Berthold Berkowicz
*11.4.1908 in Samotschin; ✡ 13.6.1981 in Odense
Staatsangehörigkeit deutsch
Religion jüdisch
Vater unbekannt
Mutter unbekannt
Geschwister
Siegfried Berkowicz *19.1.1906 in Samotschin; ✡ ; oo21.2.1939 Margret Trocheler
Adressen Samotschin; Regensburg, Weißenburgstraße 31; Odense
Heirat 17.6.1948 in Odense mit Ruth Agnete Berentsen *1.5.1921 in Korinth; 12.8.2002 in Odense
Kinder
Weiterer Lebensweg
Beth Chaluz Regensburg

18.8.1938 Berthold und Siegfried Berkowicz ins Beth Chaluz Regensburg zur Hachschara
Das Beth Chaluz in Regensburg, Weißenburgstraße 31 war ein Hachschara-Wohnheim des Hechaluz, auch „Praktikantenheim“ genannt. Es bestand zumindest seit 1936.
Zu der Hechaluz-Gruppe gehörten auch Ernst Levy aus Regensburg und Fritz Strauß aus Selters, der aber in Regensburg in der Spiegelgasse 4 wohnte.
Novemberpogrom in Regensburg
Am 9./10.11.1938 wurde auch das Beth Chaluz Regensburg überfallen.
10.11.1938 etwa 70 verhaftete jüdische Männer wurden auf dem NSKK-Gelände festgehalten und mussten vormittags „Morgensport“-Übungen machen.
10.11.1938 Es folgte der „Schandmarsch durch die Regensburger Altstadt zum Bahnhof. Auf Lastwagen wurden 65 in „Schutzhaft“ genommene Juden ins Konzentrationslager Dachau, weitere aber auch in das Regensburger Gefängnis „Augustenburg“ verbracht.
11.11.1938 wurde Berthold Berkowicz und drei weitere über 17-jährige Männer aus dem Beth Chaluz sowie Ernst Levy aus Regensburg und Fritz Strauß aus Selters in Dachau eingewiesen.
12.11.1938 Bruder Siegfried Berkowitz und vier Chaluzim aus dem Beth Chaluz werden nach Dachau verbracht
Die Entlassung von Berthold und Siegfried Berkowicz, Waldemar Horn, Bernhard Rosenberg, Fritz Strauß, Hans Wertheim aus Nottuln erfolgte am 23.12.1938, bei Ernst Levy bereits am 20.11.1938.
16 Chaluzim und Rabbi Falk Salomon aus Regensburg in Dachau (nach Häftlingsnummer)
20131 Kurt Michel, 20133 Willy Meier, 20143 Heinz Kurt Marcks, 20145 Hans Kroner, 20166 Heinrich Kästler, 20195 Falk Salomon, Rabbiner, 22594 Berthold Berkowicz, 22595 Bernhard Rosenberg, 22596 Waldemar Horn, 22597 Hans Wertheim, 22604 Fritz Strauß, 22606 Ernst Levy, 23182 Siegfried Berkowicz, 23183 Isaak Sapierstein, 23184 Rudolf Kästler, 23186 Erich Schlorch, 23187 Alfred Weiss
Einzelne Chaluzim gehen in ihre Heimatorte, andere wechseln in bestehende Hachscharastätten, so Fritz Strauß in das Lehrgut Ellguth in Schlesien.
12.4.1939 Brief von Jakob Farntrog aus Regensburg:
„Diese Woche … noch gehen Oberdorfer und Springer weg (Auf die ST LOUIS). Die letzten vom Bet Chaluts anfangs kommender Woche illegal nach Erets. Die Auswanderung geht ja im großen ganzen nur langsam vonstatten“
Gemeint ist hier vermutlich der erste „Sonderhachschara“ SH 1; Chaluzim aus ganz Deutschland kamen ab Wien in einem Sammeltransport nach Jugoslawien, Einschiffung in Spalato auf einem kleinen Schiff der SS DORA, die nach etwa 10-tägiger Fahrt unbehindert in Palästina landete; sogenannte erste Alija Beth, illegale Sonderhachschara SH1
Nach 1938 diente das Gebäude in der Weißenburgstraße 31 als jüdisches Altersheim
Frühjahr 1939 Berthold Berkowicz nach Dänemark, Bruder Siegfried nach Schweden
Dänischer Census

5.11.1940 Berthold Berkowicz in Tiset, Ning, Århus Bei Familie Holm
5.11.1940 Ruth Berentsen in Ørstedsgade, Odense
Minderheitenzählung
17.5.1939 noch im Beth Chaluz in Regensburg, Weißenburgstraße 31 registriert die vier späteren DORA-Ma’apilim Erna Margules, Isaak Sapierstein, Erich Schlorch und Karel Sokolski
Gedenken
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Quellen
https://collections.arolsen-archives.org/de/document/130429410
https://www.heimatforschung-regensburg.de/2485/1/1063113_DTL1773.pdf
https://collections.arolsen-archives.org/de/document/7456410
https://collections.arolsen-archives.org/de/document/70372024
https://www.mappingthelives.org
Deutsche Minderheiten-Volkszählung 1939
https://hachschara.juedische-geschichte-online.net/ort/12
https://yvng.yadvashem.org/index.html?language=de
https://digipres.cjh.org/delivery/DeliveryManagerServlet?dps_pid=FL4311316
Staatsarchiv Israel, Einwanderungslisten