Schweriner Ruth

Ruth Henriette Schweriner

*30.3.1917 in Berlin

Staatsangehörigkeit deutsch; staatenlos

Religion jüdisch

Vater Siegmund Schweriner *10.5.1867; ✡27.6.1935 in Berlin

Heirat der Eltern 1905

Mutter Gertrud Jacob *24.3.1881 in Penzlin; ✡ 12.12.1942 in Auschwitz

Geschwister

Heinz Joachim Schweriner *4.2.1906 in Stettin; ✡1943 in Auschwitz; oo Erna Friedmann (*23.7.1911 in Schrimm; ✡1943 in Auschwitz)

Beruf Zahntechnikerin; landwirtschaftliche Arbeiterin

Adressen Berlin, Alt Moabit 84 a; Havelberg; Dänemark; Schweden

Heirat Werner Waitzfelder*30.8.1915 in Mannheim; ✡ 4.12.2002 in Farsta Stockholms Lan

Kinder eins

Weiterer Lebensweg

1929/30 im Jüdischen Adressbuch für Groß-Berlin

27.6.1935 Tod des Vaters in Berlin

Waldgehöft Havelberg

6.5.1938 Eintritt von Werner Waitzfelder als Leiter der Makkabi-Gruppe im landwirtschaftlichen Hachscharalager im Waldgehöft nördlich von Havelberg (1934-1941), Träger bis zum Pogrom November 1938 war der Hechaluz, dann die RVJD. Die frühere Jagdpacht gehörte dem jüdischen Rechtsanwalt Siegfried Freund, er war zunächst auch der Leiter. Es umfasste acht Hektar Land, eine kleine Villa, zwei Wohnhäuser, eine Werkstatt, einen Stall, Gewächshäuser und Schuppen. Bis zu 50 Chaluzim waren hier untergebracht.

16.11.1936 Richard Horn eingestellt als Betriebsleiter in Havelberg; in dieser Funktion bleibt er bis September 1939.

6.5.1938 Eintritt von Werner Waitzfelder als Leiter der Makkabi-Gruppe

16.5.1938 Ruth Schweriner mit einer Gruppe von fünf durch die Berliner Zionistische Vereinigung BZV finanzierten Chaluzim von Berlin zur Hachschara nach Havelberg

30.6.1938 Auf der Belegschaftsliste von Havelberg finden sich neben den angestellten Leitern Horn und Waitzfelder 12 Chaluzim und fünf Chaluzoth.

Chalozoth in Havelberg 1936

Im Novemberpogrom 1938 wird das Gehöft verwüstet. Alle Männer über 17 Jahre ins örtliche Polizeigefängnis gebracht, so auch Werner Waitzfelder.

Die Chaluza Annette Eick berichtet:

»Die Frau unseres Leiters (Johanna Horn) war auf der Farm geblieben und stand vor der Entbindung. Das Kind blieb im Bauch, sie hat furchtbar gelitten und ist daran gestorben.«

Johanna Horn ist auf dem jüdischen Friedhof unweit vom Waldgehöft begraben.

Nach dem September 1939 waren Nachfolger von Richard Horn als Betriebsleiter in Havelberg Siegfried Freund, Artur Posnanski, Alfred Selbiger, Heinz Berg und Hilde Nathan.

Sommer 1941 Bei Auflösung von Havelberg gehen der Leiter Heinz Berg nach Paderborn, die Chawerim Willy Ansbacher und Erich Wallach sowie die Chaweroth Johanna David, Suse Fliess, Ingeborg Frank, Susanne Rosenthal und Carla Wagenberg in das Arbeitslager Neuendorf, die Zwillingsbrüder Manfred und Artur Tannenbaum in die „Domäne Altlandberg“.

12.5.1939 Emigration zur Einzelhachschara nach Dänemark

17.5.1939 Mutter Gertrud, Bruder Heinz und dessen Frau Erna Schweriner in Berlin, Alt Moabit 84 a bei der Minderheitenvolkszählung

Ausnahmezustand in Dänemark 1943

12.5.1939 Emigration von Ruth und Kurt Waitzfelder nach Dänemark zur Hachschara auf einzelnen Bauernhöfen

9.4.1940 Einmarsch der Deutschen in Dänemark; Dänemark bleibt in Teilen autonom bis zum Oktober 1943

29.8.1943 Die deutschen Besatzer verkünden den „Ausnahmezustand“ wegen zunehmender Widerstandaktionen

17.9.1943 Adolf Hitler befiehlt die Endlösung für die Juden in Dänemark

September 1943 Anordnung von Werner Best, SS-Obergruppenführer und Generalbevollmächtigter für Dänemark

„Die Festnahme der zu evakuierenden Juden erfolgt in der Nacht vom 1. zum 2.10.43. Der Abtransport wird von Seeland zu Schiff (ab Kopenhagen), von Fünen und Jütland mit der Bahn Sonderzug durchgeführt“.

28.9.1943 der deutsche Diplomat Georg Ferdinand Duckwitz verrät die geplante Deportation bei einem Treffen mit dänischen Sozialdemokraten.

Oktober 1943 7700 Juden können sich mit Hilfe der dänischen Bevölkerung in einer Massenflucht über den Øresund (Ostsee) nach Schweden retten.

6.10.1943 Ankunft von Ruth und Kurt Waitzfelder in Ljunghusen, Schweden.

4.12.2002 Tod von Werner Waitzfelder in Farsta Stockholms Lan

24. Osttransport von Berlin nach Auschwitz

9.12.1942 Mutter Gertrud, Bruder Heinz und dessen Frau Erna Schweriner auf dem 24. Osttransport von Berlin nach Auschwitz

Gedenken

Grabstein für Werner Waitzfelder auf dem Södra Judiska Begravningsplatsen, Stockholm

Quellen

https://www.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de1158458

https://www.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de1158268

https://www.mappingthelives.org

Deutsche Minderheiten-Volkszählung 1939

https://collections.arolsen-archives.org/de/document/11257636

https://collections.arolsen-archives.org/de/document/127207590

https://safe-haven.dk

https://safe-haven.dk/fileadmin/user_upload/Landfiskalrapport_Waitzfelder__Ruth_Henriette.pdf

https://yvng.yadvashem.org/index.html?language=de

Peter W. Lande,  Jewish „Training“ Centers in Germany, Manuskript von 1978 im Bestand des Centers for Jewish History

https://digipres.cjh.org/delivery/DeliveryManagerServlet?dps_pid=FL4311316

Veröffentlicht von Franz-Josef Wittstamm

Geboren 31. Mai 1951 in Recklinghausen Gymnasium Petrinum 1961 bis Abitur1970 Studium der Humanmedizin in Bochum Approbation 1981 Promotion1982 Facharzt für Innere Medizin, Kardiologie, Intensivmedizin Im Ruhestand seit 2016

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