
Gerrit Gerson Philipp Goudsmit
*5.6.1923in Groningen; ✡ 19.4.1969 Jokneam
Staatsangehörigkeit deutsch, staatenlos
Religion jüdisch
Vater Louis Goudsmit *15.5.1894 in Groningen; ✡ 31.12.1942 in Auschwitz
Mutter Marianne Springer *12.11.1900 Amsterdam; ✡3.12.1942 in Auschwitz
Geschwister
Hendrina Goudsmit *28.9.1921 in Groningen; ✡ 8.9.1943 in Auschwitz; oo 1942 Emanuel Kats
Abraham Goudsmit *21.2.1926 in Groningen; ✡ 10.9.1943 in Auschwitz
Bernard Goudsmit *22.3.1932 in Groningen; ✡ 1.12.1943 in Auschwitz

Robert Goudsmit *19.12.1934 in Haren; ✡ 3.12.1942 in Auschwitz
Beruf Landwirtschaftlicher Praktikant
Adressen Groningen, J:A: Feithstraat 26 ; Catharinahoeve in Gouda –
Heirat Brigitte Meyer *3.2.1924 in Berlin
Kinder
Rolf Louis Goudsmit *8.8.1944 in Bergen Belsen; ✡14.5.1945 in Tröbitz
Micky Miriam Goudsmit; oo Dany Dovrin
Dany Telem Goudsmit; ooLea Jechiel
Karen Goudsmit; oo Dov Perl
Gabriela Goudsmit; oo Eli Goldhaar
Weiterer Lebensweg
Hachschara-Jeugdfarm Catharinahoeve in Gouda
Das ab Oktober 1937 bestehende Hachscharalager Catharinahoeve in Gouda wurde möglich durch eine Schenkung/Legat über 80000 Gulden von Catharina van Zon. Die Jeugdfarm diente der Mittleren Hachschara für 14-17-Jährige. Als Betriebsleiter wurde J. Middelburg eingestellt. Ab 1940 lag die Verantwortung bei der Joodse Centrale voor Beroepsopleiding JCB. Die Leitung der Gruppe übernahm das Ehepaar Dr. Manfred Litten und Shoshana Jansje Litten-Serlui zuvor Danzig.

Erich Fleischhacker, Herbert Baer, Bram Goudsmit, Ellen Soeme, Roza Pinkhof, Edith Faierstein, Ernst Hirsch
Mitte v.l. Fritz Heinemann, Ies Goudsmit, Chana de Leeuw, Siegmund Elsen, Bernd Abbi Mayer, Sieg Weijs
Oben v.l. Jettie Aalsvel, Shoshana Litten mit Sohn Gideon, Heddy Worens, De Raw, Walter Schaefer, Manfred Rolf Litten, Dolf Engam, Gery Goudsmit, Manfred Samson, Knoll
Werkkampen -jüdische Arbeitslager
Im September 1940 wurden im Zuge der Arbeitsbereitstellung durch das Reichsamt für Arbeitserweiterung „Werkkampen“ errichtet.
Ab September 1942 dienten diese Lager als jüdisches Arbeitslager und Puffer für das Lager Westerbork.
Oktober 1942 Auflösung aller jüdischer Arbeitslager
Kamp Westerbork
3.-5.10.1942 Registrierung der in das Lager Westerbork eingewiesenen jüdischen Zwangsarbeiter; die bislang nicht internierten Ehefrauen durch Razzien gesucht und ebenfalls nach Westerbork verbracht; innerhalb weniger Tage wächst die Belegung des Lagers von 3000 auf über 15000.
3.-5.10.1942 Emanuel Kats aus einem der Werkkampen eingewiesen in das polizeiliche Judendurchgangslager Westerbork

