
Helga Martha Lehmann/ Michal Meron
*26.9.1919 in Darmstadt; ✡ 25.1.1989
Staatsangehörigkeit polnisch
Religion jüdisch
Vater Adolph Lehmann *25.11.1883 in Darmstadt; ✡16.12.1925 in Darmstadt
Mutter Frieda Rosenthal *11.3.1886 Frankfurt; ✡nach 25.3.1942 Piaski
Geschwister
Beruf Landwirtschaftliche Arbeiterin
Adressen Darmstadt, Bleichstraße 40; Brüderhof; Kfar Jechezkiel, Israel
Heirat 9.1.1948 im Kfar Jechezkiel mit Hans Schmuel Marx/ Meron *28.9.1921; ✡24.5.1993
Kinder
Weiterer Lebensweg
19.5.1938 Passausstellung in Darmstadt
1938- März 1939 Helga Lehmann zur Hachschara auf den Brüderhof
Der Brüderhof in Harksheide
Der Brüderhof in Harksheide beherbergte von 1934 bis 1939 einen Hachschara Kibbuz in Trägerschaft des Hechaluz. Die evangelische Einrichtung „Rauhes Haus“ hatte sie an den Bauern Leuschner verpachtet. Der große Hof bot Unterkunft für 35 Chaluzim.
Ab 1935 gab es hier auch eine „Mittlere Hachschara“ für 15-17-jährige Schulentlassene.
Vor der „Polenaktion“ am 28.10.1938 flüchteten einzelne Chaluzim mit polnischem Pass über die Grenze nach Dänemark, einzelne mussten mit 700 anderen ab Hamburg Altona nach Zbaszyn fahren; der Hamburger Transport kam aber erst um Mitternacht an die bereits von Polen abgeschlossene Grenze und durften nach drei Tagen des Abwartens wieder nach Hamburg zurückkehren.
Im Novemberpogrom bleibt der Brüderhof von Verwüstungen verschont, vermutlich weil Pächter Leuschner NSDAP-Mitglied war. Es sollen aber vier ältere Chaluzim verhaftet worden sein.
7.3.1939 Alija von Helga Lehmann, Ankunft in Haifa mit Arbeiterzertifikat Kategorie C/LS des Hechaluz
Mitte März 1939 Auflösung des Kibbuz nach Kündigung des Pachtvertrages. Die Jugendlichen der mittleren Hachschara können nach Palästina emigrieren. Die über 17-jährigen gehen zum Teil nach Dänemark.
6.5.1945 Einbürgerung von Helga Lehmann in Palästina
9.1.1948 Heirat im Kfar Jechezkiel mit Hans Schmuel Marx
Umbenennung in Michal Meron
25.1.1989 Tod von Michal Meron in Israel
Deportation der Mutter nach Piaski
17.5.1939 Mutter Frieda in Darmstadt, Bleichstraße 40 bei Minderheitenzählung
25.3.1942 Mutter Frieda auf dem Transport von Mainz-Darmstadt nach Piaski
Gedenken
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Quellen
https://www.mappingthelives.org
Deutsche Minderheiten-Volkszählung 1939
Staatsarchiv Israel, Mandat zur Einbürgerung in Palästina, 1937-1947
https://yvng.yadvashem.org/index.html?language=de
Peter W. Lande, Jewish „Training“ Centers in Germany, Manuskript von 1978 im Bestand des Centers for Jewish History
Sieghard Bußenius, Die Ausbildungsstätte des Hechaluz auf dem Brüderhof bei Harksheide, HaGalil 2007
https://digipres.cjh.org/delivery/DeliveryManagerServlet?dps_pid=FL4311316