Bieder Isaak

Isidor Isaak Itzchak Bieder

*2.4.1920 in Hannover; ✡1997 in Israel

Staatsangehörigkeit polnisch

Religion jüdisch

Vater Natan Bieder *1.4.1890 in Jazwiny, Galizien; ✡ Oktober 1942 in Auschwitz

Mutter Sala Grünberg *25.3.1900 in Slobodka; ✡ Oktober 1942 in Auschwitz

Geschwister

Mali Amalie Bieder *11.12.1921 in Hannover ; ✡  in Israel; oo Grossmann; oo Carmi

Rubin Bieder *6.7.1926; 2015 in New York

Jakob Jacki Bieder *12.12.1929 in Leipzig; ✡ Oktober 1942 in Auschwitz

Beruf landwirtschaftlicher Praktikant

Adressen Hannover; Leipzig, Steckelsdorf bei Rathenow im Landkreis Jerichow;

Heirat in Schweden Edith Chava Kuntzsch *2.4.1920 Hamburg; ✡ Dez. 1984 Israel

Kinder vier

Weiterer Lebensweg

30.11.1936 Isidor und Mali Bieder gemeldet in Leipzig, Eberhardstraße 7 III

Der Kibbuz in Ricavo di Castellina in Chianti

1933 Eröffnung von Hachschara Höfen durch Professor Racca in der Nähe von Florenz

1933 als Lager des Bachad bei Siena gegründet.

15.8.1938 Emigration nach Italien mit einer Gruppe des BACHAD zur Hachschara in den Kibbuz in Ricavo di Castellina in Chianti;

7.9.1938 Verabschiedung des Italienischen Rassengesetzes liefert die Rechtsgrundlage zur Aberkennung der Staatsbürgerschaft der ab 1919 in Italien eingebürgerten Juden und zur Ausweisung aller nicht-italienischen Juden

Oktober 1938 Salomon Adler-Rudel von London an Emil Glück in Stockholm, ob möglichst bald eine orthodoxe Hachschara in Schweden gegründet werden kann um die deutschen Chaluzim aus Italien herauszuholen. (Adler Rudel war 1936 bis 1945 Repräsentant der deutschen Juden in internationalen Organisationen und Administrator des Central British Fund for German Jewry (CBF) in London, Emil Glück Leiter der Hachschara in Schweden)

1939 Daraufhin geht die Gruppe nach Schweden

Herbst 1939 die Villa des Kibbuz brennt aus; das Zentrum mit Hilfe anderer Komitees wiederaufgebaut.

1940 lebten in Halmstadt etwa 20 Chawerim des BACHAD

Erste Polenaktion

28.10.1938 Mali Bieder, beide Eltern mit den Brüdern Rubin und Jacki mit den Juden mit polnischen Pass aus Leipzig abgeschoben nach Zbaszyn

12.3.1939 Flucht der Eltern mit Bruder Jacki nach Belgien

17.5.1939 Mali Bieber in Steckelsdorf bei Minderheiten-Volkszählung

Das jüdische Umschulungslager Steckelsdorf-Ausbau

Isidor und Mali Bieder zur Hachschara in das jüdische Umschulungslager Landwerk Steckelsdorf-Ausbau bei Rathenow im Landkreis Jerichow II; Träger ist der BACHAD, 1928 gegründete Jugendorganisation des orthodox-jüdischen Misrachi; das hebräische Akronym בָּחָ״ד BaChaD steht für Brit Chaluzim Datiim, deutsch ‚Bund religiöser Pioniere‘;  Träger war zuletzt die Reichsvereinigung der Juden in Deutschland RVJD. Das Anwesen gehörte als Jagdvilla einem Berliner Industriellen, der es einschließlich der dazugehörigen Gärtnerei 1936/37 seiner Jüdischen Gemeinde zur Einrichtung eines Erholungsheims schenkte.

