
Heinz Efraim Erich Schleyer
*28.11.1922 in Ohlau, Breslau; ✡ 3.9.1983 in San Matteo
russisch, staatenlos
Religion jüdisch
Vater Hugo Schleyer *11.9.1885 in Ohlau; ✡1951 San Francisco
Mutter Julia Weissblum *26.8.1897 in Zerkow; ✡ Mai 1983 San Francisco
Geschwister
Beruf –
Adressen -; Schniebinchen, Sorau
Heirat Käthe Toch *12.5.1923 in Wien
10.3.1946 Scheidung

Heirat Malka Igre *18.11.1922 in Lemberg; ✡1.10.2015 San Francisco
Schwager Hersch Igre * 30.4.1909 in Lemberg; ✡2005 in Haifa
Kinder
Jutta Schleyer
Weiterer Lebensweg
Hachschara Lehrgut Schniebinchen
Heinz Schleyer zur Hachschara in das Lehrgut Schniebinchen
Gut Schniebinchen war ein zuletzt dem Apotheker Otto Kaesbach gehörendes Landgut von 1117 Morgen bei Sorau/ Sommerfeld in der Niederlausitz. Kaesbach produzierte hier nach Aufgabe der Landwirtschaft Arzneimittel wie das Sexmittel Okasa. Seine geschiedene Ehefrau Martha Kaesbach stellte als Verwalter Herrn von Horn ein. Die zum Gutsbesitz gehörige Wassermühle „Jessener Mühle“ verkaufte Kaesbach 1929 an die Familie Lichting; auch hier entstand später ein Hachscharalager.
1933/34 Abschluss eines Pachtvertrages über 180 RM pro Monat mit dem Jüdischen Jugendbund Habonim Noar Chaluzi (Bauleute). Der offizielle Briefkopf lautete: Jüdische Jugendhilfe Schniebinchen über Sommerfeld, Niederlausitz, Telefon Niewerle Nr. 11
Später lag die Verwaltung reichsweit bei der Ssochnuth (Sochnut, hebräisch הַסּוֹכְנוּתִ היְּהוּדִית לְאֶרֶץ יִשְׂרָאֵל ha-Sochnut ha-Jehudit le-Erets Jisra’el, ‚Jewish Agency‘ auch ‚Jüdische Agentur für das Land Israel‘)
Leiter von Schniebinchen war Dr. Alfred Cohn (April-Sept 1939); ab September 1939 wurden Ludwig Kuttner und Fanny Bergas als Wirtschaftsleiterin dessen Nachfolger. Cohn und Kuttner waren zuvor zuvor Lehrer an der Privaten Waldschule Kaliski in Berlin. Lotte Kaiser und Lotte Adam hatten die pädagogische Leitung. Das Verhältnis Jungen/Mädchen lag bei 60/40. Für Mädchen stand vor allem Hausarbeit wie Kochen, Backen, Nähen und Stricken auf dem Plan.
10.11.1938 in der Pogromnacht wird das Lager für einige Tage von örtlicher SA besetzt, die aber keine Misshandlungen an den Bewohner begeht.
Ab April 1939 war Jenny Rosenbaum später Aloni Jugendleiterin, bevor auch sie im November nach Palästina auswanderte. Sie berichtet von ihrer Ankunft:
„Auf dem Zaun ein Papagei. Ein lebendiger Papagei. Er heißt Laura. … Papagei Laura rief im Vorübergehen jedem zu: „Heil Hitler Schalom“.
März 1939 eine erste Alija beth Gruppe von einer Gruppe Chawerim aus Schniebinchen in Wien einem Sammeltransport angeschlossen, die ab Spalato, Jugoslawien auf einem kleinen Seeschiff „Dora“ nach etwa 10-tägiger Fahrt unbehindert in Palästina landete; sogenannte erste illegale Sonderhachschara SH1

14.2.1939 Passausstellung für Heinz Schleyer in Ohlau
Minderheitenzählung
17.5.1939 Heinz Schleyer registriert mit 122 Personen, 109 Chaluzim und Angestellten in Schniebinchen
17.10.1939 Einschiffung in Triest
22.10.1939 Ankunft in Haifa mit einem Studentenzertifikat der Jugendalija der Kategorie B(III)

4.2.1940 Einreise von Käthe Toch über den Landweg die Libanon-Palästina-Grenze bei Ras-en-Nakura
10.3.1946 Scheidung von Käthe Toch
15.4.1946 Einbürgerung in Palästina
15.5.1946 noch Fahrer in der Palestinian Company der Royal Army
USA

9.-23.3.1956 Heinz, Malka und Jutta Schleyer auf der SS ZION von Haifa nach New York

1.5.1962 Einbürgerung in San Francisco
Gedenken
–
Quellen
https://www.mappingthelives.org
Deutsche Minderheiten-Volkszählung 1939
Staatsarchiv Israel, Mandat zur Einbürgerung in Palästina, 1937-1947
Passenger and Crew Lists of Vessels Arriving at New York, New York, 1897-1957 (National Archives Microfilm Publication T715, roll 8699); Records of the Immigration and Naturalization Service, Record Group 85
https://yvng.yadvashem.org/index.html?language=de
Peter W. Lande, Jewish „Training“ Centers in Germany, Manuskript von 1978 im Bestand des Centers for Jewish History
https://digipres.cjh.org/delivery/DeliveryManagerServlet?dps_pid=FL4311316
Genealogie Website My Heritage