Erlanger Ernst

Ernst Ludwig Ariel Erlanger

*23.11.1915 in Worms

Staatsangehörigkeit deutsch

Religion jüdisch

Vater Jacob Erlanger *3.8.1874 in Illereichen Altenstadt; 19.5.1944 Tod in Auschwitz

Mutter Ottilie Emmel *9.2.1883 in Bad Ems

Geschwister

Elsbeth Elisheva Erlanger *17.11.1917 Worms; 25.8.2009 in Haifa; oo Liebschitz

Werner Erlanger *6.5.1924 in Worms; 10.6.1948 Kibbuz Gezer

Beruf Steuerberater in Netanja

Adressen Worms, div. Adressen; Altkarbe

Heirat

Kinder

Weiterer Lebensweg

1933 Elsbeth Erlanger abgemeldet nach Karlsruhe

Landwerk Altkarbe

12.5.1935 Ernst Erlanger abgemeldet aus Worms zur Hachschara ins Landwerk Altkarbe in der Neumark, heute Polen. Es bestand zwischen 1933 und 1936 auf dem Gut Obermühle des jüdischen Landwirts Siegmund Levy. Die Chaluzim kamen zumeist aus dem Makkabi Hazair. Das Lager wird auf Veranlassung des Reichskriegsministers zum 1.8.1936 durch die Staatspolizeistelle Frankfurt/Oder geschlossen, „da es sich in unmittelbarer Nähe zu militärischen Anlagen befindet. … Die Lagerinsassen wurden in das Umschulungslager in Havelberg untergebracht.“

Nach ihrer Alija gründeten die Chaluzim aus Altkarbe den Kibbuz Maʿayan Zvi bei Haifa.

1935 Fotoserie von Abraham Pisarek; Bildarchiv Pisarek / akg-images 

3.9.1936 Alija von Ernst Erlanger, Ankunft auf der SS TEL AVIV in Haifa

Minderheiten-Volkszählung

17.5.1939 beide Eltern in Worms, Hafergasse 7

20.9.1939 Bruder Werner nach Dänemark

Hachschara in Rissen- Kibbuz ʿEjn Chajim

1939 Elsbeth zur „Älteren Hachschara“ in Rissen/Blankenese, hier existierten drei Zentren für die Älteren/Erwachsenen: Ejn Chajim (seit August 1933), Schachal und Cherut-Charut (beide seit Dezember 1933) Elsbeth war im Kibbuz Ejn Chajim („Quell des Lebens“) in Hamburg-Rissen (ab August 1933) im Tinsdaler Kirchenweg 245

Alija beth auf der SS HILDA – Sonderhachschara 2

12.10.1939 Bahnfahrt von Elsbeth Erlanger ab Berlin über Frankfurt und Passau nach Wien; die zweite Hälfte des Transportes kam von Breslau nach Wien

14.10. 1939 Ankunft in Wien, über die Schwarzmeerroute Bratislava, Budapest, Belgrad, Bukarest

6.11.1939 Ankunft in Sulina, Schwarzmeer-Hafen

26.11.1939 Abfahrt mit 729 Passagieren auf der SS HILDA

15.1.1940 hinter den Dardanellen von britischer Marine gestoppt und geentert

22.1.1940 Ankunft vor der Dreimeilen-Zone vor Haifa

24.1.1940 Britische Mandatsbehörden verweigern die Landung

29.1.1940 Ankunft Haifa nach Abschluss von Verhandlungen zwischen Sochnut (Jewish Agency) und britischer Mandatsregierung

29.1.1940 mit Bussen in das Internierungslager nach Athlit verbracht

14.2.1940 Registrierung von Elsbeth Erlanger in Athlit;

sie gibt als Referenz an Oskar Frank und Bernhard Spies beide aus Worms , als Gemeindeältesten den Rabbi M Rosenberg aus Worms

(Dokument D/648/40/CHU)

18.2.1940 Entlassung der Frauen aus dem Lager; Elsbeth geht zunächst zu Bruder Ernst

29.7.1940 Entlassung der Männer aus dem Lager Athlit

Worms Theresienstadt Auschwitz

Verbringung der Eltern aus dem Judenhaus, Judengasse 24 in Worms nach Darmstadt

27.9.1942 beide Eltern auf dem Transport 17/1 von Darmstadt nach Theresienstadt

16.5.1944 beide Eltern auf dem Transport E a von Theresienstadt nach Auschwitz

Nachkriegszeit

14.5.1948 Erklärung der Staatsgründung durch Ben Gurion

10.6.1948 Bruder Werner gefallen im Unabhängigkeitskrieg bei der Verteidigung des Kibbuz Gezer

Gedenken

1955 und 12.1.2003 Pages of Testimony für die Eltern von Arie Erlanger

Stolpersteine für die Eltern Jakob und Ottilie in Worms, Hafergasse 7

Quellen

Hubertus Fischer: Hachschara in der Neumark, Altkarbe, Dragebruch und Heinersdorf, 2018

Deutsche Minderheiten-Volkszählung 1939

https://collections.arolsen-archives.org/de/document/11201512

https://collections.arolsen-archives.org/de/document/11201659

https://collections.arolsen-archives.org/de/document/4975208

https://www.ushmm.org/online/hsv/source_view.php?SourceId=19561

www.raoulwallenberg.net/general/ruth-kl-uuml-ger-mossad-le/

Rudolf Stern (Chawer aus Dortmund), Meine Aliyah – 13. Oktober 1939 – 29. Januar 1940; unveröffentliches Manuskript, 1987

Veröffentlicht von Franz-Josef Wittstamm

Geboren 31. Mai 1951 in Recklinghausen Gymnasium Petrinum 1961 bis Abitur1970 Studium der Humanmedizin in Bochum Approbation 1981 Promotion1982 Facharzt für Innere Medizin, Kardiologie, Intensivmedizin Im Ruhestand seit 2016

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