Lagerleiter/Madrichim waren Sigmar Bromberger, Manfred und Schoschana Litten, Dr. Benjamin Abrahamson, Herbert Schönewald, Werner Hoffbauer, Friedrich Löwenthal, ab 1941 Kurt Silberpfennig

Madrichim 1939/40 Chaim Grosz, Joachim Lippmann und Richard Heymann

28.10.1938 Vier Chaluzim mit polnischem Pass verhaftet in Steckelsdorf, ausgewiesen in der ersten Polenaktion und nach Zbaszyn deportiert: Siegfried Frank, Josef Immerglück, Artur Kramer, Leopold Sandberg

10.11.1938 Novemberpogrom in Steckelsdorf, am Abend wurde das Landwerk gestürmt und verwüstet. Alle männlichen Funktionsträger wie Betriebsleiter Werner Hoffbauer, Simon Berlinger, Adolf Frohmann, Friedrich Löwenthal und Herbert Schönewald verhaftet ins Polizeigefängnis Magdeburg und später als „Schutzhäftlinge“ nach Buchenwald gebracht.

21.11.1938 Entlassung der Steckelsdorf Madrichim Simon Berlinger, Adolf Frohmann, Friedrich Löwenthal und Herbert Schönewald aus dem KL Buchenwald

1938 Flucht von Isidor nach Italien zur Hachschara in den Kibbuz in Ricavo di Castellina in Chianti; 1934 als Lager des Bachad bei Siena gegründet;

anschließend nach Schweden

1939 Instandsetzung und Übernahme von Steckelsdorf durch die RVJD

15.8.1938 Emigration von Isidor nach Schweden

1946 Heirat mit Edith Kuntzsch

18.2.1946 Alija nach Palästina, individuelle Einreise von Edith und Isaak Bieder auf der SS MAROKKO in Haifa

Wohnadresse Yona Hanavi 22, Tel Aviv, Tirat Zwi

Flucht des Bruders Rubin über die Pyrenäen

Bruder Rubin flüchtet über die Pyrenäen nach Barcelona; weiter nach Lissabon

2.-14.3.1943 Rubin Bieder auf der SS SERPA PINTO von Lissabon nach New York

Tod der Eltern und des Bruders in Auschwitz

10.10.1942 Eltern und Bruder Jacki von der Kaserne Dossin in Mechelen, Belgien nach Auschwitz

Gedenken

6.6.1955 Pages of Testimony für die Eltern und Bruder Jacki von Bruder Itzchak Bieder

Quellen

https://www.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de11780072

https://www.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de1194166

https://www.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de36554

https://www.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de36890

Clemens Maier-Wolthausen, Zuflucht im Norden, Wallstein, 2018

https://collections.arolsen-archives.org/de/document/129821117

https://collections.arolsen-archives.org/de/document/129820508

Deutsche Minderheiten-Volkszählung 1939

https://www.mappingthelives.org

https://yvng.yadvashem.org/ad

https://www.bundesarchiv.de/gedenkbuch

Staatsarchiv Israel, Einwanderungslisten

Mandat zur Einbürgerung in Palästina, 1937-1947

https://hachschara.juedische-geschichte-online.net/ort/13.pdf

Bettina L. Götze, Landwerk Steckelsdorf-Ausbau, in: Hachschara als Erinnerungsort.

<https://hachschara.juedische-geschichte-online.net/ort/13> [24.03.2024]

Ezra Ben Gershôm David. Aufzeichnungen eines Überlebenden, Evangelische Verlagsanstalt 1989

Veröffentlicht von Franz-Josef Wittstamm

Geboren 31. Mai 1951 in Recklinghausen Gymnasium Petrinum 1961 bis Abitur1970 Studium der Humanmedizin in Bochum Approbation 1981 Promotion1982 Facharzt für Innere Medizin, Kardiologie, Intensivmedizin Im Ruhestand seit 2016

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