Heymann Kurt

Kurt Heymann

*9.6.1916 in Oldenburg; ✡ ?

Staatsangehörigkeit deutsch

Religion jüdisch

Vater Sigmund Heymann *7.9.1878 in Schöppingen; ✡ 9.10.1964 Wien

Heirat der Eltern 4.8.1909 in Oldenburg

Mutter Gretchen Weinberg *6.3.1889 in Oldenburg; ✡ ?

Großvater Heimann Samuel Heymann *4.10.1844 in Schöppingen; ✡27.5.1920 in Schöppingen

Großmutter Johanna Goldberg *20.10.1850 in Westerkappeln; ✡18.3.1930 in Schöppingen

Onkel

Carl Heymann *2.9.1883 in Schöppingen; Dr. jur., Bochum; ✡17.10.1923 in Bochum

Adolf Amschel Heymann *5.12.1885 in Schöppingen

Geschwister

Lotte Heymann *3.11.1920 in Bochum; ✡?

Cousine

Hannelore Heymann *16.8.1927 in Münster; ✡19.8.2001 in Haifa

Adressen Oldenburg; Bochum; Berlin, Kurfürstendamm 173; Ellguth

Heirat ledig

Kinder

Weiterer Lebensweg

1903 Vater Sigmund Schützenkönig in Schöppingen mit Anne Benölken als Königin

Vater Sigmund Kommis bei „Löwenstein und Freudenberg“ in Düren

1904 Sigmund Heymann wird Geschäftsführer im Bekleidungshaus Ferdinand Koppel in Bochum, Hellweg 2 zusammen mit Albert Rosenberg

1910 Käuflicher Erwerb der Ferdinand Koppel GmbH durch Albert Rosenberg und Siegmund Heymann

Während des WK I Mutter Grete zu den Eltern nach Oldenburg

29.6.1915 Onkel Hugo Heymann „gefallen“ gemeldet in den Preußischen Verlustlisten

10.8.1915 Vater Sigmund, Gefreiter der 9. Kompagnie des III. Bataillon des Landwehr-Infanterie-Regiments 118, verwundet gemeldet in den Preußischen Verlustlisten

1930 Verkauf des Geschäfts an Adolf Heymann, welcher das Grundstück von Albert Rosenberg anmietet; Umbenennung der Firma in „Heymann & Co.“

Werbeanzeige im Bochumer Anzeiger vom 17.12.1932

1936 Geschäftsaufgabe in Bochum; Arisierung, Verkauf an Fa. Suren

1936 Umzug nach Bielefeld, Missundestraße 8

12.3.1938 Umzug nach Berlin, Kurfürstendamm 173; Meldekarten

ASR-Aktion (Arbeitsscheu-Reich)

21.6.-19.8.1938 Vater Sigmund als ASR-Jude im KL Sachsenhausen; Häftlingsnummer 3793, Block 8

Lehrgut Ellguth

Kurt Heymann zur Hachschara ins Lehrgut Ellguth

Die Eröffnung des Lehrgutes Ellguth in Steinau bei Falkenberg/Klein-Schnellendorf erfolgte in Trägerschaft des Hechaluz am 19.12.1937. Die Leitung wurde Edgar und Elly Freund von der „Jüdischen Jugendhilfe Berlin“ übertragen. Zur Eröffnung kam als Madrich für die Landwirtschaft Georg Josephsthal, zuvor Generalsekretär des Hechaluz und im Merkas des Habonim. Seine Frau Senta übernahm die Milchwirtschaft des Gutes. Als landwirtschaftlicher Inspektor wurde der Nichtjude Bless eingestellt. Bis zu 100 Chaluzim wurden hier ausgebildet.

Im August 1938 mussten Georg und Senta Josephthal, im September das Ehepaar Freund nach Warnungen vor der Gestapo das Gut verlassen. Nachfolger wird Fritz Wolff.

Polenaktion

28.10.1938 Bei der „Polenaktion“ wurden auch aus Ellguth wie in anderen Hachscharalagern 13 polnischstämmige Chaluzim abgeschoben.

Benno Teichmann berichtet:

„Es war am 28. Oktober 1938 in Ellguth, einem Hachscharah-Kibbuz von Mitgliedern des deutschen Hechalutz. Es kam der Befehl nach Ellguth: Alle Polen sind ausgewiesen. Sie müssen bis 5 Uhr über die Grenze sein…. Und dann kam der Autobus. […] Die Namen wurden verlesen und die Chawerim stiegen ein und verließen unser Kibbuz.“

Diese wurden aber von polnischen Dorfbewohner mit Hunden zurückgetrieben. Sechs von Ihnen reisten später regulär mit Pass nach Polen aus, sieben kehrten nach Ellguth zurück.

Novemberpogrom

10. 11.1938 zwei Jugendliche aus Breslau mit Motorrad berichten über die Pogromexzesse. 10.11.1938 nachmittags erscheint ein örtlicher Polizist, um Waffen zu suchen

10.11.1938 Mob aus Bauern und SA überfällt das Gut, alle Bewohner werden auf LKW in das Polizeigefängnis Oppeln gebracht; die erwachsenen Männer – mehr als 20 – werden nach Buchenwald transportiert, Frauen und Jungen wieder entlassen.

In Buchenwald erhielten die Chaluzim aus Ellguth Häftlingsnummern um 27450, Kurt Heymann erst die Nr. 10523 und später die 27416.

10.12.1938 Entlassung einer großen Gruppe der Ellguth Chaluzim aus dem KL Buchenwald

Januar 1939 Wiedereröffnung des Lagers Ellguth durch den BACHAD mit 40 Chaluzim; Die Leitung übernahm Armin Duschinski aus Wien.

Emigration

1939 Emigration von Kurt Heymann mit der Familie nach Cochabamba, Bolivien

1940 alle Familienmitglieder ausgebürgert

1959 Einreise von Kurt Heymann nach Rio de Janeiro

9.10.1964 Tod von Vater Siegmund in Wien, Sanatorium „Goldenes Kreuz“;

Gedenken

Quellen

https://collections.arolsen-archives.org/de/document/6096435

https://collections.arolsen-archives.org/de/document/5278226

https://collections.arolsen-archives.org/de/document/11210656

https://collections.arolsen-archives.org/de/search/topic/1-1-5-1_8012500074?s=8012500074

https://www.mappingthelives.org

Deutsche Minderheiten-Volkszählung 1939

https://www.myheritage.de

https://hachschara.juedische-geschichte-online.net/ort/12

https://yvng.yadvashem.org/index.html?language=de

https://digipres.cjh.org/delivery/DeliveryManagerServlet?dps_pid=FL4311316

Veröffentlicht von Franz-Josef Wittstamm

Geboren 31. Mai 1951 in Recklinghausen Gymnasium Petrinum 1961 bis Abitur1970 Studium der Humanmedizin in Bochum Approbation 1981 Promotion1982 Facharzt für Innere Medizin, Kardiologie, Intensivmedizin Im Ruhestand seit 2016

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