Michael Kratenstein
*24.10.1910 in Dresden; ✡ vor 1945 in Polen
Staatsangehörigkeit polnisch
Religion jüdisch
Vater Nachmann Krattenstein *5.9.1877 in Nadworna; ✡ 6.6.1941 in Dachau
Mutter Blima Bertha Koltan *15.5.1885 in Nakel, Wirsitz; ✡ vor 1945 in Polen
Geschwister
Karl Leo Krattenstein *17.12.1906 in Dresden
Klara Krattenstein *26.4.1909 in Dresden; ✡29.8.1939; oo Leiser Grünberg (*1902)
Fany Rifka Krattenstein *1.6.1912 in Dresden; ✡ vor 1945 in Polen
Adressen Dresden; Regensburg, Weißenburgstraße 31
Beruf Gärtner
Heirat –
Kinder –
Weiterer Lebensweg
1937/38 Bruder Karl emigriert
Beth Chaluz Regensburg
Michael Kratenstein ins Beth Chaluz Regensburg zur Hachschara
Das Beth Chaluz in Regensburg, Weißenburgstraße 31 war ein Hachschara-Wohnheim des Hechaluz, auch „Praktikantenheim“ genannt. Es bestand zumindest seit 1936.
Erste Polenaktion
Am 28. Oktober 1938 um 7:30 Uhr werden neun Juden mit polnischen Pässen verhaftet, aus dem Beth Chaluz traf dies Michael Kratenstein und weitere sechs polnische Chaluzim, die im ersten Massentransport des NS-Zeit (15000) abends um 20:10 Uhr über die polnische Grenze nach Zbaszyn getrieben werden.

Edith Weinreb, Erna Margules, Haskel Ordynans, Sally Frizner, David Finkelstein, Karol Sokolski, Michael Krattenstein
Susi Schmerler aus dem Hachscharalager Urfeld notierte in ihrem Tagebuch über die in Zbaszyn gestrandeten Chaluzim:
„Es sind ungefähr 25 Chaluzim, die alle schon in Deutschland auf Hachschara waren und jetzt zur Auslands-Hachschara oder Alija gehen sollten.“
28.10.1938 beide Eltern und Schwester Fany aus Dresden nach Zbaszyn abgeschoben
Im März 1939 wird den in Zbaszyn festsitzenden Chaluzim genehmigt, nach Berlin in die Zentrale des Hechaluz und der Jugendalija in der Meineckestraße 10 zu reisen, um ihre Emigration vorzubereiten.
August 1939 Vater Nachman Krattenstein aus Zbaszyn nach Dresden zurückgekehrt wegen Gründstücksverkauf
1940 Schwester Fany in Krakau
Deutsche Volkszählung -Minderheitenzählung
17.5.1939 Schwester Klara mit Mann Leiser Grünberg in Leipzig, Walter-Blümel-Straße 18
17.5.1939 noch im Beth Chaluz in Regensburg, Weißenburgstraße 31 registriert die vier Ma’apilim Erna Margules, Isaak Sapierstein, Erich Schlorch und Karel Sokolski, die am 12.8.1939 auf der SS DORA am Strand von Shefayim nahe Tel Aviv mit Booten illegal ins Land gebracht werden
Britischer Census
Im März 1939 wird den in Zbaszyn festsitzenden Chaluzim genehmigt, nach Berlin in die Zentrale des Hechaluz und der Jugendalija in der Meineckestraße 10 zu reisen, um ihre Emigration vorzubereiten.
29.9.1939 Michael Kratenstein in der Trainingsfarm Germthorn Refugees, Mildenhall, Suffolk
Zweite Polenaktion
August 1939 Vater Nachman Krattenstein aus Zbaszyn nach Dresden zurückgekehrt wegen Gründstücksverkauf
1.9.1939 Überfall der Wehrmacht auf Polen
Ab dem 7.9.1939 Verhaftung polnisch-stämmiger Männer als feindliche Ausländer
Anfang September1939 Verhaftung des Vaters in Dresden, Polizeigefängnis
31.10.1939 Einweisung in das KL Sachsenhausen
3.9.1940 Überstellung des Vaters in das KL Dachau
6.6.1941 Tod des Vaters im KL Dachau
Gedenken
–
Quellen
https://apps.bundesarchiv.de/gedenkbuch/en1465838
https://apps.bundesarchiv.de/gedenkbuch/en581046
https://collections.arolsen-archives.org/de/document/4090912
https://collections.arolsen-archives.org/de/document/130429410
https://www.heimatforschung-regensburg.de/2485/1/1063113_DTL1773.pdf
Siegfried Wittmer, Geschichte der Regensburger Juden von 1903 bis 1935
Siegfried Wittmer, Geschichte der Regensburger Juden von 1936 bis 1938
https://www.mappingthelives.org
Deutsche Minderheiten-Volkszählung 1939
https://hachschara.juedische-geschichte-online.net/ort/12
https://yvng.yadvashem.org/index.html?language=de
https://digipres.cjh.org/delivery/DeliveryManagerServlet?dps_pid=FL4311316