Lotte Jehudith Löwenthal
*20.9.1914 in Frankfurt; ✡ 31.8.2010 in Jarkon, Petah Tikwah
Staatsangehörigkeit deutsch, staatenlos
Religion jüdisch
Vater Abraham Löwenthal *6.7.1869 in Sommerhausen; ✡ 14.11.1939 in Brooklyn

Mutter Lina Kellermann *20.8.1874 in Beerfelden; ✡ 12.1922 in Frankfurt
Stiefmutter Carolina Salomon
Geschwister
Joseph Joe Löwenthal *1904 in Frankfurt; ✡?
Max Löwenthal *26.9.1908 in Frankfurt; ✡ 1.1.1972 in Brooklyn; oo Bettina
Kurt Jacob Löwenthal *28.6.1917 in Frankfurt; ✡19.7.1998 in Laguna Woods; oo Rose Stern
Beruf Landwirtschaftliche Praktikantin
Adressen Frankfurt; Utrecht; Franeker
Heirat Samuel Aaron Boas*9.10.1914 in Amsterdam; ✡ 15.12.2003 in Jarkon, Petah Tikwah
Kinder
Michael Boas *3.9.1942; ✡ 27.9.1915 in Israel
Weiterer Lebensweg
26.3.- 3.4.1936 Vater Abraham auf der SS HAMBURG von Hamburg nach New York

Heimatadresse Sohn Kurt in Frankfurt;

Zieladresse Sohn Julius und Frau Caroline
Kibbuz Franeker
Der 1935 vom Arzt Dr. Jacob und seiner Frau Lina Bramson aus Franeker gegründete Kibbuz der religiösen Zionisten des Misrachi „Dath Waäretz“ bestand bis zu seiner Auflösung durch eine Razzia am 3. November 1941.
Träger Misrachi/ Dath Waäretz; Bachad, 1928 gegründete Jugendorganisation des orthodox-jüdischen Misrachi; das hebräische Akronym בָּחָ״ד BaChaD steht für Brit Chaluzim Datiim, deutsch ‚Bund religiöser Pioniere‘. Die Hachschara Organisation hieß „Dath Waäretz“
29.3. 1934 als erster Chaluz von Franeker bezieht Wolf Tempel ein Zimmer an der Dijkstraat 1;
April 1935 Anmietung des alten Bahnhofsgebäude am Harlinger Weg 45 für den des Kibbuz Franeker es konnte etwa 25 Bewohner aufnehmen, anfangs waren es 10-15, zuletzt bis zu 30 Chalutzim. Zuvor wohnten die Chaluzim in den Haus Noorderbolwerk 13.
Jacob Bramson kümmerte sich persönlich um die sorgfältige Auswahl die Bauernhof-Stellen.
Die geistliche Betreuung übernahm Oberrabbi Lewinson aus Leeuwarden
13.1.1939 Sieben Chaluzim abgemeldet aus Franeker nach Palästina: Frieda van Amerongen, Sara Dinner, Meir Frijdman, Walter Oppenheimer, Herman Riez, Isaac Rooz, Max Stoppelmann
Walter Oppenheimer dazu in einem Interview mit Chaja Brasz
„Die niederländische Einwanderungspolizei wollte uns loswerden, hatte aber Angst vor der Öffentlichkeit Die Briten wollten natürlich keine illegale Einwanderung, Im Juni 1939 wurden wir plötzlich nach Heemskerk gebracht, wo wir einige Wochen warten mussten.“
12.10.1933 Lotte Löwenthal von Utrecht kommend angemeldet im Kibbuz Franeker
1933-1935 Lotte Löwenthal Haushaltshilfe bei der Familie des Kibbuzgründers Bramson in Franeker, Voorstraat 69
16.6.1935 Lotte Löwenthal abgemeldet aus Franeker nach Palästina
22.5.1936 Carolina Bramson inseriert im Israëlietisch Weekblad eine Stellenanzeige für ein ‘orthodox meisje’ im Haushalt
1.7.1937 Lotte Löwenthal kommt vermutlich mit britischen Pass als Schlicha in den Haushalt der Bramsons aus Palästina nach Franeker zurück. Sie ist Teilnehmerrin der Tarbuth-Abende und unterrichtet auch Hebräisch. Nach Angaben des Vorstands von Dath Waäretz füllt sie mit ihrem Wissen und ihrer Erfahrung einen großen Teil der Lücke, die durch den Weggang der Madrichim Ies Asscher und Sal Aptroot entstanden ist.
1.5.1939 Rückkehr nach Palästina
10.5.1940 Einmarsch der Wehrmacht in die Niederlande
14./17.5.1940 Kapitulation der Niederlande
20.5.1940 Samuel Boas abgemeldet aus Amsterdam zur Alija nach Palästina
Gedenken
Grabstein für Jehudit und Aaron Boas auf dem Friedhof Jarkon
Quellen
https://archief.amsterdam/indexen/persons?ss=%7B%22q%22:%22Samuel%20Boas%201914%22%7D
Passenger and Crew Lists of Vessels Arriving at New York, New York, 1897-1957 (National Archives Microfilm Publication T715, roll 5784); Records of the Immigration and Naturalization Service, Record Group 85
https://www.myheritage.de/research
https://historischcentrumfraneker.nl/inwoners
Kelly Bauer, Syds Wiersma, Kibboets op de Klei, Fries Film Archief Leeuwarden, 2020
Auke Zeldenrust, Kibboets op de Klei, Boom, 2020
Morris Schnitzer, My three selves, a memoir, Lugus, Toronto, 2002
Hannelore Grünberg-Klein, Zolang er nog tranen zijn, Nijgh & Van Ditmar, 2015
Mirjam Pinkhof, De Jeugdalijah van het Paviljoen Loosdrechtsche Rade, 1998
Frans van der Straaten, Om nooit te vergeten. Herinneringen en belevenissen aan/van Palestina-Pioniers in Nederland gedurende de oorlogsjaren 1939-1945
https://collections.yadvashem.org/en/documents/3655767
https://www.gfh.org.il/eng/Archive
Staatsarchiv Israel, Mandat zur Einbürgerung in Palästina, 1937-1947
https://yvng.yadvashem.org/index.html?language=de
Peter W. Lande, Jewish „Training“ Centers in Germany, Manuskript von 1978 im Bestand des Centers for Jewish History
https://digipres.cjh.org/delivery/DeliveryManagerServlet?dps_pid=FL4311316