Karl Julius Sonnenberg
*27.2.1904 in Selters; ✡4.5.1945 in Tröbitz
Staatsangehörigkeit deutsch
Religion jüdisch
Vater Maximilian Sonnenberg *28.1.1877 in Nordhofen; ✡ 6.4.1944 in Queens
Mutter Johanna Rosenau *1.10.1866 in Selters; ✡ ?
Geschwister

Irma Sonnenberg *21.4.1897 in Selters; ✡21.12.1998 in Charlottesville; oo Ludwig Menkel
Gertrud Sonnenberg *11.11.1901 in Selters; ✡11.9.1961 in Haifa; oo Hermann
Heinrich Sonnenberg in Selters
Bruno Sonnenberg in Selters
Anna Sonnenberg in Selters
Kurt Sonnenberg in Selters
Onkel Moses Sonnenberg *21.11.1883 in Selters; ✡ 18.10.1944 in Auschwitz
Cousins Karl Julius Sonnenberg *27.2.1904 in Selters; ✡4.5.1945 in Tröbitz
Fritz Siegfried Gerhard Sonnenberg *14.8.1921 in Koblenz; ✡ ? 2002 in Krefeld

Paul Sonnenberg *4.7.1925 in Koblenz; ✡ 22.1.1945 Auschwitz
Nichten
Margot Menkel *1921 in Boppard; 1936 nach England; 1940 nach Ecuador
Anneliese Menkel *1923 in Boppard; überlebt in Holland als „onderduiker
Beruf Geschäftsmann
Adressen Selters, Rheinstrasse 41; Koblenz; Düsseldorf; Chemnitz; Den Haag; Hilversum, Middenweg 19 Amsterdam
Heirat 21.1.1942 in Hilversum Karoline Margarete „Margot“ Frank geschiedene Heinemann, *27.11.1904 in Landau
Stiefkinder aus der Ehe von Margot Frank mit Walter Heinemann (1896-1944 Auschwitz)
Rolf Heinemann * 6.9.1927 in Hamburg; Überlebender
Hans Heinemann *3.3.1930 in Hamburg; Überlebender
Weiterer Lebensweg
Vor 1933 war Karl Sonnenberg Direktor einer Unterfirma der Sonnenberg AG in Düsseldorf
16.8.1937 Karl Sonnenberg flieht nach Hilversum, Niederlande
20.9.1938 Umzug nach Den Haag

1938 Emigration von Fritz Sonnenberg in die Niederlande
23.6.1938 Emigration des Onkels Moses Sonnenberg wegen eines anhängigen Strafverfahrens in die Niederlande; Das „Nationalblatt“ (Nazi-Zeitung für Koblenz) kommentierte:
„Na klar, Jud Sonnenberg getürmt. Der Feigling hatte allerhand auf dem Kerbholz und gebrauchte seine Angestellte zu Betrügereien.“
Diese Angestellte war Betty Michel, die in Haft genommen und zu einem Monat Gefängnis wegen Fälschung eines Wechsels verurteilt wird.
15.2.1939 Emigration von Paul Sonnenberg in die Niederlande
29.3.1939 Flucht von Betty Michel in die Niederlande
25.1.1941 Rückkehr nach Hilversum, Middenweg 10
21.1.1942 Heirat mit Margot Frank in Hilversum
14.11.1942 Umzug von Karl und Margot Sonnenberg nach Amsterdam
Alija Beth auf der SS DORA
Juli 1939 Cousin Fritz Sonnenberg mit 76 Werkdorpern aus dem Werkdorp Nieuwesluis nach Amsterdam zur Alija Beth auf der SS DORA
16.7.1939 Boarding mit 183 Chaluzim in Amsterdam auf der zur Alija Beth von den Mossad-Agenten Jehuda Berginski, Gideon Ruffer und Shmarya Tzameret gekauften SS DORA nach Palästina;
17.7.1939 Zustieg von etwa 200 weiteren Chaluzim in Antwerpen auf das Alija Beth Schiff SS DORA
17.-19.7.1939 Verzug in Vlissingen (Flushing)
12.8.1939 Ankunft der SS DORA in Palästina; die Chaluzim werden am Strand von Shefayim in der Nähe von Tel Aviv mit Booten illegal ins Land gebracht
Paviljoen Loosdrechtsche Rade
12.6.1940 Paul Sonnenberg zur Hachschara in das Heim der Jugendalijah in Loosdrecht, „het Paviljoen“
13.8.1942 wegen der bevorstehenden Razzia sollen alle Loosdrecht-Chaluzim im Verstecke gebracht werden. Die ersten werden noch am selben Abend weggebracht. Paul Sonnenberg und die Schwestern Sophie und Auguste Gustl Nussbaum gehen ins Versteck; sie werden von Leiter Joachim Schuschu Simon mit dem Zug nach Amsterdam und dort zusammen in einer wegen Urlaub des Mieters verfügbaren Wohnung untergebracht.
Die Hausbesitzerin droht, die Polizei anzurufen, sollten sie die Wohnung nicht verlassen. Kurz vor Mittagnacht müssen sie fliehen. Paul verlässt sie um Mitternacht an der Centraal Station (Hbf) und wird von der Polizei gefasst, da er bei nächtlicher Ausgangssperre und ohne Papiere aufgegriffen wird. Die Schwestern Nussbaum verbringen die Nacht unter einer Brücke.
Als Strafgefangener „onderduiker“ wird Paul Sonnenberg zunächst in das KL Vught gebracht.
Kamp Westerbork
11.9.1942 Paul Sonnenberg eingewiesen in das polizeiliche Judendurchgangslager Westerbork
6.8.1942 in Westerbork Heirat des Onkel Moses mit Betty Michel

