Weiss Siegbert

Siegbert Weiss

*17.9.1923 in Oeynhausen; ✡ 22.11.1994 in Hoofdorp

Staatsangehörigkeit

Religion jüdisch

Vater Egon Richard Weiss *8.9.1898 in Ennigloh; ✡ 4.6.1976 in Dade Florida

Heirat der Eltern 5.12.1922 in Zinten

Mutter Eva Evelyne Niwes-Marcus *4.2.1902 in Zinten; ✡ 22.11.1942 in Auschwitz

Großvater Abraham Weiss *10.3.1870 Bünde; ✡25.1.1943 Auschwitz

Großmutter Bertha Pagener *14.4.1869 in Epe; ✡22.2.1922 in Wien

Geschwister

Manfred Fredy Weiss/Weisz *20.3.1927 in Bünde; ✡ 1942 in Auschwitz

Stiefvater Josef Niwes *25.5.1894 Szlachcince; ✡27.5.1949 Amsterdam

Beruf Landwirtschaftlicher Praktikant; Hutmacher

Adressen Oeynhausen; Bielefeld; Bünde, Heidkampstraße 11; Catharinahoeve in Gouda

Heirat Maria Riet Wesselingh *21.8.1927 in Beverwijk; ✡20.4.2023 in Rotterdam

Die Ehe wurde geschieden

Kinder drei

Weiterer Lebensweg

22.2.1922 Tod der Großmutter Bertha in Wien; der Großvater heiratet Frouwtje Duitscher

6.4.1926 Zuzug der Familie von Bielefeld nach Bünde

10.5.1933 Flucht mit den Eltern und Bruder Manfred in die Niederlande

1934 Vater Egon geht zurück nach Deutschland

9.2.1937 Scheidung der Eltern in Münster

7.5.1938 Siegbert Weiss aus Amsterdam nach Gouda

7.7.1938 Siegbert Weiss offiziell abgemeldet aus Amsterdam nach Gouda

4.9.1939 Heirat der Mutter Eva mit Josef Niwes in Schaerbeek, Belgien

Hachschara-Jeugdfarm Catarinahoeve in Gouda

Das ab Oktober 1937 bestehende Hachscharalager Catharinahoeve in Gouda wurde möglich durch eine testamentarische Schenkung in Höhe von 80000 Gulden Hfl von Catharina van Zon. Die Jeugdfarm diente der Mittleren Hachschara für 14-17-Jährige zur Vorbereitung auf die Alija.

Robert Levisson übernahm die Funktion des Sekretär des Vorstandes, dem auch Frau A. Vroman angehörte, Mutter des Dichters und Biologen Leo Vroman.

Die Leitung der Gruppe lag bei dem Ehepaar Dr. Manfred Litten und Shoshana Jansje Litten-Serlui zuvor Danzig. Als Betriebsleiter eingestellt war zunächst Herrn Knol, dem Henk de Raaf und Franz Man zur Seite gestellt wurden. Nachbar Dirk van Schaik half als Vorarbeiter.

16.1.1939 auf der Hachscharafarm in Gouda; untere Reihe v.l.
Erich Fleischhacker, Herbert Baer, Bram Goudsmit, Ellen Loewe, Roza Pinkhof, Edith Faierstein, Ernst Hirsch
Mitte v.l. Fritz Heinemann, Ies Goudsmit, Chana de Leeuw, Siegmund Elsen, Bernd Abbi Mayer, Sieg Weijs
Oben v.l. Jettie Aalsvel, Shoshana Litten mit Sohn Gideon, Heintje Worms, Frans De Raaf, Walter Schaefer, Manfred Rolf Litten, Dolf Engam, Gery Goudsmit, Manfred Samson, Herr Knoll
17.Landdag der JJF Joodse Jeugd Federatie 1939; Manfred Ralf Litten mit Gideon Litten, unbekannt, Bernhard Asscher, Salomon Friedmann, Eric Mossel, Ruth Kaufmann, Schoschana Litten-Serlui, Isaäc Nico Goudsmit, Hedy Jenny Kalmar, Siegbert Weiss, unbekannt, Margot Todtenkopf, Jettie Aalsvel; vorn: unbekannt, Otto Erich Fleischhacker, Manfred Samson (Schlomo), Roza Pinkhof, unbekannt

Ab 1940 lag die Verantwortung bei der Joodse Centrale voor Beroepsopleiding JCB.

von links Manfred Samson, unbekannt, Ruth Kaufmann, Hedy Kalmar, Gerrit Goudsmit, Otto Erich Fleischhacker, Siegbert Weiss, Bernhard Mayer

29.5.1940 Siegbert Weiss abgemeldet aus Gouda nach Amsterdam

1941 nach dem Rücktritt von Herr Knol übernahm Jan Middelburg die Betriebsleitung, unterstützt von Dirk van Schaik.

April 1943 erhalten die Chaluzim Schreiben, sich in den Arbeitslagern zu melden. Durch eine vom Krankenhaus Gouda angeordnete Quarantäne wegen einzelner stationär behandelter Durchfallerkrankungen als Ausdruck einer Dysenterieendemie im Lager können die für April vorgesehenen Deportationen noch für acht Wochen aufgehalten werden. Shoshana Litten sucht entgegen der Anweisung der Vorstandsvorsitzenden für die Chaluzim Versteckplätze. Daraufhin tauchen viele unter.

