
Leo Arie Wolf
* 28.1.1924 in Trier; ✡ 29.10.2005 Ein Vered, Israel
Staatsangehörigkeit deutsch
Religion jüdisch
Vater Josef David Wolf *31.8.1882 in Mayen; ✡ 15.6.1943 in Ixelles
Heirat der Eltern 1912 in Saarwellingen
Mutter Lina Feldmann *30.1.1886 in Buttenhausen; ✡30.11.1941 in Riga Rumbula
Großeltern Wolf Feldmann und Jeannette Löwenthal
Großeltern Siegmund und Rosina Wolf
Tante Rosa Glaser geb. Feldmann; oo Hugo Glaser;
Geschwister
Elly Regina Wolf *1914 in Trier; ✡1916 in Trier
Ingeborg Wolf *13.9.1916 in Trier; ✡30.11.1941 in Riga Rumbula; Verlobter Ernst Markus
Beruf –
Adressen Trier; Köln; Berlin; Havelberg

Heirat Alice Blum *21.3.1929; ✡3.8.2009 Ein Vered Israel
Kinder
Irit Wolf; oo Zvulunov
Weiterer Lebensweg
April 1933 Vater zieht nach Köln, eröffnet dort das Schuhgeschäft Chasalla auf der Hohestraße
1933 Trennung der Eltern
Die Mutter Lina betreibt die zwei Schuhgeschäfte in Trier weiter bis zum Verkauf 1936
1936 Umzug der Mutter, Leo und Schwester Ingeborg nach Köln
Handwerkerschule in Köln

Leo Wolf bleibt in Köln, vermutlich in der jüdischen Handwerkerschule der Synagogengemeinde in der Utrechterstraße 6 und wohnt im Lehrlingsheim in der Agrippastraße. Die zionistische Jugendorganisation Hechaluz hatte das Lehrlingsheim 1934 übernommen. Die Ausbildungsstätten, zuvor extern, wie Schreinerwerkstatt und Schlosserei wurden in das Heim Utrechterstraße 6 verlegt.

Novemberpogrom
10.11.1938 Völlige Verwüstung des Schuhhaus Chasalla in Köln
Flucht des Vaters
November 1938 Flucht des Vaters nach Belgien
10.5.1938 Überfall der Wehrmacht auf Belgien;
Mai 1940 völkerrechtswidrige Abschiebung tausender deutscher Flüchtlinge als „feindliche Ausländer“ in die Internierungscamp des nicht besetzten Südfrankreich; Vater Josef kommt in das Lager St. Cyprien
Oktober 1940 Rückkehr des Vaters nach Brüssel
15.6.1943 Tod des Vaters im Hopital Civil d‘Ixelles
Umzug der Mutter
August 1939 Mutter Lina mit Tochter Ingeborg zu ihrer Schwester Rosa Glaser nach Berlin, Elberfelder Straße 29
Waldgehöft Havelberg
Waldgehöft, in Havelberg (besteht von 1934 -Sommer 1941)
Trägerschaft bis 1938: Hechaluz Jagdgehöft Barella
Minderheiten-Volkszählung
17.7.1939 56 jüdische Bewohner im Waldgehöft bei der Minderheitenzählung
Sommer 1939 Leo Wolf zur landwirtschaftlichen Hachschara ins Waldgehöft, auch Jagdgehöft Barella, Damlacker Weg, nördlich von Havelberg (1934-1941), Träger bis zum Pogrom November 1938 war der Hechaluz, dann die RVJD. Die frühere Jagdpacht gehörte dem jüdischen Rechtsanwalt Siegfried Freund, er war zunächst auch der Leiter. Es umfasste acht Hektar Land, eine kleine Villa, zwei Wohnhäuser, eine Werkstatt, einen Stall, Gewächshäuser und Schuppen. Bis zu 50 Chaluzim waren hier untergebracht
Nach dem September 1939 waren Nachfolger von Richard Horn als Betriebsleiter in Havelberg Siegfried Freund, Artur Posnanski, Alfred Selbiger, Heinz Berg und Hilde Nathan.

vorn links Uschi Abraham; vorn rechts Fred Overländer, Margot Joseph
außerdem die Frauen Lilo Rothenstein, Liddi Gerechter
eventuell im Bild: Horst Buchholz, Manfred Perlstein, Siegbert Dralek, Harry Skurnik, Hermann Pelikan, Leo Wolf
Alija

20.3.1940 Passausstellung in Perleberg, Westprignitz

4.4.1940 Ankunft von Leo Wolf ab Triest in Haifa auf der SS MARCO POLO zusammen mit seinen Chaluzim aus Havelberg Liddi Gerechter, Kurt Ingwer, Margot Joseph, Fred Oberländer
Alija Beth auf der SS PACIFIC
16.8.1940 Abreise der anderen Gruppenmitglieder zur Sonderhachschara VII nach Wien:
Uschi Abraham, Siegbert Dralek, Hermann Pelikan, Lilo Rothenstein, Harry Skurnik
Außerdem aus Havelberg Heinz Schwersenz
1.11.1940 Ankunft der SS PACIFIC in Haifa
25.11.1940 die Ma’apilim überleben den Untergang der SS PATRIA im Hafen von Haifa

24.9.1942 Eintritt in die RASC Royal Army Service Company
3.4.1943 Einbürgerung in Palästina
Rigaer Blut Sonntag
27.11.1941 Mutter Lina und Schwester Ingeborg auf dem Transport mit 1051 Berliner Juden nach Riga Skirotawa
30.11.1941 Rigaer Blut Sonntag, der gesamte Berliner Transport wird noch vor der Massenerschießung von etwa 15000 lettischen Juden aus dem Ghetto Riga in den Wald von Rumbula geführt und ermordet.
Gedenken
1.8.1956 Pages of Testimony für die Mutter Lina Wolf, Schwester Ingeborg und Vater Josef und zahlreiche weitere Verwandte von Arie Wolf
4.6.2022 Stolpersteine für die Mutter Lina Wolf, Schwester Ingeborg und Vater Josef in Berlin, Elberfelder Straße 29
Quellen
http://www.stolpersteine-berlin.de/de/elberfelder-strasse/29/lina-wolf
Deutsche Minderheiten-Volkszählung 1939
https://www.mappingthelives.org
https://www.jugend1918-1945.de/ND/default.aspx?root=29189&id=36954#prettyPhoto
https://yvng.yadvashem.org/index.html?language=de
Peter W. Lande, Jewish „Training“ Centers in Germany, Manuskript von 1978 im Bestand des Centers for Jewish History
https://digipres.cjh.org/delivery/DeliveryManagerServlet?dps_pid=FL4311316
https://collections.yadvashem.org/en/photos/collection/13069463