Weinberg Erich

Erich Weinberg

*16.12.1923 in Warburg; + Oktober 1971 in Warburg

Staatsangehörigkeit deutsch, staatenlos

Vater Siegfried Weinberg *15.9.1885 in Warburg; oo 1920 in Warburg; + in Riga

Mutter Frieda Stern *25.4.1896 in Osterkappeln; 1.10.1944 Stutthof; + Stutthof

Geschwister

Julius Weinberg *30.10.1921 in Warburg; Tod in Riga

Onkel Rudolf Stern *18.6.1898 in Osterkappeln; AEL Nordmark; + März 1980 in Massachusetts

Beruf Pferdehändler

Adressen Warburg, Adolf-Hitler-Straße 91 (= Paderborner Tor 91)

Heirat ?

Kinder ?

Weiterer Lebensweg

12.11.-29.11.1938 Bruder Julius in „Schutzhaft“ in Buchenwald

11.12. 1941 Transport Warburg ins Sammellager Kyffhäuser in Bielefeld

13.12.1941 Bielefeld -> Riga mit den Eltern und Bruder Julius

15.12.1941 23 Uhr Ankunft Rangierbahnhof Skirotawa

16.2.1941 Fußmarsch ins Ghetto Riga

Juli-2. November 1943 schrittweise Auflösung des Ghettos Einrichtung des Konzentrationslagers Riga-Kaiserwald und verschiedener Betriebslager mit lokaler Kasernierung

November 1943 im Armeebekleidungsamt ABA 701 in Mühlgraben, Kasernierung

Sommer 1944 Auflösung des KL Kaiserwald, Riga

Juli – September 1944 Transporte der Arbeitsfähigen aus Riga per Schiff nach Stutthof

29.9.- 3.10.1944 140 Zwangsarbeiter ABA 701 mit dem Frachtschiff „Sanga“ nach Libau, Lettland

13.-14.10. 1944 Die letzten 50 Männer, 10 junge Frauen mit der „Drechtdijk“ auch „Drächtig“ nach Libau

SS-Sonderlager Libau in Lettland, Arbeit im Hafen, Be- und Entladen von Schiffen

22.10.1944 Fliegerangriff auf Libau mit zwei Toten unter den Häftlingen

22.12.1944 schwerer russischer Bombenangriff auf die besetzte Stadt, 14 Lagerinhaftierte kommen um

19. 2. 1945 200 Häftlinge von Libau auf dem mit Granaten- und Patronenhülsen beladenen Kohlefrachter „Balkan“ über die Ostsee erst Richtung Lübeck, wegen Bombenangriffen umgeleitet nach Hamburg;

10 junge Männer bleiben bei der SS in Libau zurück und werden am 9.5.1945 in Libau befreit

27.2.1945 Ankunft in Hamburg, von der Gestapo in Gefängniswagen vom Hafen nach Fuhlsbüttel

27.2.1945 – 11.4.1945 Polizeigefängnis Fuhlsbüttel „Kola-Fu“, Zuchthaus und Konzentrationslager

12.-15.4.1945 86 km Fußmarsch nach Kiel, ins „Arbeitserziehungslager“ (AEL) „Nordmark“ in Hassee, Außenlager des KL Neuengamme in Kiel.

Rettungsaktion „Graf Bernadotte“ durch das Schwedische Rote Kreuz

Nach Verhandlungen des schwedischen Graf Bernadotte und Norbert Masur vom World Jewish Congress, Stockholm mit Heinrich Himmler nahe Berlin werden 168 jüdische Häftlinge und ihre Kinder nach Schweden freigelassen.

1.5.1945 153 Juden mit weißen Bussen des Roten Kreuz nach Pattburg, Dänemark, Entlausung in der Quarantänestation; weiter mit dem Zug nach Kopenhagen

2.5.1945 mit der Fähre nach Malmö; erste Quarantäne ca. 10 Tage

4.5.1945 Befreiung des AEL Nordmark Hassee durch britische „Royal Army“

13.5.1945 in Smålandsstenar, Schweden in Quarantäne

8.6.1945 Holsbybrunn, Ausländerheim der Schwedischen Ausländerkommission

Dez. 1945 nach Ryds Brunn Ausländerlager, Flüchtlingsheim

1947 Rückkehr nach Warburg ; 5 von 160 Warburger Juden kamen zurück.

20.8.1947 Zeugenaussage vor dem Spruchkammergericht Warburg gegen den NSDAP-Bürgermeister Schlötel

Oktober 1971 Tod in Warburg

Gedenken

Page of Testimony für den Vater durch dessen Cousin Fred Hertz

Erich hinterlegt eine Liste mit 36 Opfern bei Yad Vashem

Shoa-Denkmal auf dem jüdischen Friedhof Warburg aus den zerstörten Grabsteinen

Quellen

Deutsche Minderheiten-Volkszählung 1939  https://www.mappingthelives.org/

https://www.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de1326328

https://www.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de1552618

https://www.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de988134

Anita Kugler, Scherwitz – Der Jüdische SS-Offizier, 2017

http://www.geschichtsverein-bordesholm.de/Veroeffentlichungen/Jahrbuecher/J06_7_Fentsahm_Evakuierungsmarsch.pdf

Käthe Fries, Schießen Sie mich nieder, Lukas Verlag 2017

Gertrude Schneider, Reise in den Tod, Deutsche Juden in Riga 1941-1944, Laumann-Verlag, 2008

Hilde Sherman: Zwischen Tag und Dunkel. Mädchenjahre im Ghetto, Frankfurt/M.-Berlin-Wien, 1984

Aufbau, Nach Schweden gerettet; Ausgabe vom 22.6.1945

Bernd Philipsen, Fred Zimmak, Hrsg., Wir sollten leben, Novalis 2020

Dietlind Kautzky, Thomas Käpernick (Hrsg.), Mein Schicksal ist nur eins von Abertausenden VSA 2020

Mein besonderer Dank gebührt Fred Zimmak für die großzügige Unterstützung meiner Recherchen.

Veröffentlicht von Franz-Josef Wittstamm

Geboren 31. Mai 1951 in Recklinghausen Gymnasium Petrinum 1961 bis Abitur1970 Studium der Humanmedizin in Bochum Approbation 1981 Promotion1982 Facharzt für Innere Medizin, Kardiologie, Intensivmedizin Im Ruhestand seit 2016

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