12.11.1942 Gerrit Goudsmit sowie Schwester Hendrina, die Eltern und Brüder eingewiesen in Westerbork

14.11.1942 Heirat von Schwester Hendrina mit Emanuel Kats in Westerbork
30.11.1942 beide Eltern und die Brüder Abraham, Bernard, Robert Goudsmit auf dem Transport von Westerbork nach Auschwitz
31.1.1943 Brigitte Meyer vom KL Vught nach Westerbork
7.9.1943 Schwester Hendrina und Ehemann Emanuel Kats auf dem Transport von Westerbork nach Auschwitz
Sternlager Bergen-Belsen
11.-12.1.1944 Gerrit und Brigitte Goudsmit auf dem dritten Transport von 1037 Austauschjuden von Westerbork nach Bergen-Belsen
Ab dem 14.9.1943 bis 19.5.1944 kamen etwa 3572 Häftlinge aus Westerbork in sieben Transporten direkt nach Bergen-Belsen, unter anderem Juden mit doppelten Staatsbürgerschaften, Diamantschleifer mit ihren Familien und diejenigen, die auf einer Einreiseliste für Palästina standen.
Die „Austauschjuden“ kommen in das Sternlager Bergen-Belsen, einem vom eigentlichen Konzentrationslager abgetrennten Bereich; sie dürfen weiterhin ihre Zivilkleidung mit dem „Stern“ tragen.
8.8.1945 Geburt von Sohn Rolf Louis Goudsmit in Bergen Belsen
Die drei Austausch-Transporte Ziel Theresienstadt
6.-11.4.1945 Die Lager-SS schickt 6800 Austauschgeiseln aus dem Sternlager
Bergen-Belsen auf drei Transportzügen mit dem Ziel Theresienstadt.
6.4.1945 Abfahrt des ersten Transport von 2500 Geiseln, davon aber nur 12 Französinnen
13.4.1945 der Zug kommt in Farsleben in der Nähe von Magdeburg zum Stehen und wird von der US Army befreit.
9.4 – 21.4.1945 der zweite Zug mit 1712 Juden erreicht als einziger das Ziel Theresienstadt
Der Verlorene Zug
9.4.1945 2400 Gefangene des Austauschlager Bergen-Belsen, darunter 300 kranke Ungarn werden an der Bahnstation Bergen in den bereitstehenden Zug eingewiesen. Eineinhalb Tage lang warten Gerrit, Brigitte und Rolf Goudsmits in den überfüllten Waggons.
10.-23.4.1945 Irrfahrt des dritten, des „verlorenen Zuges“ mit 2400 Menschen endet an der gesprengten Elsterbrücke; Ankunft Tröbitz, es wütet ein Fleckfieber-Ausbruch, während der Fahrt sterben 198 Menschen
Befreiung von Gerrit, Brigitte und Rolf Goudsmits durch die 1. Ukrainische Front der Roten Armee, General Tschukow
In den nächsten acht Wochen nach der Befreiung starben in Tröbitz weitere 300 Deportierte am grassierenden Fleckfieber.

14.5.1945 Tod von Sohn Rolf Louis Goudsmit in Tröbitz
Nachkriegszeit
7/1945 sind viele der Tröbitz-Überlebenden im Rückkehrer-Sammellager Abtei St. Benediktusberg in Mamelis Vaals
Gedenken
Sohn Rolf Louis in Tröbitz begraben 1. Reihe Nr. 40, an ihn wird auf der Gedenktafel erinnert
30.8.2012 neun Stolpersteine in Gouda, Ridder van Catsweg 61 für Manfred und Jansje Litten, Jettie Aalsvel, Abraham Hamburger, Martijn Koppel, Leib Laub, Ernst Oppenheim, Henriëtte Roos, Isi „Itsche“ Tiefenbrunner
Sechs Stolpersteine in Groningen für die Eltern, Hendrina, Abraham, Bernard und Robert Goudsmit
Quellen
https://collections.arolsen-archives.org/de/document/130296554
https://collections.arolsen-archives.org/de/document/130296686
Mirjam Pinkhof, De Jeugdalijah van het Paviljoen Loosdrechtsche Rade, 1998
Frans van der Straaten, Om nooit te vergeten. Herinneringen en belevenissen aan/van Palestina-Pioniers in Nederland gedurende de oorlogsjaren 1939-1945
https://collections.yadvashem.org/en/documents/3655767
https://www.gfh.org.il/eng/Archive
Staatsarchiv Israel, Mandat zur Einbürgerung in Palästina, 1937-1947
https://yvng.yadvashem.org/index.html?language=de
Peter W. Lande, Jewish „Training“ Centers in Germany, Manuskript von 1978 im Bestand des Centers for Jewish History
https://digipres.cjh.org/delivery/DeliveryManagerServlet?dps_pid=FL4311316
https://www.mappingthelives.org
Deutsche Minderheiten-Volkszählung 1939
Genealogie- Website My Heritage