
Klaus Jakob Langer
*12.4.1924 in Gleiwitz; August 2002
Staatsangehörigkeit deutsch
Religion jüdisch
Vater Erich Langer, Dr. jur., Richter *16.8.1882 in Gleiwitz; ✡ 1943 Izbica
Mutter Rose Rahel Benderski *5.8.1889 in Odessa; ✡8.9.1941 in Essen
Großmutter Mina Benderski geb. Meyer *21.06.1867 in Czernowitz ; ✡ Maly Trostinec
Großonkel Max Langer *1854; oo 1889 Betty Braun *1869
Urgroßeltern Heymann Langer und Henriette Silberfeld
Großcousin Manfred Langer *30.5.1922 in Gelsenkirchen
Beruf –
Adressen Gleiwitz; Wiesbaden; Essen, Moorenstraße 14, Krawehlstraße 4; Schniebinchen, Sorau
Heirat Sophie „Fieke“ Asscher *4.1.1926 in Groningen; ✡19.3.2002 in Kfar Saba
Kinder vier
Tochter Langer; oo Betzer
Tochter Langer; oo Nuriel
Tochter Langer; oo Hadani
Weiterer Lebensweg
1927 Zuzug der Großmutter Mina zu ihrer Tochter Rose nach Gleiwitz
Dezember 1928 Umzug nach Wiesbaden wegen Versetzung des Vaters
November 1933 Zwangsversetzung des Vaters; Umzug nach Gelsenkirchen-Buer, hier wohnten Erich’s Onkel Max Langer und dessen Ehefrau Betty Braun auf dem Röttgersweg 14 sowie weitere Mitglieder der Familie Langer in Gelsenkirchen-Horst
1936 Zwangspensionierung von Erich Langer
25.4.1936 Umzug nach Essen, Moorenstraße
Novemberpogrom
10.11.1938 Vater Erich verhaftet; die Wohnung der Familie in der Moorenstraße 14 verwüstet
Hachschara Lehrgut Schniebinchen
Klaus Langer zur Hachschara auf Schniebinchen
Gut Schniebinchen war ein zuletzt dem Apotheker Otto Kaesbach gehörendes Landgut von 1117 Morgen bei Sorau/ Sommerfeld in der Niederlausitz. Kaesbach produzierte hier nach Aufgabe der Landwirtschaft Arzneimittel wie das Sexmittel Okasa. Seine geschiedene Ehefrau Martha Kaesbach stellte als Verwalter Herrn von Horn ein. Die zum Gutsbesitz gehörige Wassermühle „Jessener Mühle“ verkaufte Kaesbach 1929 an die Familie Lichting; auch hier entstand später ein Hachscharalager.
1933/34 Abschluss eines Pachtvertrages über 180 RM pro Monat mit dem Jüdischen Jugendbund Habonim Noar Chaluzi (Bauleute). Der offizielle Briefkopf lautete: Jüdische Jugendhilfe Schniebinchen über Sommerfeld, Niederlausitz, Telefon Niewerle Nr. 11
Später lag die Verwaltung reichsweit bei der Ssochnuth (Sochnut, hebräisch הַסּוֹכְנוּתִ היְּהוּדִית לְאֶרֶץ יִשְׂרָאֵל ha-Sochnut ha-Jehudit le-Erets Jisra’el, ‚Jewish Agency‘ auch ‚Jüdische Agentur für das Land Israel‘)
Leiter von Schniebinchen war Dr. Alfred Cohn (April-Sept 1939); ab September 1939 wurden Ludwig Kuttner und Fanny Bergas als Wirtschaftsleiterin dessen Nachfolger. Cohn und Kuttner waren zuvor zuvor Lehrer an der Privaten Waldschule Kaliski in Berlin. Lotte Kaiser und Lotte Adam hatten die pädagogische Leitung. Das Verhältnis Jungen/Mädchen lag bei 60/40. Für Mädchen stand vor allem Hausarbeit wie Kochen, Backen, Nähen und Stricken auf dem Plan.
10.11.1938 in der Pogromnacht wird das Lager für einige Tage von örtlicher SA besetzt, die aber keine Misshandlungen an den Bewohner begeht.
Ab April 1939 war Jenny Rosenbaum später Aloni Jugendleiterin, bevor auch sie im November nach Palästina auswanderte. Sie berichtet von ihrer Ankunft:
„Auf dem Zaun ein Papagei. Ein lebendiger Papagei. Er heißt Laura. … Papagei Laura rief im Vorübergehen jedem zu: „Heil Hitler Schalom“.
März 1939 eine erste Alija beth Gruppe von einer Gruppe Chawerim aus Schniebinchen in Wien einem Sammeltransport angeschlossen, die ab Spalato, Jugoslawien auf einem kleinen Seeschiff „Dora“ nach etwa 10-tägiger Fahrt unbehindert in Palästina landete; sogenannte erste illegale Sonderhachschara SH1
Minderheitenzählung
17.5.1939 Klaus Langer registriert mit 122 Personen, 109 Chaluzim und Angestellten, registriert in Schniebinchen
14.6.1939 Passausstellung für Klaus Langer in Sorau
1939 Klaus Langer wie viele mangels ausreichender Zertifikate für Palästina zur Einzelhachschara auf Bauernhöfe in Dänemark.
31.1.1940 Ankunft von Klaus Langer in Palästina mit einem Studentenzertifikat der Jugendalija der Kategorie B(III).
Musik
Musik spielte im Leben der Famile Langer eine verbindenden Rolle, Mutter Rose war Violinenlehrerin, Vater Erich spielte mehrere Instrumente, Klaus lernte Klavier,zur Freude der Großmutter . Klaus schreibt der Großmutter 1942 in einem Rotkreuz-Telegramm, dass er täglich übe
Essen – Düsseldorf – Izbica

