Paul Arie Ransenberg
*19.1.1911 Calle oder Porz; ✡ 9.1.1991 Kfar Giladi
Staatsangehörigkeit deutsch
Religion jüdisch
Vater Adolf Ransenberg *21.10.1872; ✡ 7.2.1945 in Theresienstadt
Mutter Rosa Jansen *25.8.1878 in Oberdrees; ✡ 19.12.1942 in Theresienstadt
Großmutter Amalie Merle Dahlheim ; ✡ ?
Geschwister
Gerda Ransenberg *22.5.1914; ✡ 25.10.1986 in Kfar Giladi
Edmund Ransenberg *25.8.1915 in Köln; ✡ ? in Riga; oo Erika Laschat (*8.5.1918 in Essen)
Neffe Denny Ransenberg geb Laschat *23.4.1939
Adressen Kalle; Köln ; Ellguth
Heirat Rachel Weil *10.12.1924 in Satu Mare; ✡27.1.2006
Kinder zwei
Beni Regev
Weiterer Lebensweg
Das Lehrgut Ellguth
Paul Ransenberg zur Hachschara ins Lehrgut Ellguth
Die Eröffnung des Lehrgutes Ellguth in Steinau bei Falkenberg/Klein-Schnellendorf erfolgte in Trägerschaft des Hechaluz am 19.12.1937. Die Leitung wurde Edgar und Elly Freund von der „Jüdischen Jugendhilfe Berlin“ übertragen. Zur Eröffnung kam als Madrich für die Landwirtschaft Georg Josephsthal, zuvor Generalsekretär des Hechaluz und im Merkas des Habonim. Seine Frau Senta übernahm die Milchwirtschaft des Gutes. Als landwirtschaftlicher Inspektor wurde der Nichtjude Bless eingestellt. Bis zu 100 Chaluzim wurden hier ausgebildet.
Im August 1938 mussten Georg und Senta Josephthal, im September das Ehepaar Freund nach Warnungen vor der Gestapo das Gut verlassen. Nachfolger wird Fritz Wolff.
Polenaktion
28.10.1938 Bei der „Polenaktion“ wurden auch aus Ellguth wie in anderen Hachscharalagern polnischstämmige Chaluzim abgeschoben. Diese konnten aber oftmals illegal wieder zurückkehren.
Novemberpogrom
10. 11.1938 zwei Jugendliche aus Breslau mit Motorrad berichten über die Pogromexzesse. 10.11.1938 nachmittags erscheint ein örtlicher Polizist, um Waffen zu suchen
10.11.1938 Mob aus Bauern und SA überfällt das Gut, alle Bewohner werden auf LKW in das Polizeigefängnis Oppeln gebracht; die erwachsenen Männer werden nach Buchenwald transportiert, Frauen und Jungen wieder entlassen.
Nach der Entlassung flüchten einige wie Erich Heumann in die Niederlande ins Werkdorp
Januar 1939 Wiedereröffnung des Lagers Ellguth durch den BACHAD mit 40 Chaluzim; Die Leitung übernahm Armin Duschinski aus Wien.
17.5.1939 Paul Ransenberg bei Minderheiten-Volkszählung mit 84 Juden in Falkenberg, Klein Schnellendorf
Alija beth auf der SS HILDA – Sonderhachschara 2
12.10.1939 Bahnfahrt von 31 Chaluzim aus Ellguth ab Breslau nach Wien; die zweite Hälfte des Transportes kam von Berlin über Frankfurt und Passau nach Wien.
14.10. 1939 Ankunft in Wien, über die Schwarzmeerroute Bratislava, Budapest, Belgrad, Bukarest
6.11.1939 Ankunft in Sulina, Schwarzmeer-Hafen
26.11.1939 Abfahrt mit 729 Passagieren auf der SS HILDA
15.1.1940 hinter den Dardanellen von britischer Marine gestoppt und geentert
22.1.1940 Ankunft vor der Dreimeilen-Zone vor Haifa
24.1.1940 Britische Mandatsbehörden verweigern die Landung
29.1.1940 Ankunft Haifa nach Abschluß von Verhandlungen zwischen Sochnut (Jewish Agency) und britischer Mandatsregierung
29.1.1940 mit Bussen in das Internierungslager nach Athlit verbracht
18.2.1940 Entlassung der Frauen aus dem Lager
28.4.1940 Registrierung von Paul Ransenberg in Athlit;
29.7.1940 Entlassung der Männer aus dem Lager Athlit
Köln – Riga
7. 12.1941 Bruder Edmund mit sechs weiteren Mitgliedern der Familie Ransenberg von Köln nach Riga, Skirotawa
10. August 1942, Stutthof
Köln – Theresienstadt
Beide Eltern inhaftiert im Sammellager Köln Müngersdorf
15.6.1942 von Köln nach Theresienstadt

7.2.1945 Tod des Vaters in Theresienstadt
19.12.1945 Tod der Mutter in Theresienstadt
Essen – Auschwitz

Neffe Denny Ransenberg vermutlich in Essen, Elisenstraße 111 in einer Pflegefamilie

27.2.1943 ohne Angehörige deportiert aus Essen nach Düsseldorf
1.3.1943 Neffe Denny Ransenberg auf dem Transport Trier – Düsseldorf – Essen – Dortmund nach Auschwitz („Fabrikaktion“)
Gedenken
Pages of Testimony für Bruder Edmund und weitere Mitgliedern der Familie Ransenberg von Alex Salm
Vier Stolpersteine in Köln Neustadt, Melchiorstraße 25 für Adolph, Rose sowie Erika und Edmund
12.10.2017 Stolperstein für den Neffen Denny Ransenberg in Essen, Elisenstraße 111
Quellen
https://www.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de947051
https://www.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de947094
https://www.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de947093
https://www.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de1000517
https://www.ushmm.org/online/hsv/source_view.php?SourceId=19561
https://www.statistik-des-holocaust.de/OT411207_32.jpg
https://collections.arolsen-archives.org/de/document/5110124
www.raoulwallenberg.net/general/ruth-kl-uuml-ger-mossad-le/
Rudolf Stern (Chawer aus Dortmund), Meine Aliyah – 13. Oktober 1939 – 29. Januar 1940; unveröffentliches Manuskript, 1987
https://www.mappingthelives.org
Deutsche Minderheiten-Volkszählung 1939
https://hachschara.juedische-geschichte-online.net/ort/12
https://yvng.yadvashem.org/index.html?language=de
https://digipres.cjh.org/delivery/DeliveryManagerServlet?dps_pid=FL4311316
Staatsarchiv Israel, Einwanderungslisten
Danuta Czech, Lagerbuch von Auschwitz