
Ruth Ilse Grüneberg
*12.12.1914 in Elberfeld; ✡2001 Israel
Staatsangehörigkeit
Religion jüdisch

Vater Karl Kalonimus Grüneberg *21.5.1886 in Beuel; ✡ 11.1.1942 in Recebedou
Heirat der Eltern 13.3.1914 in Giessen
Mutter Bertha Stern *27.2.1887 in Breidenbach; ✡ 30.1.1934 Bergen Belsen
Großvater Siegmund Grüneberg *18.1.1858 in Sterkrade, Ruhrort; 2.8.1926 in Beuel; oo Regina Levy
Urgroßeltern Jakob Grüneberg (1828-1879) und Dina Schnellenberg (1836-1879)
Geschwister
Judith Else Grüneberg *29.10.1919 in Siegburg; ✡ 27.12.2006 Israel; oo 1939 Jekutiel Low (1916-2000)

Hans Chanan Grüneberg 18.9.1923 in Siegburg; ✡ 16.4.2016 Kibbuz Mayan Zwi
Großcousins/e aus Elberfeld
Rudolf Grüneberg *20.3.1911 in Elberfeld; ✡ 12.10.1977 in Edinburgh; oo 1939 in Harwich mit Viktoria Treistmann (*19.8.1914 in Meinerzhagen; ✡2011 England)
Ilse Grüneberg *20.3.1914 in Elberfeld; ✡5.10.1970 in Naharija; oo Rudolf Stern (1909-1993); oo Jakob Lodner (1914 in Fürth-1986 Haifa)
Richard Rafael Grüneberg/Giveon *7.2.1916 in Elberfeld; ✡ Aug 1985 in Afula
Beruf Landarbeiter
Adressen Siegburg; Sorau; Mayan Zwi

Heirat Ernst Schey *2.9.1915 in Baden, Wien
die Ehe wurde vor 1952 geschieden
Kinder vier
Ran Schey *3.7.1940 Affula
Weiterer Lebensweg
Vater Karl im Ersten Weltkrieg



Preußische Verlustlisten vom 11.9.1917, 26.10.1917 und 21.8.1918
21.7.1933 Passausstellung für Ilse Grüneberg in Berlin
20.1.1936 Alija von Ilse Grüneberg, Einreise in Haifa mit einem Arbeiterzertifikat des Hechaluz der Kategorie C/LS
19.4.1937 Alija von Ernst Schey, Einreise in Haifa mit einem Arbeiterzertifikat des Hechaluz der Kategorie C/LS
Novemberpogrom
10.11.1938 Vater Karl verhaftet in Siegburg
16.11.1938 Einweisung in das KL Dachau; Häftlingsnummer 27251

1.12.1938 Entlassung des Vaters aus dem KL Dachau
Hachschara Lehrgut Schniebinchen
Bruder Hans Grüneberg zur Hachschara ins Lehrgut Schniebinchen bei Sorau
Cousins Rudolf und Ilse Grüneberg aus Elberfeld ebenfalls zur Hachschara nach Schniebinchen
10.11.1938 in der Pogromnacht wird das Lager für einige Tage von örtlicher SA besetzt, die aber keine Misshandlungen an den Bewohner begeht.
Leiter von Schniebinchen war Dr. Alfred Cohn (April-Sept 1939); ab September 1939 wurden Ludwig Kuttner und Fanny Bergas als Wirtschaftsleiterin dessen Nachfolger. Cohn und Kuttner waren zuvor zuvor Lehrer an der Privaten Waldschule Kaliski in Berlin. Lotte Kaiser und Lotte Adam hatten die pädagogische Leitung. Das Verhältnis Jungen/Mädchen lag bei 60/40. Für Mädchen stand vor allem Hausarbeit wie Kochen, Backen, Nähen und Stricken auf dem Plan.
Minderheitenzählung
17.5.1939 122 Personen, 1939 waren 109 Chaluzim und Angestellte registriert in Schniebinchen
14.8.1939 Ankunft in Haifa, legale Alija von Gisela Landesmann mit einem Studentenzertifikat der Jugendalija Kategorie B(III)
11.9.1939 Ankunft von Schwester Judith Grüneberg in Tel Aviv auf der SS TIGER HILL
KL Sachsenhausen – Brüssel – St. Cyprien – Rebecedou
31.3.-7.6.1939 Vater Karl inhaftiert als „ASO-Jude“ im KL Sachsenhausen, Block 18


Sommer 1939 Flucht der Eltern nach Brüssel, Belgien
10.5.1939 Einmarsch der Wehrmacht in Belgien
10-18.5.1939 völkerrechtswidrige Abschiebung des Vaters nach Südfrankreich in das Internierungslager St. Cyprien als „feindlicher Ausländer“
März 1941 Verlegung verschiedener Gruppen aus St. Cyprien und Gurs in andere Lager: Betagte Menschen kamen nach Noé, Schwerbehinderte nach Récébédou, Familien in das sogenannte ‚Familienlager‘ Rivesaltes.
11.1.1942 Tod von Vater Karl Grüneberg an Typhus in Recebedou
Niederlande – Kamp Westerbork
15.1.1942 Mutter Bertha Grüneberg von Anderlecht nach Amsterdam

16.4.1942 Mutter Bertha in das Vluchtelingenkamp Westerbork
Austauschtransporte von Westerbork nach Bergen Belsen
Ab dem 14.9.1943 bis 19.5.1944 kamen etwa 3572 Häftlinge aus Westerbork in sieben Transporten direkt nach Bergen-Belsen, unter anderem Juden mit doppelten Staatsbürgerschaften, Diamantschleifer mit ihren Familien und diejenigen, die auf einer Einreiseliste für Palästina standen.
Die „Austauschjuden“ kommen in das Sternlager Bergen-Belsen, einem vom eigentlichen Konzentrationslager abgetrennten Bereich; sie dürfen weiterhin ihre Zivilkleidung mit dem „Stern“ tragen.

12.1.1944 Mutter Bertha auf dem zweiten Transport von 1037 „Austauschjuden“ nach Bergen Belsen
30.1.1944 Tod der Mutter Bertha Grüneberg in Bergen Belsen
Alija Palästina
20.1.1936 Alija von Ilse Grüneberg, Einreise in Haifa mit einem Arbeiterzertifikat des Hechaluz der Kategorie C/LS
19.4.1937 Alija von Ernst Schey, Einreise in Haifa mit einem Arbeiterzertifikat des Hechaluz der Kategorie C/LS
24.5.1941 Einbürgerung in Palästina
1952 Zweite Ehe von Ernst Schey mit Anni Wehlisch geb. Pollack
Gedenken
10.4.1999 Pages of Testimony für die Eltern von Chanan Grüneberg
Quellen
https://apps.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de880531
https://apps.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de880506
https://collections.arolsen-archives.org/en/document/10654703
https://collections.arolsen-archives.org/en/document/4094214
https://collections.arolsen-archives.org/en/document/130298952
https://archief.amsterdam/indexen/persons?ss=%7B%22q%22:%22Bertha%20Stern%22%7D
https://www.mappingthelives.org
Deutsche Minderheiten-Volkszählung 1939
Staatsarchiv Israel, Mandat zur Einbürgerung in Palästina, 1937-1947
https://yvng.yadvashem.org/index.html?language=de
Peter W. Lande, Jewish „Training“ Centers in Germany, Manuskript von 1978 im Bestand des Centers for Jewish History
https://digipres.cjh.org/delivery/DeliveryManagerServlet?dps_pid=FL4311316