1.6.1943 wird der Betrieb eingestellt und der Betriebsleiter entlassen.

Kamp Westerbork

Juli 1942 Einweisung von Siegbert und Manfred Weiss in das polizeiliche Judendurchgangslager Kamp Westerbork

31.8.1942 Siegbert und Manfred Weiss zusammen mit Herbert Eibuschitz auf dem Transport ab Hooghalen nach Auschwitz. Der Transport macht einen Zwischenstopp in Cosel rund 80 Kilometer vor Auschwitz. Dort mussten „arbeitsfähige“ Männer im Alter zwischen 15 und 50 Jahren in Lagern der Organisation Schmelt, wie beispielsweise in Blechhammer, schuften. Für die Oberschlesischen Hydrierwerke stellten sie dort synthetisches Benzin her.

März 1944 in Auschwitz werden die Häftlingsnummern 175628-176498 vergeben; Siegbert Weiss bekommt die Nummer 175955 in den linken Unterarm tätowiert.

18.1.1945 Auflösung von Auschwitz; Todesmarsch nach Gleiwitz; Groß Rosen

10.2.1945 Ankunft von Siegbert Weiss mit Ruben Ohringer aus Groß Rosen im KL Buchenwald

5.-9.3.1945 Transport von Buchenwald ins Lager„Wüste“, Außenlager von KL Natzweiler

10.3.1945 Registrierung im KL Natzweiler, Außenlager Code „Wüste“

April 1945 Todesmärsche Richtung Dachau

April 1945 Tod von Ruben Ohringer im KL Dachau

Ende April 1945 Befreiung, Rückkehr nach Amsterdam

Transport 33 Drancy

16.9.1942 Mutter Eva und Stiefvater Niwes auf dem Transport 33 von Drancy nach Auschwitz

Vermutlich waren beide auf dem Weg in die rettende Schweiz in Frankreich verhaftet worden

Der Drancy Transport macht einen Zwischenstopp in Cosel, wo Stiefvater Josef Niwes ebenfals zur Zwangsarbeit für die Organisation Schmelt rekrutiert wird

Nachkriegszeit

Vater Egon Weiss überlebt in Halfweg, Niederlande als onderduiker im Versteck

25.11.-2.12.1947 Vater Egon Weiss auf der SS NIEUW AMSTERDAM von Rotterdam nach New York

Ziel ist seine Schwester Ida und deren Mann Max Spiegel

27.5.1949 Tod des Stiefvaters Josef Niwes

22.11.1994 Siegbert Weiss stirbt an Krebs in Hoofdorp

Gedenken

Stolpersteine für die Großeltern Abraham und Frouwktje Weiss in Bünde; für Abraham und Frouktje wurden kürzlich auch Gedenksteine in Apeldoorn gesetzt.

Stolperstein für Siegbert Weiss in Bünde, Heidkampstraße 11
32257 Bünde, wie für Bruder Manfred und Mutter Eveline Weiss

Grabstein für Siegbert Weiss auf dem Liberaal Joodse Begraafplaats Gan Hasjalom, Hoofddorp; zum Gedenken an die Mutter Eva und Bruder Fredy

Quellen

https://www.myheritage.de/research

https://stolpersteine.wdr.de/web/de/stolperstein/7476

https://www.gedenkstenen-apeldoorn.nl/420-namen

https://research.annefrank.org/en/personen/9e8f75fe-33be-47ec-8ba0-0ae2f9af8a13

https://archief.amsterdam/indexen/persons?ss=%7B%22q%22:%22Marcus%201902%22%7D

https://archief.amsterdam/indexen/persons?ss=%7B%22q%22:%22Niwes%22%7D

https://collections.arolsen-archives.org/de/document/7393698

https://collections.arolsen-archives.org/de/document/130398160

Kelly Bauer, Syds Wiersma, Kibboets op de Klei, Fries Film Archief Leeuwarden, 2020

Auke Zeldenrust, Kibboets op de Klei, Boom, 2020

Morris Schnitzer, My three selves, a memoir, Lugus, Toronto, 2002

Hannelore Grünberg-Klein, Zolang er nog tranen zijn, Nijgh & Van Ditmar, 2015

Mirjam Pinkhof, De Jeugdalijah van het Paviljoen Loosdrechtsche Rade, 1998

Frans van der Straaten, Om nooit te vergeten. Herinneringen en belevenissen aan/van Palestina-Pioniers in Nederland gedurende de oorlogsjaren 1939-1945

https://collections.yadvashem.org/en/documents/3655767

https://www.gfh.org.il/eng/Archive

Staatsarchiv Israel, Mandat zur Einbürgerung in Palästina, 1937-1947

https://yvng.yadvashem.org/index.html?language=de

Veröffentlicht von Franz-Josef Wittstamm

Geboren 31. Mai 1951 in Recklinghausen Gymnasium Petrinum 1961 bis Abitur1970 Studium der Humanmedizin in Bochum Approbation 1981 Promotion1982 Facharzt für Innere Medizin, Kardiologie, Intensivmedizin Im Ruhestand seit 2016

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