8.9.1941 Tod der Mutter Rose im Huyssensstift in Essen

22.4.1942 Vater Erich auf dem Transport Essen – Düsseldorf – Izbica
In der Abgangsmeldung ist von „Schwierigkeiten mit dem Arbeitsamt in Essen“ die Rede:
„Schwierigkeiten über die Freistellung einer Anzahl der in kriegswichtigen Betrieben beschäftigten jüdischen Personen“. „Aus diesen Gründen musste daher auf eine Evakuierung von 50 im Arbeitseinsatz befindlichen Juden abgesehen werden, so dass der Gesamttransport beim Abgang von Düsseldorf nach Abzug der Selbstmorde und der vermissten Juden 941 betrug.“
„Am Mittwoch dem 22.4.1942, 11.06 Uhr, hat Transportzug Nr. Da 52 den Abgangsbahnhof Düsseldorf-Derendorf in Richtung Izbica mit insgesamt 941 Juden verlassen.“
Essen – Theresienstadt

27.4.1942 Nach Deportation des Vaters Einweisung der Großmutter Mina in das Sammellager Holbeckshof in Essen-Steele

20.7.1942 Großmutter Mina Benderski auf Transport VII/1 von Essen Holbeckshof ab Düsseldorf nach Theresienstadt zusammen mit den Brüdern Jakob und Leopold Bendix und deren Ehefrauen Regina und Selma Bendix
21.9.1942 Großmutter Mina auf dem Transport B p von Theresienstadt nach Treblinka
Gedenken
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Quellen
https://www.mappingthelives.org
Deutsche Minderheiten-Volkszählung 1939
https://www.statistik-des-holocaust.de/list_ger_rhl_420422.html
https://apps.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de908430
https://collections.arolsen-archives.org/de/document/11199100
https://collections.arolsen-archives.org/de/document/11198550
https://collections.arolsen-archives.org/en/document/12663157
Staatsarchiv Israel, Mandat zur Einbürgerung in Palästina, 1937-1947
Dorothee Echterhoff, Biografie Mina Benderski; Mai 2006
https://yvng.yadvashem.org/index.html?language=de
Peter W. Lande, Jewish „Training“ Centers in Germany, Manuskript von 1978 im Bestand des Centers for Jewish History
https://digipres.cjh.org/delivery/DeliveryManagerServlet?dps_pid=FL4311316
Genealogie Website My Heritage