
Herbert Zwi Hirschfeld
*16.2.1923 in Neidenburg ; ✡23.4.1945 bei Ravenna
Staatsangehörigkeit deutsch
Religion jüdisch
Vater Isidor Hirschfeld *7.1.1889 Mingfen, Ortelsburg; ✡ 13.9.1972 in Hartford, Connecticut
Mutter Paula Gehr *4.3.1898 Crone/Brahe; ✡ 23.3.1991 Hartford, Connecticut
Geschwister
Marga Mirjam Hirschfeld *13.2.1922 in Neidenburg; ✡?; oo Rubinstein/Reuveni
Eva Hirschfeld *1931; oo Pick
Beruf –
Adressen Neidenburg; Schniebinchen, Sorau; Givat Brenner
Heirat ledig
Kinder –
Weiterer Lebensweg
Hachschara Lehrgut Schniebinchen
Herbert Zwi Hirschfeld zur Hachschara auf Schniebinchen
Gut Schniebinchen war ein zuletzt dem Apotheker Otto Kaesbach gehörendes Landgut von 1117 Morgen bei Sorau/ Sommerfeld in der Niederlausitz. Kaesbach produzierte hier nach Aufgabe der Landwirtschaft Arzneimittel wie das Sexmittel Okasa. Seine geschiedene Ehefrau Martha Kaesbach stellte als Verwalter Herrn von Horn ein. Die zum Gutsbesitz gehörige Wassermühle „Jessener Mühle“ verkaufte Kaesbach 1929 an die Familie Lichting; auch hier entstand später ein Hachscharalager.
1933/34 Abschluss eines Pachtvertrages über 180 RM pro Monat mit dem Jüdischen Jugendbund Habonim Noar Chaluzi (Bauleute). Der offizielle Briefkopf lautete: Jüdische Jugendhilfe Schniebinchen über Sommerfeld, Niederlausitz, Telefon Niewerle Nr. 11
Später lag die Verwaltung reichsweit bei der Ssochnuth (Sochnut, hebräisch הַסּוֹכְנוּתִ היְּהוּדִית לְאֶרֶץ יִשְׂרָאֵל ha-Sochnut ha-Jehudit le-Erets Jisra’el, ‚Jewish Agency‘ auch ‚Jüdische Agentur für das Land Israel‘)
Leiter von Schniebinchen war Dr. Alfred Cohn (April-Sept 1939); ab September 1939 wurden Ludwig Kuttner und Fanny Bergas als Wirtschaftsleiterin dessen Nachfolger. Cohn und Kuttner waren zuvor zuvor Lehrer an der Privaten Waldschule Kaliski in Berlin. Lotte Kaiser und Lotte Adam hatten die pädagogische Leitung. Das Verhältnis Jungen/Mädchen lag bei 60/40. Für Mädchen stand vor allem Hausarbeit wie Kochen, Backen, Nähen und Stricken auf dem Plan.
10.11.1938 in der Pogromnacht wird das Lager für einige Tage von örtlicher SA besetzt, die aber keine Misshandlungen an den Bewohner begeht.
Ab April 1939 war Jenny Rosenbaum später Aloni Jugendleiterin, bevor auch sie im November nach Palästina auswanderte. Sie berichtet von ihrer Ankunft:
„Auf dem Zaun ein Papagei. Ein lebendiger Papagei. Er heißt Laura. … Papagei Laura rief im Vorübergehen jedem zu: „Heil Hitler Schalom“.
März 1939 eine erste Alija beth Gruppe von einer Gruppe Chawerim aus Schniebinchen in Wien einem Sammeltransport angeschlossen, die ab Spalato, Jugoslawien auf einem kleinen Seeschiff „Dora“ nach etwa 10-tägiger Fahrt unbehindert in Palästina landete; sogenannte erste illegale Sonderhachschara SH1
Minderheitenzählung
17.5.1939 Herbert Zwi Hirschfeld registriert mit 122 Personen, 109 Chaluzim und Angestellten, registriert in Schniebinchen
Vor der Besetzung Dänemarks 1940 gingen viele mangels ausreichender Zertifikate für Palästina zur Einzelhachschara auf Bauernhöfe in Dänemark.
Alija
Alija ca. 1939 nach Palästina, Zeitpunkt unbekannt
10.5.1940 Publikation im Reichsanzeiger „Ausbürgerung ohne Beschlagnahme …“
Eintritt in den Kibbuz Givat Brenner
Eintritt in die Palestinian Company der Royal Army
Teilnahme an den Befreiungskämpfen in Italien
23.4.1945 Tod in Italien bei Ravenna
Befreiung Italiens; als symbolisches Datum wurde die Befreiung der Stadt Mailand am 25. April 1945 gewählt.
Shanghai
Flucht der Eltern und Schwester Eva nach Shanghai

28.10.-14.11.1947 beide Eltern und Schwester Eva auf dem Marinetransporter USS MARINE ADDER von Shanghai nach San Francisco
Gedenken
Beisetzung in Ravenna

Ehrenmal auf dem Friedhof in Givat Brenner für Zwi Hirschfeld
Quellen
https://www.mappingthelives.org
Deutsche Minderheiten-Volkszählung 1939
Staatsarchiv Israel, Mandat zur Einbürgerung in Palästina, 1937-1947
https://yvng.yadvashem.org/index.html?language=de
Passenger Lists of Vessels Arriving at San Francisco, CA, 1893-1953 (National Archives Microfilm Publication M1410, roll 394, line number 28, record id 004894247_00770_27); Digital Folder Number 004894247, Image Number 00770
Peter W. Lande, Jewish „Training“ Centers in Germany, Manuskript von 1978 im Bestand des Centers for Jewish History
https://digipres.cjh.org/delivery/DeliveryManagerServlet?dps_pid=FL4311316
Genealogie Website My Heritage