Schlachter Paula

Paula Schlachter

*25.2.1920 in Berlin; ✡ 15.12.2011 in Kalifornien

Staatsangehörigkeit Polen, deutsch, staatenlos, Israel, USA

Religion jüdisch

Vater Elias Schlachter *13.2.1891 in Plock, Polen; ✡ in Riga

Mutter Chaja Rudava/Rudasch *17.9.1895 in Plock; ✡ in Riga

Geschwister

Helga Schlachter *29.12.1930 in Berlin; ✡ in Riga

Beruf Schneiderin

Adressen Berlin Prenzlauer Berg Metzer Straße 23; Tegel, Steinbergstraße 52; Ellguth

Heirat

Erste Ehe in Palästina mit Manfred Rose * 18.5.1906 in Dornum; Überlebender; ✡ ?

2.Ehe 15.2.1952 in Los Angeles mit Moshe Ben Eliezer Sanders *1915

3.Ehe 5.5.1957 in Los Angeles Ferdinand Frederick Stiebel/Fred Steele *1925

Kinder

Weiterer Lebensweg

1921 Einbürgerung der Familie Schlachter als deutsche Staatsbürger

1926 Einschulung, Volksschule in Berlin

1930-1933 Lyceum

1933 noch drei Monate Volksschule Prenzlauer Allee

1933 Entzug der deutschen Staatsbürgerschaft, dann staatenlos

1933-1939 Schneiderlehre/ Schneiderin bei der Fa. Fabian, Berlin, Lützowplatz 16

17.5.1939 beide Eltern und Schwester Paula in Berlin Prenzlauer Berg Metzer Straße 23 bei der Minderheitenzählung

Das Lehrgut Ellguth

Februar 1939 Paula Schlachter zur Hachschara in das Lehrgut Ellguth

Die Eröffnung des Lehrgutes Ellguth in Steinau bei Falkenberg/Klein-Schnellendorf erfolgte in Trägerschaft des Hechaluz am 19.12.1937. Die Leitung wurde Edgar und Elly Freund von der „Jüdischen Jugendhilfe Berlin“ übertragen. Zur Eröffnung kam als Madrich für die Landwirtschaft Georg Josephsthal, zuvor Generalsekretär des Hechaluz und im Merkas des Habonim. Seine Frau Senta übernahm die Milchwirtschaft des Gutes. Als landwirtschaftlicher Inspektor wurde der Nichtjude Bless eingestellt. Bis zu 100 Chaluzim wurden hier ausgebildet.

Im August 1938 mussten Georg und Senta Josephthal, im September das Ehepaar Freund nach Warnungen vor der Gestapo das Gut verlassen. Nachfolger wird Fritz Wolff.

Polenaktion

28.10.1938 Bei der „Polenaktion“ wurden auch aus Ellguth wie in anderen Hachscharalagern polnischstämmige Chaluzim abgeschoben. Diese konnten aber oftmals illegal wieder zurückkehren.

Paula Schlachter als „staatenlos“ konnte nicht abgeschoben werden.

Novemberpogrom

10. 11.1938 zwei Jugendliche aus Breslau mit Motorrad berichten über die Pogromexzesse. 10.11.1938 nachmittags erscheint ein örtlicher Polizist, um Waffen zu suchen

10.11.1938 Mob aus Bauern und SA überfällt das Gut, alle Bewohner werden auf LKW in das Polizeigefängnis Oppeln gebracht; die erwachsenen Männer werden nach Buchenwald transportiert, Frauen und Jungen wieder entlassen.

Nach der Entlassung flüchten einige wie Erich Heumann in die Niederlande ins Werkdorp

Januar 1939 Wiedereröffnung des Lagers Ellguth durch den BACHAD mit 40 Chaluzim; Die Leitung übernahm Armin Duschinski aus Wien.

17.5.1939 Paula Schlachter  und Manfred Rose bei Minderheiten-Volkszählung mit 84 Juden in Falkenberg, Klein Schnellendorf

Alija beth auf der SS HILDA – Sonderhachschara 2

1.9.1939 Paula Schlachter zum Abschiedsbesuch zu den Eltern und Schwester Paula nach Berlin

13.10.1939 Bahnfahrt von 31 Chaluzim aus Ellguth ab Breslau nach Wien; die zweite Hälfte des Transportes kam von Berlin über Frankfurt und Passau nach Wien.

