Nussbaum Erwin

Erwin Nussbaum

*19.12.1920 in Rheydt; ✡ 31.3.1944 Auschwitz

Staatsangehörigkeit deutsch

Religion jüdisch

Vater Karl Nussbaum *18.9.1893 in Aachen; ✡ 9.10.1944 in Auschwitz

Heirat der Eltern Dezember 1919 in Aachen

Mutter Franziska Scheye 23.2.1893 in Vallenda, Koblenz; ✡ 9.10.1944 in Auschwitz

Geschwister

Lieselotte Nussbaum *19.8.1923 in Rheydt; Überlebende; ✡ ?

Addi Adolf Nussbaum *10.1.1925 in Rheydt; Überlebender; ✡ ?

Adressen

Heirat ledig

Kinder

Weiterer Lebensweg

Das Lehrgut Ellguth

29.4.1938 Erwin Nussbaum zur Hachschara nach Ellguth

Die Eröffnung des Lehrgutes Ellguth in Steinau bei Falkenberg/Klein-Schnellendorf erfolgte in Trägerschaft des Hechaluz am 19.12.1937. Die Leitung wurde Edgar und Elly Freund von der „Jüdischen Jugendhilfe Berlin“ übertragen. Zur Eröffnung kam als Madrich für die Landwirtschaft Georg Josephsthal, zuvor Generalsekretär des Hechaluz und im Merkas des Habonim. Seine Frau Senta übernahm die Milchwirtschaft des Gutes. Als landwirtschaftlicher Inspektor wurde der Nichtjude Bless eingestellt. Bis zu 100 Chaluzim wurden hier ausgebildet.

Im August 1938 mussten Georg und Senta Josephthal, im September das Ehepaar Freund nach Warnungen vor der Gestapo das Gut verlassen. Nachfolger wird Fritz Wolff.

Polenaktion

28.10.1938 Bei der „Polenaktion“ wurden auch aus Ellguth wie in anderen Hachscharalagern polnischstämmige Chaluzim abgeschoben. Diese konnten aber oftmals illegal wieder zurückkehren.

Novemberpogrom

10. 11.1938 zwei Jugendliche aus Breslau mit Motorrad berichten über die Pogromexzesse. 10.11.1938 nachmittags erscheint ein örtlicher Polizist, um Waffen zu suchen

10.11.1938 Mob aus Bauern und SA überfällt das Gut, alle Bewohner werden auf LKW in das Polizeigefängnis Oppeln gebracht; Erwin Nussbaum sowie mindestens 20 weitere erwachsene Männer werden nach Buchenwald transportiert, Frauen und Jungen wieder entlassen.

Buchenwald Häftlingsnummer 27456

2.12.1938 Vater Karl überweist 15 RM Reisegeld

10.12.1938 Erwin Nussbaum zusammen mit Kurt Mendelsohn (Nr. 27448) Wolfram Noafeldt (Nr. 27500) aus Buchenwald entlassen

27.12.1939 Rückkehr zu den Eltern nach Rheydt

Januar 1939 Wiedereröffnung des Lagers Ellguth durch den BACHAD mit 40 Chaluzim; Die Leitung übernahm Armin Duschinski aus Wien Nach der Entlassung flüchten einige wie Erich Heumann in die Niederlande ins Werkdorp.

6.1.1939 Erwin Nussbaum nach Deventer zu Einzelhachschara in der Deventer Vereniging tot Vakopleiding, vermutlich mit einer Gruppe aus Ellguth unter Leitung von Madrich Fritz Wolff.

Einzelhachschara in Hengelo, Mensinkweg 24

Kamp Westerbork -Auschwitz

6.11.1942 Erwin Nussbaum auf dem Transport von Westerbork nach Auschwitz. Er scheint nur kurze Zeit in Westerbork in der Strafbaracke 68 gewesen zu sein, vermutlich als Strafgefangener als im Versteck gefasster „Onderduiker“.

Kindertransport

Lotte und Addi Nussbaum mit Kindertransport nach Südfrankreich

31.10.1942 Flucht der Geschwister in die Schweiz

1947 Bruder Addi nach New York zu Cousin Fred Meyerfeld

Rheydt – Düsseldorf – Theresienstadt – Auschwitz

25.6.1943 beide Eltern auf Transport VII/3 von Rheydt ab Düsseldorf nach Theresienstadt

28.9.1944 Vater Karl auf Transport E k von Theresienstadt nach Auschwitz

6.10.1944 Mutter Franziska auf Transport E o von Theresienstadt nach Auschwitz

Gedenken

Stolpersteine in Mönchengladbach, Friedrich-Ebert-Straße 21 für Erwin und seine Eltern

Quellen

https://www.joodsmonument.nl/en/page/550634/erwin-nussbaum

https://apps.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de937828

https://apps.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de937845

https://apps.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de937938

https://collections.arolsen-archives.org/de/document/130348437

https://collections.arolsen-archives.org/de/document/5107907

https://collections.arolsen-archives.org/de/document/5107862

https://www.statistik-des-holocaust.de/VII3-1.jpg

https://www.mappingthelives.org

Deutsche Minderheiten-Volkszählung 1939

Passenger and Crew Lists of Vessels Arriving at New York, New York, 1897-1957 (National Archives Microfilm Publication T715, roll 7293); Records of the Immigration and Naturalization Service, Record Group 85

https://www.myheritage.de

https://hachschara.juedische-geschichte-online.net/ort/12

https://yvng.yadvashem.org/index.html?language=de

https://digipres.cjh.org/delivery/DeliveryManagerServlet?dps_pid=FL4311316

Staatsarchiv Israel, Einwanderungslisten

Danuta Czech, Lagerbuch von Auschwitz

Veröffentlicht von Franz-Josef Wittstamm

Geboren 31. Mai 1951 in Recklinghausen Gymnasium Petrinum 1961 bis Abitur1970 Studium der Humanmedizin in Bochum Approbation 1981 Promotion1982 Facharzt für Innere Medizin, Kardiologie, Intensivmedizin Im Ruhestand seit 2016

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