8.8.1942 Einweisung von Karl Sonnenberg in das Kamp Westerbork
1.2.1944 Karl und Margot Sonnenberg mit den Stiefsöhnen Rolf und Hans Heinemann sowie seine Schwester Irma und Ehemann Ludwig Menkel auf dem Transport aus Westerbork nach Bergen Belsen
4.9.1944 Paul Sonnenberg mit Vater Moses und Stiefmutter Betty auf dem Transport XXIV/7 von Westerbork nach Theresienstadt
29.9.1944 Paul auf dem Transport E l von Theresienstadt nach Auschwitz

16.10.1944 Onkel Moses Sonnenberg auf dem Transport E r von Theresienstadt nach Auschwitz
22.1.1944 Tod von Paul Sonnenberg im von der SS bereits geräumten KL Auschwitz oder auf dem Todesmarsch
8.5.1945 Befreiung von Betty Sonnenberg in Theresienstadt
Austauschtransporte von Westerbork nach Bergen Belsen
Ab dem 14.9.1943 bis 19.5.1944 kamen etwa 3572 Häftlinge aus Westerbork in sieben Transporten direkt nach Bergen-Belsen, unter anderem Juden mit doppelten Staatsbürgerschaften, Diamantschleifer mit ihren Familien und diejenigen, die auf einer Einreiseliste für Palästina standen.
Die „Austauschjuden“ kommen in das Sternlager Bergen-Belsen, einem vom eigentlichen Konzentrationslager abgetrennten Bereich; sie dürfen weiterhin ihre Zivilkleidung mit dem „Stern“ tragen.
Margot Sonnenberg war im Sternlager Blockälteste einer Frauenbaracke sie musste zusammen mit einer anderen Frau u.a. den bis zu 80 kg schweren Essenskübel in ihre Baracke schleppen.
1.2.1944 Karl und Margot Sonnenberg mit den Stiefsöhnen Rolf und Hans Heinemann sowie seiner Schwester Irma und Ehemann Ludwig Menkel auf dem 3. Austausch-Transport von 908 Häftlingen aus Westerbork in das Sternlager des KL Bergen Belsen
15.7.1944 Tod von Schwager Ludwig Menkel im KL Bergen Belsen
Der Verlorene Zug
10.4.1945 Evakuierung der „Austauschjuden“ von Bergen-Belsen; Karl und Margot Sonnenberg mit den Stiefsöhnen Rolf und Hans Heinemann sowie seine Schwester Irma Menkel auf dem Transport mit dem Ziel Theresienstadt
23.4.1945 Irrfahrt des verlorenen Zuges endet an der gesprengten Elsterbrücke; Ankunft Tröbitz,
Befreiung durch die 1. Ukrainische Front der Roten Armee, General Tschukow
4.5.1945 Tod von Karl Sonnenberg in Tröbitz, erliegt dem grassierenden Fleckfieber („Typhus“)

Todesursache „миф“ Mythos? statt„тиф“ für Typhus ?

Karl Salomon ist beigesetzt auf dem jüdischen Friedhof von Tröbitz

Seine Frau Margot, die Stiefsöhne Rolf und Hans Heinemann und seine Schwester Irma Menkel überleben in Tröbitz
Gedenken
Stolpersteine für Moses, Betty, Irma, Paul und Fritz Sonnenberg und Karl Blum in Koblenz, Mainzer Straße 10
13.5.2017 Stolpersteine in Boppard für Ludwig, Irma, Margot und Anneliese Menkel
Quellen
https://www.stolpersteine-hamburg.de/?MAIN_ID=7&BIO_ID=401
www.dokin.nl/deceased_children/paul-sonnenberg-born-4-jul-1925/
https://apps.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de972073
https://apps.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de972072
https://apps.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de972061
https://collections.arolsen-archives.org/de/document/130377401
https://collections.arolsen-archives.org/de/document/85960555
https://collections.arolsen-archives.org/de/document/5083124
https://collections.arolsen-archives.org/de/document/130377433
https://collections.arolsen-archives.org/de/document/5083123
https://collections.arolsen-archives.org/de/document/130377407
https://collections.arolsen-archives.org/de/document/70949673
https://collections.arolsen-archives.org/de/document/70992600
https://collections.arolsen-archives.org/de/document/130377409
Mirjam Pinkhof, De Jeugdalijah van het Paviljoen Loosdrechtsche Rade, 1998
Frans van der Straaten, Om nooit te vergeten. Herinneringen en belevenissen aan/van Palestina-Pioniers in Nederland gedurende de oorlogsjaren 1939-1945
www.dokin.nl/deceased_children/paul-sonnenberg-born-4-jul-1925/
https://archief.amsterdam/indexen/persons?ss=%7B%22q%22:%22Sonnenberg%201904%22%7D
Niederlande, Bevölkerungsregister, 1810-1936; Bron: boek, Deel: 146, Periode: 1912-1938
https://www.oorlogsbronnen.nl/mensen?personterm=Ontruiming%20Joods%20Werkdorp%20Wieringermeer
https://www.mappingthelives.org
Deutsche Minderheiten-Volkszählung 1939
Staatsarchiv Israel, Mandat zur Einbürgerung in Palästina, 1937-1947
https://yvng.yadvashem.org/index.html?language=de
Peter W. Lande, Jewish „Training“ Centers in Germany, Manuskript von 1978 im Bestand des Centers for Jewish History
https://digipres.cjh.org/delivery/DeliveryManagerServlet?dps_pid=FL4311316
Henny E. Dominicus, Mauthausen, een gedenkboek, Amsterdam 1999
https://acrobat.adobe.com/id/urn:aaid:sc:EU:3788160f-e50b-425a-b9a8-a092142001f1