Neuhaus Louis

Louis Jekutiel Neuhaus

*20.2.1880 in Nentershausen; ✡18.10.1944 Auschwitz

Staatsangehörigkeit deutsch

Religion jüdisch

Vater Levi Leib Cappel Neuhaus *25.5.1852 in Nentershausen; ✡13.4.1898 Nentershausen

Heirat der Eltern 25.7.1877

Mutter Hitzel Johanna Rosenblatt *22.6.1855 Stadtlengsfeld

Geschwister

Michael Moritz Neuhaus *3.7.1878; ✡8.7.1930 in Gotha; oo Thekla Neumann

Jacob Leib Neuhaus (*1882)

Rebekka Neuhau (*1885)

Leopold Lein Neuhaus (*1887)

Karl Leib Neuhaus (*1889)

Beruf Gutsinspektor, Prokurist

Adressen Gotha, Waltershäuser Str. 16

Heirat 7.8.1919 in Gotha Martha Wachtel *6.5.1890 in Gotha; ✡ 18.10.1944 Auschwitz

Schwiegereltern Adolf und Lina Wachtel

Kinder

Lore Neuhaus*10.1.1921 in Gotha; ✡ ?; oo Samuel Boleslawski (*15.1.1914 in Lodz)

Weiterer Lebensweg

Louis Neuhaus war Prokurist des jüdischen Bekleidungsunternehmens „Rosenblatt“ in Gotha.

1932 Louis Neuhaus Vorsitzender des Gemeindevereins(Gutsinspektor, Prokurist)

Landwerk Halbe

1936-1938  Tochter Lore Neuhaus zur Hachschara im Landwerk Halbe

Landwerk Halbe (1934-1938) für die Mittlere Hachschara (14-17 Jahre), in Trägerschaft des Makkabi wie auch Ahrensdorf und Freienstein; Leiter in Halbe Friedrich Perlstein

1938 wirkte Alex Moch an der ersten Abschlussprüfung im jüdischen Landwerk Halbe (Brandenburg) mit, gemeinsam mit dessen Leiter Friedrich Perlstein sowie Martin Gerson, dem Leiter der Hachschara Ausbildungsstätte Gut Winkel in Brandenburg, die beide Diplom-Landwirte waren. Die neun Lehrlinge aus dem Jugendbund Makkabi Hazair hatten nach ihrer zweijährigen Ausbildung in Halbe eine schriftliche Klausurarbeit zu verfassen, ein Fachtagebuch vorzulegen, ihre praktischen Fertigkeiten in Acker- und Pflanzenbau, Viehhaltung, Obst- und Gemüsebau nachzuweisen, und wurden mündlich in Bodenkunde, Düngung, Botanik, Pflanzenschutz sowie betriebswirtschaftlichen Kenntnissen geprüft.

16.8.1938 Tochter Lore Neuhaus nach der Abschlussprüfung von Gotha nach Amsterdam

Novemberpogrom

10.11.1938 Louis Neuhaus verhaftet und mit insgesamt 52 jüdischen Bürgern in das Gothaer Gefängnis gesperrt; von diesen werden am Morgen 27 freigelassen.

10.11.1938 25 Männer werden in das KL Buchenwald deportiert;

Louis Neuhaus bekommt die Häftlingsnummer 21720, Neffe Kurt Neuhaus die Nr. 20721

27.11.1938 Entlassung von Louis Neuhaus aus dem KL Buchenwald

Niederlande

16.8.1938 Lore Neuhaus von Gotha nach Amsterdam

20.2.1939 beide Eltern nach Amsterdam

Lore Neuhaus als Näherin für den Joodse Raad

12.12.1940 Umzug nach Apeldoorn

8.5.1941 Rückkehr nach Amsterdam

Louis Neuhaus als Mitarbeiter in der Verwaltung des Joodse Raad zunächst vor Deportation gesperrt

Kamp Westerbork – Theresienstadt – Auschwitz

5.8.1943 Einweisung von Louis und Martha Neuhaus mit Tochter Lore in das polizeiliche Judendurchgangslager Westerbork

18.1.1944 Louis und Martha Neuhaus mit Tochter Lore auf dem Transport XXIV/2 mit 870 Juden von Westerbork ins Ghetto Theresienstadt

16.10.1944 Louis und Martha Neuhaus auf dem Transport E r von Theresienstadt nach Auschwitz – Birkenau

Tod in Auschwitz

Nachkriegszeit

16.7.1945 Rückkehr von Tochter Lore in die Niederlande

Rückkehr nach Amsterdam

13.5.1946 Heirat von Tochter Lore mit Samuel Boleslawski in Amsterdam

Alija

23.7.1946 Ankunft von Lore Lina und Schmuel Boleslawski in Haifa auf der SS ANDRE-LEBON

Gedenken

27.2. 2019 Stolpersteine für Louis, Martha und Lore Neuhaus in Gotha, Waltershäuser Str. 16

30.11.1955 Pages of Testimony für Louis und Martha Neuhaus von Lore Boleslawski

Quellen

Deutsche Minderheiten-Volkszählung 1939

https://archief.amsterdam/indexen/persons?ss=%7B%22q%22:%22Neuhaus%20Lore%201921%22%7D

https://archief.amsterdam/indexen/persons?ss=%7B%22q%22:%22Neuhaus%201880%22%7D

https://apps.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de1001888

https://apps.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de1002009

https://collections.arolsen-archives.org/de/document/5105739

https://collections.arolsen-archives.org/de/document/130346912

https://collections.arolsen-archives.org/de/document/130346913

https://collections.arolsen-archives.org/de/document/5278159

https://collections.arolsen-archives.org/de/document/5105740

https://yvng.yadvashem.org/index.html?language=de

https://de.wikipedia.org/wiki/Landwerk_Halbe

https://objekte.jmberlin.de/gperson/jmb-pers-42895

Peter W. Lande,  Jewish „Training“ Centers in Germany, Manuskript von 1978 im Bestand des Centers for Jewish History

https://digipres.cjh.org/delivery/DeliveryManagerServlet?dps_pid=FL4311316

Veröffentlicht von Franz-Josef Wittstamm

Geboren 31. Mai 1951 in Recklinghausen Gymnasium Petrinum 1961 bis Abitur1970 Studium der Humanmedizin in Bochum Approbation 1981 Promotion1982 Facharzt für Innere Medizin, Kardiologie, Intensivmedizin Im Ruhestand seit 2016

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