
Emil Miel Stranders
*25.5.1917 in Amsterdam; ✡ 2.2.1945 im KL Buchenwald
Staatsangehörigkeit Niederlande, staatenlos
Religion jüdisch
Vater David Stranders *22.11.1886 in Hardinxveld; ✡16.7.1943 in Sobibor

Heirat der Eltern am 9.6.1915 in Zaandam
Mutter Wilhelmina Wolf *22.2.1888 in Amsterdam; ✡22.10.1943 Auschwitz
Geschwister –
Beruf Lehrer; Schmied
Adressen Amsterdam, Nieuwe Keizersgracht 66; Franeker; Loosdrecht; Elden

Heirat 28.1.1942 in Amsterdam mit Betty Baars/ Jochewed Cannah *7.11.1919; ✡15.5.2014
Kinder
Weiterer Lebensweg


31.5.1930 Bar Mitzwa
6 Semester Lehrerausbildung

Kibbuz Franeker
Der 1935 von einem Arzt aus Franeker gegründete Kibbuz der religiösen Zionisten des Misrachi „Dath we Eretz“ bestand bis zu seiner Auflösung durch eine Razzia am 3. November 1941.
3.1.1936 Zurück nach Amsterdam

20.4.1936 Musterung für die ndl. Armee: tauglich
Durch ihre Mitgliedschaft in der religiös-zionistischen Misrachi-Jugend „Dath we Eretz“ lernen sich Betty Baars und Emil Stranders kennen.
1940 Die beiden verloben sich.
11.12.1940 nach Loosdrecht; Adresse C 269 Nieuwedijk; das war die Adresse der Pension der jüdischen Familie Deen, welche bei Überbelegung oft genutzt wurde

Emil Stranders arbeitet zusammen mit Manfred Paul beim Schmied D. Wendt in Loosdrecht, Nieuw-Loosdrechtsedijk 82
17.1.-1.4.1941 Betty Baars im Kibbuz der religiösen Zionisten „Dath we Eretz“ in Beverwijk/Velsen, sie arbeitet in der Hauswirtschaft
Kibbuz Elden
Im Jahre 1941 wechselten 16 ältere Chaluzim mit abgeschlossener Hachschara von Loosdrecht nach Elden, davon 10 bereits im April
4.4.1941 Emil Stranders nach Abschluss der Umschulung in Loosdrecht in den Kibbuz Elden im „Huize Voorburg“. Huize Voorburg, Drielse Dijk war im Besitz der Familie Kahn.
Juni 1941-Oktober 1942 für Chaluzim mit abgeschlossener Hachschara und Palästinazertifikat als gemeinsames Projekt der „Deventer Vereniging tot vakopleiding“ und der religiösen Misrachi- Dath WaEretz
7.5.1941 in Amsterdam Heirat mit Betty Baars aus Watergraafsmeer.
31.3.1942 Betty Baars aus Amsterdam in den Kibbuz Elden

Oktober 1942 Auflösung aller jüdischer Arbeitslager
3.10.1942 Razzia im Huize Voorburg, Verhaftung von 36 der 40 Chaluzim in Elden, zunächst ins Gefängnis in Arnheim
4.10.1942 Verbringung ins „Polizeiliche Judendurchgangslager Westerbork“, dazu zählen auch der Leiter von Huize Voorburg Ernst Cosmann, Kurt Pollack aus Bochum, Rosa Kratzer aus Dortmund und ihr Verlobter Gerd Sternlicht (*16.7.1924); Leo Goldschmidt (*26.7.1924) und Verlobte Clara Helena Leefsma (*15.9.1924)
Vier Chaluzim bleiben zum Aufräumen zurück
Kamp Westerbork
4.10.1942 Transport nach Hooghalen. Zu Fuß ins polizeiliche Judendurchgangslager Westerbork. Die Bahntrasse Hooghalen-Westerbork wurde erst im November 1942 fertiggestellt.
In Westerbork blieb die gesamte Elden-Gruppe nach Intervention von Josef Samson („oude kampbewooner“) zunächst von den Deportationen zurückgestellt; dessen Sohn Manfred Shlomo Samson war ebenfalls Mitglied der Elden- Hachschara.
Vater Josef Samson, Leiter der Arbeitsverwaltung in Westerbork, Innendienst-Abteilung 5, arrangiert mit dem SS-Kommandanten Gemmeker, die Chaluzim als qualifizierte Landarbeiter auf Feldern außerhalb des Lagers einzusetzen. Neben dem Lager befand sich ein Bauernhof, genannt Schattenberg, den sie bewirtschafteten und dies Hachschara Westerbork nannten. Diese Pioniere, nicht nur aus Elden, wurden nach ihrem Leiter Josef Klijnkramer als „Kleinkramer-groep“ bezeichnet.
Emil und Betty Stranders arbeiten zunächst auf den Feldern, werden dann aber als Lehrer in der Schule des Lagers eingesetzt.
Die meisten waren im „Hachschara-Block Nr. 64 untergebracht.
28.1.1943 Betty Stranders aufgenommen im „Ziekenhuis“ Baracke 5/ Frauenabteilung
14.9.1943 Deportation von Emil und Betty Stranders mit der Gruppe der über 20-jährigen Chaluzim nach Auschwitz; auf diesem Transport befanden sich mehrere orthodoxe Chaluzim u.a. Ernst Cosmann, Heinz Friedländer, Arnold Erlanger, Karl Elias und Erwin Moses. Nur Betty Stranders und Erlanger kamen zurück.

