Kirsch Helmut

Helmut Kirsch

*15.12.1923 in Elberfeld; ✡ 10.12.2003 in Newent, Gloucestershire

Staatsangehörigkeit deutsch

Religion jüdisch

Vater Lejbusz Kiersz *18.1.1895 in Pleß; ✡1943 Ghetto Warschau

Mutter Sarah Kiersz *1893 in Lodz; ✡1943 Ghetto Warschau

Geschwister

Frajda Friedchen Kiersz *8.4.1920; ✡1938

Itzchak Kirsch *1922; ✡2000

Beruf Landwirtschaftlicher Praktikant

Adressen

Heirat Sept. 1945 in Brentford mit Betty Rosina May Sartin

Kinder drei

Leslie Kirsch; oo Wilson

Weiterer Lebensweg

1. Polenaktion

Eltern und Schwester Frajda verhaftet und abgeschoben nach Zbaszyn in der 1. Polenaktion

Hachschara Lehrgut Schniebienchen

Helmut Kirsch zur Hachschara nach Schniebinchen

Gut Schniebinchen war ein zuletzt dem Apotheker Otto Kaesbach gehörendes Landgut von 1117 Morgen bei Sorau/ Sommerfeld in der Niederlausitz. Kaesbach produzierte hier nach Aufgabe der Landwirtschaft Pharmaka wie das Sexmittel OKASA.

Seine geschiedene Ehefrau Martha Kaesbach stellte als Verwalter Herrn v. Horn ein. Die zum Gutsbesitz gehörende Wassermühle (Jessener Mühle) verkaufte Kaesbach 1929 an die Familie Lichting, auch hier entstand später ein Hachscharalager.

1933/34 Abschluss eines Pachtvertrages über 180 RM monatlich mit dem Jüdische Jugendbund Habonim Noar Chaluzi (Bauleute), der offizielle Briefkopf lautete:

Jüdische Jugendhilfe Schniebinchen über Sommerfeld NL, Telefon: Niewerle Nr. 11

Später lag die Verwaltung reichsweit bei der Ssochnuth (Sochnut, hebräisch הַסּוֹכְנוּתִ היְּהוּדִית לְאֶרֶץ יִשְׂרָאֵל ha-Sochnut ha-Jehudit le-Erets Jisra’el, ‚Jewish Agency‘ auch ‚Jüdische Agentur für das Land Israel‘)

10.11.1938 in der Pogromnacht wird das Lager für einige Tage von örtlicher SA besetzt, die aber keine Misshandlungen an den Bewohner begeht.

1939 waren 109 Chaluzim und Personal im Lager;

Leiter von Schniebinchen war Dr. Alfred Cohn (April-Sept 1939); ab September 1939 wurden Ludwig Kuttner und Fanny Bergas als Wirtschaftsleiterin dessen Nachfolger. Cohn und Kuttner waren zuvor zuvor Lehrer an der Privaten Waldschule Kaliski in Berlin. Lotte Kaiser und Lotte Adam hatten die pädagogische Leitung. Das Verhältnis Jungen/Mädchen lag bei 60/40. Für Mädchen stand vor allem Hausarbeit wie Kochen, Backen, Nähen und Stricken auf dem Plan.

Ab April 1939 war Jenny Rosenbaum später Aloni Jugendleiterin, bevor auch sie im November nach Palästina auswanderte. Sie berichtet von ihrer Ankunft:

Auf dem Zaun ein Papagei. Ein lebendiger Papagei. Er heißt Laura… Papagei Laura rief im Vorbeigehen jedem zu „Heil Hitler Schalom“

Helmut Kirsch zur Hachschara nach Schniebinchen

10.8.1939 Helmut Kirsch mit drei weiteren Chaluzim aus Schniebinchen auf dem 28. England Kindertransport aus Schniebinchen

1.9.1939 Einmarsch der Wehrmacht in Polen

29.9.1939 bei britischem Census in einem Hostel in West Ashford, Kent mit weiteren Chaluzim

Oktober 1939 Auflösung des Lagers in Zbaszyn; Deportation der Eltern im Ghetto Warschau

1945 in Acton, Middlesex

Sept. 1945 Heirat in Brentford mit Betty Rosina May Sartin

Gedenken

Quellen

https://yvng.yadvashem.org/ad

https://www.mappingthelives.org

Deutsche Minderheiten-Volkszählung 1939https://yvng.yadvashem.org/index.html?language=de

Veröffentlicht von Franz-Josef Wittstamm

Geboren 31. Mai 1951 in Recklinghausen Gymnasium Petrinum 1961 bis Abitur1970 Studium der Humanmedizin in Bochum Approbation 1981 Promotion1982 Facharzt für Innere Medizin, Kardiologie, Intensivmedizin Im Ruhestand seit 2016

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