Lore Lina Neuhaus
*10.1.1921 in Gotha; ✡ ?
Staatsangehörigkeit deutsch
Religion jüdisch
Vater Louis Jekutiel Neuhaus *20.2.1880 in Nentershausen; ✡18.10.1944 Auschwitz
Heirat der Eltern 7.8.1919 in Gotha
Mutter Martha Wachtel *6.5.1890 in Gotha; ✡ 18.10.1944 Auschwitz
Großeltern Leib Neuhaus *1852 inNentershausen; Johanna Rosenblatt*Stadtlengsfeld
Großeltern Adolf und Lina Wachtel
Geschwister –
Beruf Landwirtschaftliche Praktikantin; Näherin
Adressen Gotha, Waltershäuser Str. 16
Heirat 13.5.1946 in Amsterdam mit Samuel Boleslawski *15.1.1914 in Lodz
Kinder ?
Weiterer Lebensweg
1932 Vater Louis Vorsitzender des Gemeindevereins(Gutsinspektor, Prokurist)
Landwerk Halbe
1936-1938 Lore Neuhaus zur Hachschara im Landwerk Halbe
Landwerk Halbe Jüdische Mustersiedlung und Landerziehungsheim Halbe (1919-1926) und Landwerk Halbe (1934-1938) für die Mittlere Hachschara (14-17 Jahre), in Trägerschaft des Makkabi wie auch Ahrensdorf und Freienstein
Leiter Friedrich Perlstein
Das zweigeschossige Hauptgebäude verfügte im Erdgeschoss über einen Speisesaal für ca. 60 Personen, die Küche und den Schlafsaal der Mädchen, im Obergeschoss befanden sich Schlafräume und ein Waschraum. Das Haus auf der anderen Straßenseite beherbergte das Büro und Perlsteins Wohnung. In einer weiteren Baracke wohnten die „Umschichtler“ der „Älteren-Hachschara“. Die Felder mit den Ställen waren über einen Kilometer entfernt.
1938 wirkte Alex Moch an der ersten Abschlussprüfung im jüdischen Landwerk Halbe (Brandenburg) mit, gemeinsam mit dessen Leiter Friedrich Perlstein sowie Martin Gerson, dem Leiter der Hachschara Ausbildungsstätte Gut Winkel in Brandenburg, die beide Diplom-Landwirte waren. Die neun Lehrlinge aus dem Jugendbund Makkabi Hazair hatten nach ihrer zweijährigen Ausbildung in Halbe eine schriftliche Klausurarbeit zu verfassen, ein Fachtagebuch vorzulegen, ihre praktischen Fertigkeiten in Acker- und Pflanzenbau, Viehhaltung, Obst- und Gemüsebau nachzuweisen, und wurden mündlich in Bodenkunde, Düngung, Botanik, Pflanzenschutz sowie betriebswirtschaftlichen Kenntnissen geprüft.
16.8.1938 Lore Neuhaus von Gotha nach Amsterdam

Novemberpogrom
10.11.1938 Vater Louis verhaftet und mit insgesamt 52 jüdischen Bürgern in das Gothaer Gefängnis gesperrt; von diesen werden am Morgen 27 freigelassen.

10.11.1938 25 Männer werden in das KL Buchenwald deportiert; Louis Neuhaus bekommt die Häftlingsnummer 21720, Cousin Kurt Neuhaus die Nr. 20721


27.11.1938 Entlassung des Vaters aus dem KL Buchenwald
Niederlande
16.8.1938 Lore Neuhaus von Gotha nach Amsterdam
20.2.1939 beide Eltern nach Amsterdam
Lore Neuhaus als Näherin für den Joodse Raad
Vater Louis als Mitarbeiter in der Verwaltung des Joodse Raad
Kamp Westerbork – Theresienstadt – Auschwitz
5.8.1943 Einweisung von Lore Neuhaus mit den Eltern in das polizeiliche Judendurchgangslager Westerbork

18.1.1944 Lore Neuhaus mit den Eltern auf dem Transport XXIV/2 mit 870 Juden von Westerbork ins Ghetto Theresienstadt

16.10.1944 beide Eltern auf dem Transport E r von Theresienstadt nach Auschwitz – Birkenau
Nachkriegszeit
16.7.1945 Rückkehr in die Niederlande
Rückkehr nach Amsterdam
13.5.1946 Heirat mit Samuel Boleslawski in Amsterdam
Alija


23.7.1946 Ankunft von Lore Lina und Schmuel Boleslawski in Haifa auf der SS ANDRE-LEBON
Gedenken
27.2. 2019 Stolpersteine für Louis, Martha und Lore Neuhaus in Gotha, Waltershäuser Str. 16
30.11.1955 Pages of Testimony für Louis und Martha Neuhaus von Lore Boleslawski
Quellen
Deutsche Minderheiten-Volkszählung 1939
https://archief.amsterdam/indexen/persons?ss=%7B%22q%22:%22Neuhaus%20Lore%201921%22%7D
https://archief.amsterdam/indexen/persons?ss=%7B%22q%22:%22Neuhaus%201880%22%7D
https://apps.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de1001888
https://apps.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de1002009
https://collections.arolsen-archives.org/de/document/5105739
https://collections.arolsen-archives.org/de/document/130346912
https://collections.arolsen-archives.org/de/document/130346913
https://collections.arolsen-archives.org/de/document/5278159
https://collections.arolsen-archives.org/de/document/5105740
https://yvng.yadvashem.org/index.html?language=de
https://de.wikipedia.org/wiki/Landwerk_Halbe
https://objekte.jmberlin.de/gperson/jmb-pers-42895
Peter W. Lande, Jewish „Training“ Centers in Germany, Manuskript von 1978 im Bestand des Centers for Jewish History
https://digipres.cjh.org/delivery/DeliveryManagerServlet?dps_pid=FL4311316