Die Chaluzim unter 21 Jahren mit Palästina Zertifikat nach abgeschlossener Hachschara erhielten eine Palästina-Verklaring als „Austauschjuden“; sie sollten gegen Deutsche, die in Palästina („Templer“) oder einem anderen Staat des Britischen Empire lebten.
An der Rampe in Auschwitz werden Emil und Betty Stranders zur Zwangsarbeit selektiert; Emil Stranders bekommt die Auschwitz-Häftlingsnummer 150796 in den linken Unterarm tätowiert.
Betty Stranders kommt mit 10-12 Frauen in einen Experimentenblock, wo sie gut versorgt werden.
Todesmarsch
15.1.1945 die Häftlinge in Auschwitz hören den russischen Kanonendonner 30 km aus dem Osten
18.1.1945 Evakuierung aller drei Auschwitz-Lager; ca. 60 000 Häftlinge; 10000 Männer aus Monowitz
18.1.1945 Beginn des Todesmarsches mit 400 Frauen von Auschwitz- Birkenau nach Loslau; Betty Stranders nach Bergen-Belsen
26.1.1945 Ankunft von Emil Stranders in Buchenwald

2.2.1945 Tod von Emil Stranders in Buchenwald im Block 52, Kleines Lager
15.4.1945 Befreiung von Bergen Belsen durch britische Truppen
April/Mai 1945 Betty Stranders im Britischen Hospital Bergen Hohne
Sie darf den ersten Rücktransport von Kindern nach Eindhoven begleiten.
Sommer 1945 Krankenhausbehandlung wegen TBC in Eindhoven
26.9.1945 in Amsterdam Sarphatistraat 195 bei ihrer Schwester Julie Wijnschenk

28.3.1946 Ankunft von Betty Stranders in Haifa auf der SS TEL HAI
Gedenken

2022 Joods monument Kibboets Franeker Harlingerweg mit 24 Opfernamen
Quellen
https://www.joodsmonument.nl/en/page/168165/emil-stranders
Mirjam Pinkhof, De Jeugdalijah van het Paviljoen Loosdrechtsche Rade, 1998
https://archief.amsterdam/indexen/persons?ss=%7B%22q%22:%22Stranders%20Emil%22%7D
https://archief.amsterdam/indexen/persons?ss=%7B%22q%22:%22Baars%201919%22%7D
https://www.gfh.org.il/eng/Archive
Frans van der Straaten, Om nooit te vergeten. Herinneringen en belevenissen aan/van Palestina-Pioniers in Nederland gedurende de oorlogsjaren 1939-1945
https://collections.arolsen-archives.org/de/document/7204048
https://collections.arolsen-archives.org/de/document/130382059
https://collections.yadvashem.org/en/documents/3655767
https://collections.arolsen-archives.org/de/document/130382043
https://www.mappingthelives.org
Deutsche Minderheiten-Volkszählung 1939
Staatsarchiv Israel, Mandat zur Einbürgerung in Palästina, 1937-1947