Mahler Max

Max Mahler

*18.3.1914 *Westheim, Haßfurt Bayern; ✡ 27.4.1985 in Montreal

Staatsangehörigkeit deutsch

Religion jüdisch

Vater Samson Mahler *15.3.1876 in Westheim; ✡4.4.1944 Theresienstadt

Heirat der Eltern 24.1.1904

Mutter Bertha Droller *17.11.1873 in Kleinsteinach, Hassberge; ✡ 22.7.1927 Westheim

Geschwister

Hermann Mahler *11.11.1904 in Westheim; ✡ 26.11.1904

Hugo Mahler *13.3.1906 in Westheim; ✡ 24.6.1954 in Montreal

Ella Mahler *22.3.1908 in Westheim; ✡ 15.12.1994 in New York; oo Silbermann

Berthold Mahler *20.4.1909 in Westheim; ✡ April 1942 Piaski

Gustav Mahler *1910 in Westheim; ✡ 1933

Erna Mahler *18.3.1911 in Westheim; ✡ 29.5.1928 in Mannheim

Sophie Mahler *18.3.1911 in Westheim; ✡5.9.1939 „Herzmuskelschwäche“

Beruf Viehhändler

Adressen Westheim 112; Ellguth, Steinau, Kitchener Camp

Heirat 8.12.1946 in Montreal mit Luba Levine *29.3.1919 Bronx; ✡26.3.2011 in Delrey Beach

Kinder

Weiterer Lebensweg

Novemberpogrom

Verhaftung von Max Mahler im Pogrom im örtlichen Gefängnis

24.11.1938-3.2.1939 im KL Dachau Häftlingsnummer 30655

Lehrgut Ellguth

Die Eröffnung des Lehrgutes Ellguth in Steinau bei Falkenberg/Klein-Schnellendorf erfolgte in Trägerschaft des Hechaluz am 19.12.1937. Die Leitung wurde Edgar und Elly Freund von der „Jüdischen Jugendhilfe Berlin“ übertragen. Zur Eröffnung kam als Madrich für die Landwirtschaft Georg Josephsthal, zuvor Generalsekretär des Hechaluz und im Merkas des Habonim. Seine Frau Senta übernahm die Milchwirtschaft des Gutes. Als landwirtschaftlicher Inspektor wurde der Nichtjude Bless eingestellt. Bis zu 100 Chaluzim wurden hier ausgebildet.

Im August 1938 mussten Georg und Senta Josephthal, im September das Ehepaar Freund nach Warnungen vor der Gestapo das Gut verlassen. Nachfolger wird Fritz Wolff.

Polenaktion

28.10.1938 Bei der „Polenaktion“ wurden auch aus Ellguth wie in anderen Hachscharalagern 13 polnischstämmige Chaluzim abgeschoben.

Benno Teichmann berichtet:

„Es war am 28. Oktober 1938 in Ellguth, einem Hachscharah-Kibbuz von Mitgliedern des deutschen Hechalutz. Es kam der Befehl nach Ellguth: Alle Polen sind ausgewiesen. Sie müssen bis 5 Uhr über die Grenze sein…. Und dann kam der Autobus. […] Die Namen wurden verlesen und die Chawerim stiegen ein und verließen unser Kibbuz.“

Diese wurden aber von polnischen Dorfbewohner mit Hunden zurückgetrieben. Sechs von Ihnen reisten später regulär mit Pass nach Polen aus, sieben kehrten nach Ellguth zurück.

Novemberpogrom

10. 11.1938 zwei Jugendliche aus Breslau mit Motorrad berichten über die Pogromexzesse. 10.11.1938 nachmittags erscheint ein örtlicher Polizist, um Waffen zu suchen

10.11.1938 Mob aus Bauern und SA überfällt das Gut, alle Bewohner werden auf LKW in das Polizeigefängnis Oppeln gebracht;

12.11.1938 die über 16 jährigen Männer – mehr als 25 – werden nach Buchenwald transportiert, Frauen und Jungen wieder entlassen.

