Rosa Fuchs
*20.11.1924 in Karlsruhe; ✡
Staatsangehörigkeit polnisch, staatenlos
Religion jüdisch
Vater Hirsch Hermann Fuchs/Hersz Fuks *1.12.1897 in Bedzin; ✡vor 1945 in Polen
Mutter Fanny Mangel *25.5.1903 Sosnowiec; ✡vor 1945 in Polen
Großeltern Moritz und Bertha Beile Mangel
Geschwister
Benno Bubi Fuchs *25.10.1929 in Karlsruhe; ✡vor 1945 in Polen
Jutta Aviva Fuchs *9.10.1922 in Karlsruhe; oo Kurt Heimann (*27.4.1918 Wesermünde)
Beruf –
Adressen Karlsruhe, Waldhornstraße 31; Schniebinchen, Sorau
Heirat –
Name in Israel Warda Shilo Sovel/Sebel
Kinder –
Weiterer Lebensweg
Hachschara Lehrgut Schniebinchen
1939 Rosa Fuchs zur Hachschara in das Lehrgut Schniebinchen
Gut Schniebinchen war ein zuletzt dem Apotheker Otto Kaesbach gehörendes Landgut von 1117 Morgen bei Sorau/ Sommerfeld in der Niederlausitz. Kaesbach produzierte hier nach Aufgabe der Landwirtschaft Arzneimittel wie das Sexmittel Okasa. Seine geschiedene Ehefrau Martha Kaesbach stellte als Verwalter Herrn von Horn ein. Die zum Gutsbesitz gehörige Wassermühle „Jessener Mühle“ verkaufte Kaesbach 1929 an die Familie Lichting; auch hier entstand später ein Hachscharalager.
1933/34 Abschluss eines Pachtvertrages über 180 RM pro Monat mit dem Jüdischen Jugendbund Habonim Noar Chaluzi (Bauleute). Der offizielle Briefkopf lautete: Jüdische Jugendhilfe Schniebinchen über Sommerfeld, Niederlausitz, Telefon Niewerle Nr. 11
Später lag die Verwaltung reichsweit bei der Ssochnuth (Sochnut, hebräisch הַסּוֹכְנוּתִ היְּהוּדִית לְאֶרֶץ יִשְׂרָאֵל ha-Sochnut ha-Jehudit le-Erets Jisra’el, ‚Jewish Agency‘ auch ‚Jüdische Agentur für das Land Israel‘)
Leiter von Schniebinchen war Dr. Alfred Cohn (April-Sept 1939); ab September 1939 wurden Ludwig Kuttner und Fanny Bergas als Wirtschaftsleiterin dessen Nachfolger. Cohn und Kuttner waren zuvor zuvor Lehrer an der Privaten Waldschule Kaliski in Berlin. Lotte Kaiser und Lotte Adam hatten die pädagogische Leitung. Das Verhältnis Jungen/Mädchen lag bei 60/40. Für Mädchen stand vor allem Hausarbeit wie Kochen, Backen, Nähen und Stricken auf dem Plan.
10.11.1938 in der Pogromnacht wird das Lager für einige Tage von örtlicher SA besetzt, die aber keine Misshandlungen an den Bewohner begeht.
Ab April 1939 war Jenny Rosenbaum später Aloni Jugendleiterin, bevor auch sie im November nach Palästina auswanderte. Sie berichtet von ihrer Ankunft:
„Auf dem Zaun ein Papagei. Ein lebendiger Papagei. Er heißt Laura. … Papagei Laura rief im Vorübergehen jedem zu: „Heil Hitler Schalom“.
März 1939 eine erste Alija beth Gruppe von einer Gruppe Chawerim aus Schniebinchen in Wien einem Sammeltransport angeschlossen, die ab Spalato, Jugoslawien auf einem kleinen Seeschiff „Dora“ nach etwa 10-tägiger Fahrt unbehindert in Palästina landete; sogenannte erste illegale Sonderhachschara SH1
Minderheitenzählung
17.5.1939 Rosa Fuchs registriert mit 122 Personen, 109 Chaluzim und Angestellten in Schniebinchen
Zwangsausweisung nach Polen
28.10.1938 Deportation des Vaters Hirsch Fuchs in der „Polenaktion“

Rosa und Bruder Benno auf einer Liste jüdischer Kinder mit polnischer Staatsbürgerschaft und Wohnsitz in Karlsruhe
Mai 1939 Zwangsausweisung von Mutter Fanny und Bruder Benno nach Polen
1940 Eltern und Bruder Benno im Ghetto Sosnowiec
Alija Palästina
7.3.1938 Alija von Schwester Jutta mit Studentenzertifikat B(III) der Jugendalija in Haifa
1939 Rosa Fuchs emigriert nach Palästina
Gedenken
30.11.1955 Pages of Testimony für die Eltern von Warda Sebel (Fuchs)
30.12.1999 Pages of Testimony für die Eltern von Schwester Jutta Heimann
Stolpersteine für die Eltern und Bruder Benno in Karlsruhe
Quellen
https://www.mappingthelives.org
Deutsche Minderheiten-Volkszählung 1939
https://collections.arolsen-archives.org/de/document/11200787
https://apps.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de871715
https://apps.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de871770
https://apps.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de871788
Staatsarchiv Israel, Mandat zur Einbürgerung in Palästina, 1937-1947
https://yvng.yadvashem.org/index.html?language=de
Peter W. Lande, Jewish „Training“ Centers in Germany, Manuskript von 1978 im Bestand des Centers for Jewish History
https://digipres.cjh.org/delivery/DeliveryManagerServlet?dps_pid=FL4311316
Genealogie Website My Heritage