Salomon Falk

Falk Salomon

*27.10.1876 in Breslau; ✡ 18.9.1940 in Willesden, London

Staatsangehörigkeit deutsch

Religion jüdisch

Vater Meyer Salomon *15.2.1846; ✡ 17.1.1907

Heirat der Eltern

Mutter Amalie Rawitsch *8.7.1842 in Breslau; ✡28.1.1921 in Braunschweig

Geschwister

Dorothea Salomon *22.12.1874 in Breslau; 2.4.1942 in Trawniki; oo Georg Löwenthal

Adressen Breslau; Regensburg, Weißenburgstraße 31

Beruf Bezirksrabbiner von Regensburg

Heirat 29.16.1916 in Berlin Erna Engel

Kinder

Weiterer Lebensweg

Studium in Berlin und Breslau

1909 bis 1912 Rabbiner in Lauenburg, Pommern

25.9.1912 Artikel im „Frankfurter Israelitischen Familienblatt“:

„Bayreuth. Rabbiner Dr. Salomon, bisher in Lauenburg (Lębork) in Pommern, ist in sein hiesiges Amt feierlichst eingeführt worden.“

25.9.1912 Allgemeine Zeitung des Judentums

1912 bis 1936 Rabbiner in Bayreuth, zuletzt Distriktrabbiner

1936-1939 Bezirksrabbiner in Regensburg

Beth Chaluz Regensburg

Das Beth Chaluz in Regensburg, Weißenburgstraße 31 war ein Hachschara-Wohnheim des Hechaluz, auch „Praktikantenheim“ genannt. Es bestand zumindest seit 1936 im Gebäude der jüdischen Gemeinde, wo auch Falk Salomon wohnte

Zu der Hechaluz-Gruppe gehörten auch Ernst Levy aus Regensburg und Fritz Strauß aus Selters, der aber in Regensburg in der Spiegelgasse 4 wohnte.

Novemberpogrom in Regensburg

Am 9./10.11.1938 wurde auch das Beth Chaluz Regensburg überfallen.

10.11.1938 verhaftet mit etwa 70 jüdischen Männern, sie wurden auf dem NSKK-Gelände festgehalten und mussten vormittags „Morgensport“-Übungen machen.

10.11.1938 Es folgte der „Schandmarsch durch die Regensburger Altstadt zum Bahnhof. Auf Lastwagen wurden 65 in „Schutzhaft“ genommene Juden ins Konzentrationslager Dachau, weitere aber auch in das Regensburger Gefängnis „Augustenburg“ verbracht.

10.11.1938 Salomon Falk gehörte zur ersten Gruppe der nach Dachau verbrachten Männer

11.11.1938 wurden vier weitere über 17-jährige Männer aus dem Beth Chaluz sowie Ernst Levy aus Regensburg und Fritz Strauß aus Selters in Dachau eingewiesen.

12.11.1938 fünf Chaluzim aus dem Beth Chaluz werden nach Dachau verbracht

16 Chaluzim und Rabbi Falk Salomon aus Regensburg in Dachau (nach Häftlingsnummer)

20131 Karl Michel, 20133 Willy Meier, 20143 Heinz Kurt Marcks, 20145 Hans Kroner, 20166 Heinrich Kästler, 20195 Falk Salomon, Rabbiner, 22594 Berthold Berkowicz, 22595 Bernhard Rosenberg, 22596 Waldemar Horn, 22597 Hans Wertheim, 22604 Fritz Strauß, 22606 Ernst Levy, 23182 Siegfried Berkowicz, 23183 Isaak Sapierstein, 23184 Rudolf Kästler, 23186 Erich Schlorch, 23187 Alfred Weiss

15.11.38 Entlassung von Salomon Falk aus dem KL Dachau; er sorgt dafür , dass die aus Bayreuth und Sulzburg stammenden Thorarollen nach Palästina geschickt werden.

Die Auflösung des Beth Chaluz

Einzelne Chaluzim gehen in ihre Heimatorte, andere wechseln in bestehende Hachscharastätten, so Fritz Strauß in das Lehrgut Ellguth in Schlesien.

12.4.1939 Brief von Jakob Farntrog aus Regensburg:

„Diese Woche … noch gehen Oberdorfer und Springer weg (Auf die ST LOUIS). Die letzten vom Bet Chaluts anfangs kommender Woche illegal nach Erets. Die Auswanderung geht ja im großen ganzen nur langsam vonstatten“

Gemeint ist hier vermutlich der erste „Sonderhachschara“ SH 1; Chaluzim aus ganz Deutschland kamen ab Wien in einem Sammeltransport nach Jugoslawien, Einschiffung in Spalato auf einem kleinen Schiff, der SS DORA, die nach etwa 10-tägiger Fahrt unbehindert in Palästina landete; sogenannte erste Alija Beth, illegale Sonderhachschara SH1

Nach 1938 diente das Gebäude in der Weißenburgstraße 31 als jüdisches Altersheim

Frühjahr 1939 Siegfried Berkowicz nach Schweden, Bruder Berthold nach Dänemark

Deutsche Volkszählung -Minderheitenzählung

17.5.1939 Falk und Erna Salomon noch im Gemeindehaus in Regensburg, Weißenburgstraße 31

17.5.1939 noch im Beth Chaluz in Regensburg, Weißenburgstraße 31 registriert die vier Ma’apilim Erna Margules, Isaak Sapierstein, Erich Schlorch und Karel Sokolski, die am 12.8.1939 auf der SS DORA am Strand von Shefayim nahe Tel Aviv mit Booten illegal ins Land gebracht werden

1939 Falk und Erna Salomon nach England

Zwischen November 1938 und August 1941 emigrierten noch 130 Juden aus Regensburg

18.9.1940 Tod von Falk Salomon in Willesden bei einem Fliegerangriff der deutschen Luftwaffe

Gedenken

Stolperstein in Regensburg für Falk Salomon

Quellen

https://collections.arolsen-archives.org/de/document/10742614

https://www.mappingthelives.org

Deutsche Minderheiten-Volkszählung 1939

https://www.myheritage.de

https://hachschara.juedische-geschichte-online.net/ort/12

https://yvng.yadvashem.org/index.html?language=de

https://digipres.cjh.org/delivery/DeliveryManagerServlet?dps_pid=FL4311316

Staatsarchiv Israel, Einwanderungslisten

Veröffentlicht von Franz-Josef Wittstamm

Geboren 31. Mai 1951 in Recklinghausen Gymnasium Petrinum 1961 bis Abitur1970 Studium der Humanmedizin in Bochum Approbation 1981 Promotion1982 Facharzt für Innere Medizin, Kardiologie, Intensivmedizin Im Ruhestand seit 2016

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