Schlachet Bruno

Bruno Berisha „Jossel“ Schlachet

*14.7.1924 in Wien; ✡ 25.6.2006 in Hilton Head Island

Staatsangehörigkeit polnisch, Österreich, staatenlos

Religion jüdisch

Vater Gerson Schlachet *27.3.1889 in Brzesko; ✡ 1949

Mutter Mindela Malvi Minz/Storch *18.8.1898 in Jadownika; ✡ 1974

Großeltern Berisha und Ratze Minz

Geschwister

Hugo Schlachet *25.5.1920 in Wien; ✡ 1.3.1996 in Ohio, USA

Rita Schlachet *20.20.1921 in Wien; ✡ 8.10.1944 in Auschwitz; oo Majerowicz

Max Schlachet *4.3.1926 in Wien; ✡ 2006

Evelyn Schlachet *9.11.1931 in Wien; ✡?

Beruf Landwirtschaftlicher Praktikant

Adressen Wien, Nordbahnstr. 38; Mutter wohnt in Münster, Ritterstraße 42

Heirat Margalit Moyal

Kinder  zwei

15.5.1938 Antrag des Vaters auf Ausreise-Unterstützung bei der IKG Wien

Weiterer Lebensweg

6.2.1939 Mit Bruder Max auf Kindertransport von Wien nach Enschede, Hofstr. 8

23.2.1939 Mit Bruder Max Quarantine Beneden Heijplaat, Quarantainestraat 1, Rotterdam

5.8.1939 Mit Bruder Max Quarantine Amsterdam, Zeeburgerdijk 321, Amsterdam

6.3.1940 Mit Bruder Max ins Flüchtlingslager Westerbork

Jeugdalijah

Im Jahre 1939 eröffnete die Jeugdalijah in Amsterdam die Hachschara Zentren in Mijnsheerenland und „Het Paviljoen Loosdrechtse Rade“, nachdem das Waisenhaus Vondelhof in Amsterdam diese Funktion verloren hatte.

Mijnsheerenland

Ab 1939 bestand parallel der Jugendalija Hof van

Moerkerken in Mijnsheerenland für unter 15-Jährige.

22.3.1940 Mit Bruder Max nach Mijnsheerenland

10.5.1940 Überfall der Wehrmacht auf Holland, Belgien, Luxemburg und Frankreich

28.8.1940 Bruder Max zurück ins Kamp Westerbork

Wegen des Räumungsbefehls für alle Juden in den Küstenregionen musste Mijnsheerenland am 16.10.1940 geschlossen und 25 Chaluzim in Loosdrecht untergebracht werden

Het Paviljoen Loosdrechtse Rade

16.10.1940 Bruno Schlachet nach Loosdrecht

Kibbuz Elden

31.3.1941 Bruno Schlachet nach Abschluss der Umschulung in Loosdrecht in den Kibbuz Elden im „Huize Voorburg“.

Huize Voorburg, Drielse Dijk war im Besitz der Familie Kahn.

Juni 1941-Oktober 1942 für Chaluzim mit abgeschlossener Hachschara und Palästinazertifikat als gemeinsames Projekt der „Deventer Vereniging tot vakopleiding“ und der religiösen Misrachi- Dath WaEretz

Oktober 1942 Auflösung aller jüdischer Arbeitslager

3.10.1942 Razzia im Huize Voorburg, Verhaftung von 36 der 40 Chaluzim in Elden und Verbringung ins „Polizeiliche Judendurchgangslager Westerbork“, dazu zählen auch der Leiter von Huize Voorburg Ernst Cosmann, Kurt Pollack aus Bochum, Rosa Kratzer aus Dortmund und ihr Verlobter Gerd Sternlicht (*16.7.1924); Leo Goldschmidt (*26.7.1924) und Verlobte Clara Helena Leefsma (*15.9.1924)

Vier Chaluzim bleiben zum Aufräumen zurück

Kamp Westerbork

4.10.1942 Transport nach Hooghalen. Zu Fuß in das polizeiliche Judendurchgangslager Westerbork. Die Bahntrasse Hooghalen-Westerbork wurde erst im November 1942 fertiggestellt.

In Westerbork blieb die gesamte Elden-Gruppe nach Intervention von Josef Samson („oude kampbewooner“) zunächst von den Deportationen zurückgestellt; dessen Sohn Manfred Shlomo Samson war ebenfalls Mitglied der Elden- Hachschara.

