz
Lore Shelley (Editor), The Union Kommando in Auschwitz, Lanham, New York, London, 1996