Peter Rosenberg
*18.6.1920 in Berlin; ✡ 25.8.1988 in Manhasset, Nassau County, NY
Staatsangehörigkeit deutsch
Religion jüdisch
Vater Siegbert Shlomo Rosenberg *10.12.1891 in Berlin; ✡? vor 1945
Mutter Erna Weisz/Weiss *10.11.1895 in Lüben, Schlesien; ✡ ? vor 1945
Geschwister
Heinz Dan Rosenberg *15.11.1923 in Berlin; 1942 Lieselotte Silberstein (1923-2008)
Beruf Gärtner; Elektroingenieur
Adressen Berlin; Jessen bei Sorau
Heirat 17.11.1941 in Haifa Rosa Oettinger *12.1.1923 in Berlin; ✡20.10.2009 in Plainview, Nassau County
Kinder
Dan Rosenberg *5.1.1944 Haifa; ✡4.4.2014 New Jersey
Ruth Rosenberg *1950; oo 1971 William Robeson
Weiterer Lebensweg
1939 Peter Rosenberg in Jessen Mühle
Jessen Mühle
Das Hachschara-Lehrgut Jessen Mühle bei Sorau in der Niederlausitz bestand in der Zeit von 1932 – 1943; Träger war die Jüdische Jugendhilfe. Hier wurden für jeweils etwa 30 Chawerim, jugendliche Pioniere des Hechaluz über einige Monate in verschiedenen handwerklichen Tätigkeiten, in Hauswirtschaft und in Landwirtschaft zur Vorbereitung auf die Alija ausgebildet (Erstausbildung und Mittlere Hachschara für 14-18 -Jährige)
1938 war Wolfgang Berger Leiter von Jessen Mühle
Polenaktion
28.10.1938 Bei der „Polenaktion“ wurden aus anderen Lagern polnischstämmige Chaluzim abgeschoben, nicht aber aus Jessen. So bleibt auch Berta Englard verschont. Brunhilde Hoffmann, später Dina Cohen kam im September 1938 nach Jessen, sie schreibt:
„In der Nacht vom 28. auf den 29. Oktober 1938 wurden im Rahmen der „Polenausweisung“ auch in Jessen Jugendliche und Erwachsene mit polnischer Staatsangehörigkeit verhaftet. … Wir haben Glück gehabt, denn der Bürgermeister von Jessen war sehr anständig und wir sind unbehelligt geblieben.“
Novemberpogrom
Die Gestapo-Nebenstelle in Forst verlangte die Schließung der beiden nur zwei Kilometer voneinander entfernten Lager in Schniebinchen und Jessen. Vom RSHA in Berlin wurde dem nicht stattgegeben, so dass der Betrieb bis zur Schließung 1941 weitergehen konnte.
6.11.1939 Verlegung der über 14 Jahre alten 23 Schüler aus dem Internat der Israelitischen Gartenbauschule Ahlem unter der Leitung von Musiklehrer Klaus Glücksmann und Gertrud Weil als Madrichim zur Hachschara nach Jessen-Mühle.
1939 -1941 Hans Wolfgang Cohn als Nachfolger von Wolfgang Berger Leiter des Hachscharazentrums Jessen-Mühle bei Sommerfeld in der Niederlausitz zusammen mit Gertrud Weil als Madrichim die Leiter von Jessen
Walter Keschner/Ze’ev Keschet schreibt über die Madrichim Hans Cohn und Trude Weil:
„Jessen Mühle 1940, der große Schlafsaal der Jungen, über dem Generator. Die Tür im Fußboden des oberen Stockwerkes öffnet sich, und die beiden Madrichim Trude Weil und Hawo kommen herunter aus dem Mädchenstockwerk, um uns gute Nacht zu wünschen. Es war nicht einfach nur ein Gute-Nacht-Wunsch, sondern es wurden jedem Chawer ein paar aufbauende Worte gesagt, kleinen Beichten zugehört – über Anpassungsschwierigkeiten, das gemeinschaftliche Leben, Dinge zwischen einem Jungen und einem Mädchen oder einfach so kurze tröstende Gespräche.“
Minderheiten-Volkszählung
17.5.1939 Peter Rosenberg mit der Mutter in Berlin Lichterfelde, Neuchateller Straße 3
17.6.1939 abgemeldet aus Berlin zur Emigration nach Palästina
Alija beth auf der SS HILDA – Sonderhachschara 4
12.10.1939 Bahnfahrt von Peter Rosenberg ab Berlin über Frankfurt und Passau nach Wien; die zweite Hälfte des Transportes kam von Breslau nach Wien
14.10. 1939 Ankunft in Wien, über die Schwarzmeerroute Bratislava, Budapest, Belgrad, Bukarest
6.11.1939 Ankunft in Sulina, Schwarzmeer-Hafen
26.11.1939 Abfahrt mit 729 Passagieren auf der SS HILDA
15.1.1940 hinter den Dardanellen von britischer Marine gestoppt und geentert
22.1.1940 Ankunft vor der Dreimeilen-Zone vor Haifa
24.1.1940 Britische Mandatsbehörden verweigern die Landung
29.1.1940 Ankunft Haifa nach Abschluss von Verhandlungen zwischen Sochnut (Jewish Agency) und britischer Mandatsregierung
29.1.1940 mit Bussen in das Internierungslager nach Athlit verbracht
16.2.1940 Registrierung von Peter Rosenberg in Athlit; er gibt den Rechtsanwalt Dr. Friedrich Landsberger, Schmargendorf, Hohenzollerndamm 47a als Referenz an , als Gemeindeältesten Rabbi Salomonski (Dokument D/1034/40/CHU)
18.2.1940 Entlassung der Frauen aus dem Lager
28.4.1940 Entlassung von Peter Rosenberg aus dem Lager Athlit

Er gibt Heinz Rosenberg als örtliche Kontaktadresse an.

17.11.1941 Heirat in Haifa mit Rose Oettinger
Gedenken
Quellen
https://www.ushmm.org/online/hsv/source_view.php?SourceId=19561
www.raoulwallenberg.net/general/ruth-kl-uuml-ger-mossad-le/
Rudolf Stern (Chawer aus Dortmund), Meine Aliyah – 13. Oktober 1939 – 29. Januar 1940; unveröffentliches Manuskript, 1987
https://www.mappingthelives.org
Deutsche Minderheiten-Volkszählung 1939
https://yvng.yadvashem.org/index.html?language=de
https://digipres.cjh.org/delivery/DeliveryManagerServlet?dps_pid=FL4311316
Staatsarchiv Israel, Einwanderungslisten
Naftali-Rosenthal-Ron, Aufblitzende Erinnerungen, Autobiografie; deutsche Übersetzung von Alice Meroz, Berlin 2015