Blumenthal Karl Heinz

Karl Heinz Henry Blumenthal

*25.6.1921 in Rastenburg; ✡ 30.11.1941 in Riga Rumbula

Staatsangehörigkeit deutsch

Religion jüdisch

Vater Hans Blumenthal *22.3.1895 in Königsberg; ✡ 30.11.1941 in Riga Rumbula

Mutter Rahle Grüneberg *28.12.1892 in Christburg; ✡ 30.11.1941 in Riga Rumbula

Geschwister

Elfriede Blumenthal *1.1.1926 in Buer, Westfalen ; ✡ 30.11.1941 in Riga Rumbula

Adressen Rastenburg; Buer; Königsberg; Ellguth; Berlin, Prenzlauer Berg, Greifswalder Straße 220

Heirat ledig

Kinder –

Weiterer Lebensweg

August 1925 Umzug mit den Eltern von Königsberg nach Buer (Gelsenkirchen)

26.2.1927 Rückkehr nach Königsberg

1.4.1937 Umzug nach Berlin, Prenzlauer Berg, Greifswalder Straße 220

17.5.1939 Karl Heinz Blumenthal mit den Eltern und Schwester Elfriede in Berlin, Greifswalder Straße 220

Lehrgut Ellguth

Karl Heinz Henry Blumenthal zur Hahschara ins Lehrgut Ellguth

Die Eröffnung des Lehrgutes Ellguth in Steinau bei Falkenberg/Klein-Schnellendorf erfolgte in Trägerschaft des Hechaluz am 19.12.1937. Die Leitung wurde Edgar und Elly Freund von der „Jüdischen Jugendhilfe Berlin“ übertragen. Zur Eröffnung kam als Madrich für die Landwirtschaft Georg Josephsthal, zuvor Generalsekretär des Hechaluz und im Merkas des Habonim. Seine Frau Senta übernahm die Milchwirtschaft des Gutes. Als landwirtschaftlicher Inspektor wurde der Nichtjude Bless eingestellt. Bis zu 100 Chaluzim wurden hier ausgebildet.

Im August 1938 mussten Georg und Senta Josephthal, im September das Ehepaar Freund nach Warnungen vor der Gestapo das Gut verlassen. Nachfolger wird Fritz Wolff.

Polenaktion

28.10.1938 Bei der „Polenaktion“ wurden auch aus Ellguth wie in anderen Hachscharalagern polnischstämmige Chaluzim abgeschoben. Diese konnten aber oftmals illegal wieder zurückkehren.

Novemberpogrom

10. 11.1938 zwei Jugendliche aus Breslau mit Motorrad berichten über die Pogromexzesse. 10.11.1938 nachmittags erscheint ein örtlicher Polizist, um Waffen zu suchen

10.11.1938 Mob aus Bauern und SA überfällt das Gut, alle Bewohner werden auf LKW in das Polizeigefängnis Oppeln gebracht; die erwachsenen Männer werden nach Buchenwald transportiert, Frauen und Jungen wieder entlassen.

In Buchenwald erhielten einige Chaluzim aus Ellguth zunächst durch Entlassung von ASJ Häftlingen freigewordenen Nummern im Bereich 10000-11000, später erfolgte einen Umnummerierung auf Nummern zwischen 27300 und 27500; Henry Blumenthal erhält die Nr. 27316.

10.12.1938 Entlassung von Henry Blumenthal mit einer großen Gruppe der Ellguth Chaluzim aus dem KL Buchenwald

6.1.1939 nach der Entlassung sammeln sich viele Chaluzim wieder in Bielefeld; einige flüchten mit einer Gruppe aus Ellguth unter Leitung von Madrich Fritz Wolff nach Deventer in die Niederlande zu Einzelhachschara in der Deventer Vereniging tot Vakopleiding.

25.2.1939 von dort wechseln einige der Ellguth-Gruppe ins Werkdorp Wieringermeer.

Januar 1939 Wiedereröffnung des Lagers Ellguth durch den BACHAD mit 40 Chaluzim; Die Leitung übernahm Armin Duschinski aus Wien.

Karl Heinz Blumenthal geht zurück zu seiner Familie nach Berlin

1940 Verpflichtung zur Zwangsarbeit bei Bauunternehmer Richard Wählisch zum Bau eines Sammellagers in der Hoffstraße 4

Rigaer Blutsonntag

27.11.1941 Karl Heinz Blumenthal mit den Eltern und Schwester Elfriede auf dem ersten Riga Transport aus Berlin

30.11.1941 Massenerschießung des gesamten Berliner Transportes noch vor der Ermordung der Letten aus dem Ghetto Riga in Riga Rumbula

Gedenken

6.4.2022 Stolpersteine für Karl Heinz Blumenthal, beide Eltern und Schwester Elfriede

Quellen

www.stolpersteine-berlin.de/de/greifswalder-str/220/elfriede-blumenthal

https://collections.arolsen-archives.org/de/document/5278226

https://collections.arolsen-archives.org/de/document/11224126

https://collections.arolsen-archives.org/de/search/topic/1-1-5-1_8012500074?s=8012500074

https://www.mappingthelives.org

Deutsche Minderheiten-Volkszählung 1939

https://www.myheritage.de

https://hachschara.juedische-geschichte-online.net/ort/12

https://yvng.yadvashem.org/index.html?language=de

https://digipres.cjh.org/delivery/DeliveryManagerServlet?dps_pid=FL4311316

Staatsarchiv Israel, Einwanderungslisten

Danuta Czech, Lagerbuch von Auschwitz

https://collections.arolsen-archives.org/de/document/5278110

Veröffentlicht von Franz-Josef Wittstamm

Geboren 31. Mai 1951 in Recklinghausen Gymnasium Petrinum 1961 bis Abitur1970 Studium der Humanmedizin in Bochum Approbation 1981 Promotion1982 Facharzt für Innere Medizin, Kardiologie, Intensivmedizin Im Ruhestand seit 2016

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