Ruth Klonower
*6.5.1925 in Berlin
Staatsangehörigkeit deutsch, staatenlos
Religion jüdisch
Vater Kurt Chaim Klonower *20.2.1888 in Fürstenwalde, Lebus; ✡ 26.12.1969 Kibbuz Hazorea

Heirat der Eltern 1919
Mutter Dorothea Judith Kuttner *3.6.1892 in Berlin; ✡ 30.11.1967 Kibbuz Hazorea
Geschwister
Hilde Tirza Klonower *12.9.1921 in Berlin; ✡ 1999 Kibbuz Hazorea; oo Reilinger
Beruf –

Adressen Berlin, Alexanderstraße 8, Hansaufer 8; Schniebinchen, Sorau
Heirat –
Kinder –
Weiterer Lebensweg

Einschulung in Berlin
Schwester Hilde zur Hachschara im Lehrgut Schocken, Gut Winkel
Hachschara Lehrgut Schniebinchen
Ruth Klonower zur Hachschara auf Schniebinchen
Gut Schniebinchen war ein zuletzt dem Apotheker Otto Kaesbach gehörendes Landgut von 1117 Morgen bei Sorau/ Sommerfeld in der Niederlausitz. Kaesbach produzierte hier nach Aufgabe der Landwirtschaft Arzneimittel wie das Sexmittel Okasa. Seine geschiedene Ehefrau Martha Kaesbach stellte als Verwalter Herrn von Horn ein. Die zum Gutsbesitz gehörige Wassermühle „Jessener Mühle“ verkaufte Kaesbach 1929 an die Familie Lichting; auch hier entstand später ein Hachscharalager.
1933/34 Abschluss eines Pachtvertrages über 180 RM pro Monat mit dem Jüdischen Jugendbund Habonim Noar Chaluzi (Bauleute). Der offizielle Briefkopf lautete: Jüdische Jugendhilfe Schniebinchen über Sommerfeld, Niederlausitz, Telefon Niewerle Nr. 11
Später lag die Verwaltung reichsweit bei der Ssochnuth (Sochnut, hebräisch הַסּוֹכְנוּתִ היְּהוּדִית לְאֶרֶץ יִשְׂרָאֵל ha-Sochnut ha-Jehudit le-Erets Jisra’el, ‚Jewish Agency‘ auch ‚Jüdische Agentur für das Land Israel‘)
Leiter von Schniebinchen war Dr. Alfred Cohn (April-Sept 1939); ab September 1939 wurden Ludwig Kuttner und Fanny Bergas als Wirtschaftsleiterin dessen Nachfolger. Cohn und Kuttner waren zuvor zuvor Lehrer an der Privaten Waldschule Kaliski in Berlin. Lotte Kaiser und Lotte Adam hatten die pädagogische Leitung. Das Verhältnis Jungen/Mädchen lag bei 60/40. Für Mädchen stand vor allem Hausarbeit wie Kochen, Backen, Nähen und Stricken auf dem Plan.
10.11.1938 in der Pogromnacht wird das Lager für einige Tage von örtlicher SA besetzt, die aber keine Misshandlungen an den Bewohner begeht.
Ab April 1939 war Jenny Rosenbaum später Aloni Jugendleiterin, bevor auch sie im November nach Palästina auswanderte. Sie berichtet von ihrer Ankunft:
„Auf dem Zaun ein Papagei. Ein lebendiger Papagei. Er heißt Laura. … Papagei Laura rief im Vorübergehen jedem zu: „Heil Hitler Schalom“.
März 1939 eine erste Alija beth Gruppe von einer Gruppe Chawerim aus Schniebinchen in Wien einem Sammeltransport angeschlossen, die ab Spalato, Jugoslawien auf einem kleinen Seeschiff „Dora“ nach etwa 10-tägiger Fahrt unbehindert in Palästina landete; sogenannte erste illegale Sonderhachschara SH1
Minderheitenzählung
17.5.1939 Ruth Klonower registriert mit 122 Personen, 109 Chaluzim und Angestellten, registriert in Schniebinchen
17.5.1939 beide Eltern in Berlin, Hansaufer 8
Alija
5.12.1939 Ankunft von Ruth Klonower auf der SS GALILEA in Tel Aviv
29.1.1940 Ankunft von Schwester Hilde in Haifa nach Abschluß von Verhandlungen zwischen Sochnut (Jewish Agency) und britischer Mandatsregierung; Alija Beth auf der SS HILDE
1.11.1940 Ankunft der Eltern auf der SS PACIFIC in Haifa; Überlebende der PATRIA-Katastrophe; Vater Kurt gibt in Camp Atlith seinen Schwager Bruno Kuttner in Tel Aviv und seine Tochter Hilde Reilinger im Kibbuz Shamir, Haifa als Referenzen an.
Gedenken –
Quellen
https://www.mappingthelives.org
Deutsche Minderheiten-Volkszählung 1939
https://collections.arolsen-archives.org/de/document/11213397
Staatsarchiv Israel, Mandat zur Einbürgerung in Palästina, 1937-1947
https://yvng.yadvashem.org/index.html?language=de
Peter W. Lande, Jewish „Training“ Centers in Germany, Manuskript von 1978 im Bestand des Centers for Jewish History
https://digipres.cjh.org/delivery/DeliveryManagerServlet?dps_pid=FL4311316
Genealogie Website My Heritage