In Buchenwald erhielten die Chaluzim aus Ellguth Häftlingsnummern um 27450;

10.12.1938 Entlassung einer großen Gruppe der Ellguth Chaluzim aus dem KL Buchenwald

Dezember 1938 — u.a. Kurt Hannemann, Adolf Hafner, Erich Naftalie, Joachim Simon zum Hachschara-Trainingskurs für die aus Buchenwald entlassene Gruppe aus Ellguth in der Schlosshofstraße in Bielefeld

6.1.1939 nach der Entlassung sammeln sich viele Chaluzim wieder in Bielefeld; einige flüchten mit einer Gruppe aus Ellguth unter Leitung von Madrich Fritz Wolff nach Deventer in die Niederlande in das Auffanglager der „Deventer Vereeniging tot Vakopleiding“, auf dem zwischen Deventer und Apeldoorn gelegenen Flugschule Teuge zur Einzelhachschara auf Bauernhöfen in der Region.

25.2.1939 von dort wechseln einige der Ellguth-Gruppe ins Werkdorp Wieringermeer.

Januar 1939 Wiedereröffnung des Lagers Ellguth durch den BACHAD mit 40 Chaluzim; Die Leitung übernahm Armin Duschinski und Hermine Duschinsky als Wirtschaftsleiterin aus Wien.

Max Mahler zur Hachschara ins Lehrgut Ellguth

Minderheiten-Volkszählung

17.5.1939 Max Mahler mit 84 Juden in Falkenberg, Klein Schnellendorf

17.5.1939 Vater Samson, Geschwister Hugo, Ella und Sofie Mahler in Westheim, Nr. 112

Emigration der Familie Mahler aus Westheim

Gestapoakten der Außendienststelle Würzburg

15.5.1938 Sally Mahler (*5.12.1904)

22.1.1939 Salomon Mahler (*28.7.1890), USA

22.1.1939 Selma Mahler (*13.5.1887), USA

17.3.1939 Bruder Hugo Mahler (*13.3.1906) England

24.5.1939 Max Mahler, England

5.9.1939 Tod der Schwester Sophie, „Herzmuskelschwäche“

Britischer Census

29.9.1939 Max Mahler im Kitchener Camp, Richborough bei Sandwich, Kent mit ca 200 Emigranten, darunter viele Chaluzim

Theresienstadt

20.9.1942 Vater Samson auf dem Würzburger Teiltransport, Transport XXV/2, Zug DA 512 von Würzburg über Nürnberg nach Theresienstadt

4.4.1944 Tod des Vaters in Theresienstadt

Nachkriegszeit

Max Mahler in die USA

Gedenken

Quellen

https://collections.arolsen-archives.org/de/document/11194811

https://collections.arolsen-archives.org/de/document/10700791

https://collections.arolsen-archives.org/de/document/11195293

https://www.statistik-des-holocaust.de/II25-49.jpg

https://www.holocaust.cz/de/opferdatenbank/opfer/23319-samson-mahler

https://www.mappingthelives.org

Deutsche Minderheiten-Volkszählung 1939

https://www.myheritage.de

https://hachschara.juedische-geschichte-online.net/ort/12

https://yvng.yadvashem.org/index.html?language=de

https://digipres.cjh.org/delivery/DeliveryManagerServlet?dps_pid=FL4311316

Staatsarchiv Israel, Einwanderungslisten

Danuta Czech, Lagerbuch von Auschwitz

https://collections.arolsen-archives.org/de/document/5278110

Veröffentlicht von Franz-Josef Wittstamm

Geboren 31. Mai 1951 in Recklinghausen Gymnasium Petrinum 1961 bis Abitur1970 Studium der Humanmedizin in Bochum Approbation 1981 Promotion1982 Facharzt für Innere Medizin, Kardiologie, Intensivmedizin Im Ruhestand seit 2016

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