Vater Josef Samson, Leiter der Arbeitsverwaltung in Westerbork, Innendienst-Abteilung 5, arrangiert mit dem SS-Kommandanten Gemmeker, die Chaluzim als qualifizierte Landarbeiter auf Feldern außerhalb des Lagers einzusetzen. Neben dem Lager befand sich ein Bauernhof, genannt Schattenberg, den sie bewirtschafteten und dies Hachschara Westerbork nannten. Diese Pioniere, nicht nur aus Elden, wurden nach ihrem Leiter Josef Klijnkramer als „Kleinkramer-groep“ bezeichnet.

Die meisten waren im „Hachschara-Block Nr. 64 untergebracht.

14.9.1943 Deportation der über 20-jährigen Chaluzim nach Auschwitz; auf diesem Transport befanden sich mehrere orthodoxe Chaluzim u.a. Ernst Cosmann, Heinz Friedländer, Arnold ErlangerKarl Elias und Erwin Moses.

 Die Chaluzim unter 21 Jahren mit Palästina Zertifikat nach abgeschlossener Hachschara erhielten eine Palästina-Verklaring als „Austauschjuden“; sie sollten gegen Deutsche, die in Palästina („Templer“) oder einem anderen Staat des Britischen Empire lebten.

Austauschtransporte von Westerbork nach Bergen Belsen

Ab dem 14.9.1943 bis 19.5.1944 kamen etwa 3572 Häftlinge aus Westerbork in sieben Transporten direkt nach Bergen-Belsen, unter anderem Juden mit doppelten Staatsbürgerschaften, Diamantschleifer mit ihren Familien und diejenigen, die auf einer Einreiseliste für Palästina standen.

Die „Austauschjuden“ kommen in das Sternlager Bergen-Belsen, einem vom eigentlichen Konzentrationslager abgetrennten Bereich; sie dürfen weiterhin ihre Zivilkleidung mit dem „Stern“ tragen.

11.1.1944 Bruno Schlachet auf dem zweiten Transport von 1037 „Austauschjuden“ nach Bergen Belsen

Der Verlorene Zug

10.4.1945 Evakuierung der Austauschjuden von Bergen-Belsen mit dem Ziel Theresienstadt

23.4.1945 Irrfahrt des verlorenen Zuges endet an der gesprengten Elsterbrücke; Ankunft Tröbitz,

Befreiung der drei Geschwister Bruno, Max und Evelin Schlachet in Tröbitz durch die 1. Ukrainische Front der Roten Armee, General Tschukow

Befreiung der drei Geschwister Bruno, Max Gerson und Evelin Schlachet in Tröbitz durch die 1. Ukrainische Front der Roten Armee, General Tschukow

Rückkehr in die Niederlande; Bruno nach Loosdrecht, Max und Evelyn ins ehem. Hotel Elberfeld in Amsterdam

10.8.1945 in Chateau La Roche bei Toulouse mit 5 anderen Chawerim zur Alija; er schreibt einen Brief an Josef Weiß, zuvor Judenältester in Bergen Belsen; er wartet auf eine Gelegenheit zur Alija Beth

Gedenken

Quellen

Mirjam Pinkhof, De Jeugdalijah van het Paviljoen Loosdrechtsche Rade, 1998

Frans van der Straaten, Om nooit te vergeten. Herinneringen en belevenissen aan/van Palestina-Pioniers in Nederland gedurende de oorlogsjaren 1939-1945

https://collections.arolsen-archives.org/de/document/130370827

https://collections.arolsen-archives.org/de/document/130370825

http://www.dokin.nl/surviving_children/bruno-schlachet-born-14-jul-1924/

http://www.dokin.nl/surviving_children/evelyn-schlachet-born-9-nov-1931/

Max Schlachet (born 4 March 1926)

https://collections.yadvashem.org/en/documents/3655767

https://www.mappingthelives.org

Deutsche Minderheiten-Volkszählung 1939

Staatsarchiv Israel, Mandat zur Einbürgerung in Palästina, 1937-1947

https://yvng.yadvashem.org/index.html?language=de

Veröffentlicht von Franz-Josef Wittstamm

Geboren 31. Mai 1951 in Recklinghausen Gymnasium Petrinum 1961 bis Abitur1970 Studium der Humanmedizin in Bochum Approbation 1981 Promotion1982 Facharzt für Innere Medizin, Kardiologie, Intensivmedizin Im Ruhestand seit 2016

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