Weissmann Regina

Regina Weissmann

*16.3.1921 in Karlsruhe

Staatsangehörigkeit polnisch, staatenlos

Religion jüdisch

Vater Moses Max Weissmann

Mutter Rosa Ruchel Tuchmann *30.11.1900 in Kolbuszowa; Belgien; ✡? Gurs? Drancy?

Tante Chana geb. Spielmann oo Simon Weismann gesch. Reiter*23.9.1890in Kolbuszowa

Geschwister

Hermann Weissmann *8.10.1915 in Karlsruhe; ✡25.2.1984 in Karlsruhe

Cousin Siegfried Weissmann *23.2.1928 in Karlsruhe; ✡1943 in Sobibor

Beruf

Adressen Karlsruhe, Leopoldstraße 2 a, Herrenstr. 22; Schniebinchen, Sorau

Heirat

Kinder

Weiterer Lebensweg

1934 Bruder Hermann emigriert nach Palästina; Rückkehr 1967

April 1939 die Eltern verkaufen das Haus Sedanstraße 8 in Karlsruhe für 18000 RM

Hachschara Lehrgut Schniebinchen

1939 Regina Weissmann zur Hachschara in das Lehrgut Schniebinchen

Gut Schniebinchen war ein zuletzt dem Apotheker Otto Kaesbach gehörendes Landgut von 1117 Morgen bei Sorau/ Sommerfeld in der Niederlausitz. Kaesbach produzierte hier nach Aufgabe der Landwirtschaft Arzneimittel wie das Sexmittel Okasa. Seine geschiedene Ehefrau Martha Kaesbach stellte als Verwalter Herrn von Horn ein. Die zum Gutsbesitz gehörige Wassermühle „Jessener Mühle“ verkaufte Kaesbach 1929 an die Familie Lichting; auch hier entstand später ein Hachscharalager.

1933/34 Abschluss eines Pachtvertrages über 180 RM pro Monat mit dem Jüdischen Jugendbund Habonim Noar Chaluzi (Bauleute). Der offizielle Briefkopf lautete: Jüdische Jugendhilfe Schniebinchen über Sommerfeld, Niederlausitz, Telefon Niewerle Nr. 11

Später lag die Verwaltung reichsweit bei der Ssochnuth (Sochnut, hebräisch הַסּוֹכְנוּתִ היְּהוּדִית לְאֶרֶץ יִשְׂרָאֵל ha-Sochnut ha-Jehudit le-Erets Jisra’el, ‚Jewish Agency‘ auch ‚Jüdische Agentur für das Land Israel‘)

Leiter von Schniebinchen war Dr. Alfred Cohn (April-Sept 1939); ab September 1939 wurden Ludwig Kuttner und Fanny Bergas als Wirtschaftsleiterin dessen Nachfolger. Cohn und Kuttner waren zuvor zuvor Lehrer an der Privaten Waldschule Kaliski in Berlin. Lotte Kaiser und Lotte Adam hatten die pädagogische Leitung. Das Verhältnis Jungen/Mädchen lag bei 60/40. Für Mädchen stand vor allem Hausarbeit wie Kochen, Backen, Nähen und Stricken auf dem Plan.

10.11.1938 in der Pogromnacht wird das Lager für einige Tage von örtlicher SA besetzt, die aber keine Misshandlungen an den Bewohner begeht.

Ab April 1939 war Jenny Rosenbaum später Aloni Jugendleiterin, bevor auch sie im November nach Palästina auswanderte. Sie berichtet von ihrer Ankunft:

„Auf dem Zaun ein Papagei. Ein lebendiger Papagei. Er heißt Laura. … Papagei Laura rief im Vorübergehen jedem zu: „Heil Hitler Schalom“.

März 1939 eine erste Alija beth Gruppe von einer Gruppe Chawerim aus Schniebinchen in Wien einem Sammeltransport angeschlossen, die ab Spalato, Jugoslawien auf einem kleinen Seeschiff „Dora“ nach etwa 10-tägiger Fahrt unbehindert in Palästina landete; sogenannte erste illegale Sonderhachschara SH1

Minderheitenzählung

17.5.1939 Regina Weissmann registriert mit 122 Personen, 109 Chaluzim und Angestellten in Schniebinchen

1939 Liste der noch in Karlsruhe ansässigen Juden

5.7.1941 behördliche Anordnung zur Auflösung der Hachschara-Lager; Umbenennung „Jüdisches Ar­beitseinsatzlager“

31.7.1941 Auflösung Schniebinchen, Ludwig Kuttner und seine Familie und eine Gruppe von Jugendlichen gehen ins Lager Paderborn, Fanny Bergas und andere ins Landwerk Neuendorf.

Flucht nach Shanghai

Keine weiteren Daten bisher verfügbar

Ghetto Riga

21.1.1942 Tante Chana ab Leipzig über Dresden ins Ghetto Riga

19.7.1944 Ankunft im KL Stutthof

Jüdisches Waisenhaus Den Haag – Kamp Westerbork – Sobibor

1939 CousinSiegfried Weissmann mit Kindertransport nach Den Haag; er wird im Jüdischen Waisenheim des Vereins „Ezer Jatom“ in der Pletterijstraat untergebracht.

6.3.1939 Razzia im Waisenheim, die Kinder und das Personal wird verhaftet und in das Polizeiliche Judendurchgangslager Westerbork deportiert

20.7.1943 Siegfried Weissmann aus Westerbork in das KL Sobibor

Gedenken

17.11.1999 Pages of Testimony für Rose und Max Weissmann von Nichte Roslyn Rosenblatt

Quellen

https://www.mappingthelives.org

Deutsche Minderheiten-Volkszählung 1939

https://apps.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de989484

https://apps.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de989508

https://apps.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de989516

https://www.deutsche-digitale-bibliothek.de/item/BLZI475JVWP2JTJT7UPOY7ZBSN3PXGQS

Staatsarchiv Israel, Mandat zur Einbürgerung in Palästina, 1937-1947

https://genealogyindexer.org/view/1939Shanghai/122

https://yvng.yadvashem.org/index.html?language=de

http://www.joodsmonument.nl/en/page/142969/siegfried-weissmann

Peter W. Lande,  Jewish „Training“ Centers in Germany, Manuskript von 1978 im Bestand des Centers for Jewish History

https://digipres.cjh.org/delivery/DeliveryManagerServlet?dps_pid=FL4311316

Genealogie Website My Heritage

Veröffentlicht von Franz-Josef Wittstamm

Geboren 31. Mai 1951 in Recklinghausen Gymnasium Petrinum 1961 bis Abitur1970 Studium der Humanmedizin in Bochum Approbation 1981 Promotion1982 Facharzt für Innere Medizin, Kardiologie, Intensivmedizin Im Ruhestand seit 2016

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