14.10. 1939 Ankunft in Wien, über die Schwarzmeerroute Bratislava, Budapest, Belgrad, Bukarest

6.11.1939 Ankunft in Sulina, Schwarzmeer-Hafen

26.11.1939 Abfahrt mit 729 Passagieren auf der SS HILDA

15.1.1940 hinter den Dardanellen von britischer Marine gestoppt und geentert

22.1.1940 Ankunft vor der Dreimeilen-Zone vor Haifa

24.1.1940 Britische Mandatsbehörden verweigern die Landung

29.1.1940 Ankunft Haifa nach Abschluß von Verhandlungen zwischen Sochnut (Jewish Agency) und britischer Mandatsregierung

29.1.1940 mit Bussen in das Internierungslager nach Athlit verbracht

13.2.1940 Registrierung von Paula Schlachter in Athlit; sie gibt Moritz Rosenthal und Kurt Grünwald als Referenzen an, als Gemeindeältesten Rabbi Schwersenz (Dokument D/632/40/CHU);

18.2.1940 Entlassung der Frauen aus Athlit; Paula Schlachter zu Nunk in Haifa

29.7.1940 Entlassung der Männer aus dem Lager Athlit

Berlin – Riga

19.1.1942 beide Eltern und Schwester Paula mit 1009 Berliner Juden auf dem IX. Osttransport Berlin – Riga

23.1.1942 Ankunft in Riga Skirotawa, Fußmarsch ins Ghetto

Juli-2. November 1943 schrittweise Auflösung des Ghettos; Einrichtung des Konzentrationslagers Riga-Kaiserwald und verschiedener Betriebslager mit lokaler Kasernierung; Kommandant des KL Kaiserwald Sturmbannführer Albert Sauer

3.11.1943 Große Selektion bei finaler Auflösung des Ghetto Riga;

Sommer 1944 Auflösung des KL Kaiserwald, Riga

28.9.-1.10.1944 3155 Häftlinge aus Riga Kaiserwald, 300 von der Lenta auf dem Frachtschiff „Kanonier“ von Riga->Danzig

Zeitpunkt und Ort des Todes der Eltern und Schwester Paula unbekannt

Biografischer Auszug aus der Suchanzeige

11.8.1947 Suchanzeige von Paula Rose geb. Schlachter, Rishon LeZion

28.11.-12.12.1951 Einreise von Paula Schlachter mit israelischem Pass und Touristenvisum  auf der SS LAGUARDIA von Haifa nach New York, Ziel Los Angeles

Gedenken

Quellen

https://www.ushmm.org/online/hsv/source_view.php?SourceId=19561

https://collections.arolsen-archives.org/de/document/86531618

https://collections.arolsen-archives.org/de/document/127187421

www.raoulwallenberg.net/general/ruth-kl-uuml-ger-mossad-le/

Rudolf Stern (Chawer aus Dortmund), Meine Aliyah – 13. Oktober 1939 – 29. Januar 1940; unveröffentliches Manuskript, 1987

https://www.mappingthelives.org

Deutsche Minderheiten-Volkszählung 1939

https://www.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de1152329

https://www.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de1152518

https://www.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de1152517

Passenger and Crew Lists of Vessels Arriving at New York, New York, 1897-1957 (National Archives Microfilm Publication T715, roll 8077); Records of the Immigration and Naturalization Service, Record Group 85

https://www.myheritage.de

https://hachschara.juedische-geschichte-online.net/ort/12

https://yvng.yadvashem.org/index.html?language=de

https://digipres.cjh.org/delivery/DeliveryManagerServlet?dps_pid=FL4311316

Staatsarchiv Israel, Einwanderungslisten

Veröffentlicht von Franz-Josef Wittstamm

Geboren 31. Mai 1951 in Recklinghausen Gymnasium Petrinum 1961 bis Abitur1970 Studium der Humanmedizin in Bochum Approbation 1981 Promotion1982 Facharzt für Innere Medizin, Kardiologie, Intensivmedizin Im Ruhestand seit 2016

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