Hanauer Tea

Tea Hanauer

*6.1.1910 in Eydtkuhnen; ✡9.12.1994 in Den Haag Israel

Religion jüdisch

Staatsangehörigkeit deutsch

Vater Szlama Salomon Hanauer *3.4.1878 in Lingen; ✡8.11.1938 in Lingen

Heirat der Eltern 19.3.1909 in Eydtkuhnen

Mutter Minna Löwenstein *13.7.1884 in Birkenfeld; ✡ 11.1.1943 in Amsterdam

Geschwister

Heinz Steven Hanauer*1915 in Allenstein; USA

Herbert Hanauer /Uri Naor; *28.6.1918 in Allenstein; ✡22.8.1954 in Dorot, oo1938 Inge Feltenberg *2.5.1916 in Berlin

Beruf Landarbeiter

Adressen Berlin; Lingen; Koblenz; Werkdorp Barsingerhorn, Wieringermeer

Heirat 22.12.1933 in Koblenz Alexander Wolf *5.11.1905 in Doesburg; ✡3.9.1943 in Auschwitz

Kinder David Alexander Wolf *11.12.1936 in Amsterdam

Weiterer Lebensweg

Onkel Salomon Hanauer war Jurist, Referendar, Abitur am Georgianum Lingen Ostern 1896;

2.8.1899 Onkel Salomon nach Freren.

18.3.1912 die Eltern mit Schwester Tea aus Ostpreußen nach Amsterdam

Erneute Zuzug nach Ostpreußen, die Brüder Heinz und Herbert werden in Allenstein geboren

Umzug der Familie nach Koblenz

22.12.1933 Heirat von Tea Hanauer in Koblenz mit Salomon Wolf (1905-1943)

26.3.1934 Passausstellung für Bruder Herbert Hanauer in Koblenz

6.-12.8 1938 Bruder Heinz auf der SS NIEUW AMSTERDAM von Rotterdam nach New York

8.11.1938 Tod des Vaters in Koblenz

16.7.1935 Tea und Salomon Wolf nach Amsterdam

11.12.1936 Geburt von Sohn David Alexander Wolf

1939 Mutter Minna nach Amsterdam zur Tochter Tea Wolf

1.5.1939 Umzug nach Amersfoort, Madoerastraat 21

Onderduiker

Juli 1942 Nach den ersten Aufrufen zur Massendeportation in den Osten gehen Tea, Alexander, und Sohn Alex als „onderduiker“ in Verstecke, Ehemann Salomon nach Naarden, wo er im August 1943 durch Verrat gefasst wird und als Strafgefangener in die Strafbaracke 67 im Kamp Westerbork für wenige Tage eingesperrt wird. Zur Strafe wird er auf den nächsten abgehenden Transport am 31. August 1943 nach Auschwitz deportiert und dort nach Ankunft ermordet.

Transport XXIV/8 – „onbekend kind Nr. 42“

Sohn David kommt unter dem Namen „Daddy Wolters“ bei der Familie Borg in Almelo unter. Auch er wird entdeckt und in das polizeiliche Judendurchgangslager Westerbork verbracht; Er gehört zu der Gruppe der „onbekenden kinderen“ zusammen mit Rudi Ehrlich

In Westerbork lebten die Kinder mit ungesicherter Identität mit 53 anderen in der Waisenbaracke Nr 35, wo sie vom Ehepaar Hennie und Otto Birnbaum betreut wurden; die im Mittel vier Jahre alten Kinder trugen Schilder um den Hals mit ihrer Nummer , „unbekanntes Kind“ oder der vermutliche Name, bei Lex Wolf: Nr 42 Daddy Wolters“.

13.9.1944 Alex Wolf mit 54 unbekannten Kindern auf dem letzten Transport aus Westerbork nach Bergen Belsen deportiert.

17.-20.11.1944 Transport XXIV/8 nach Theresienstadt.

Die neunmonatige Jetje Hamburger verstarb auf dem Transport nach Bergen Belsen, alle anderen überlebten Bergen Belsen und Theresienstadt

8.5.1945 Befreiung von Theresienstadt

1945 Seine Pflegeeltern lesen seinen Tarnnamen auf einer Liste und können ihn so identifizieren.

Tea überlebt die Besatzungszeit im Versteck in Verstecken in Rotterdam und Den Haag.

Werkdorp Nieuwe Sluis und Alija

6.9.1934 Bruder Herbert Hanauer gemeldet in Barsingerhorn

20.1.1937 Inge Feltenberg zur Hachschara ins Werkdorp Nieuwe Sluis

2.2.1937 Inge Feltenberg angemeldet in Barsingerhorn

Träger des „Jüdisches Werkdorf Nieuwe Sluis“ ist die „Stichting Joodse Arbeid“ (Stiftung Jüdische Arbeit); hier werden jüdische Jugendliche zu Landarbeitern umgeschult (Hachschara) als Vorbereitung auf die Ansiedlung in Palästina (Alija). Die Ausrichtung war neutral, nur etwa ein Drittel der Chawerim waren auch zionistische Chaluzim (zionistische Pioniere)

Oktober 1934 Aufnahme des regulären Ausbildungsbetriebs

Dezember 1936 Bruder Herbert Hanauer abgemeldet in die Schweiz

1.1.1938 Inge Feltenberg auf der Hechaluz-Mitgliederliste des Werkdorps

2.1.1938 formal bedingte Ummeldung von Inge Feltenberg wie aller Werkdorper von der Gemeinde Barsingerhorn nach Wieringermeer

1938 Heirat von Bruder Herbert mit Inge Feltenberg in den Niederlanden

8.9.1938 Ausstellung einer ID-Card für Inge Hanauer in Den Haag

26.9.1938 Ankunft von Ingeborg und Herbert Hanauer auf dem Hechaluz-Arbeiterzertifikat der Kategorie C/LS; Inge auf dem Ticket des Ehemannes mi C/ 2

20.10.1938 Inge Feltenberg und Herbert Hanauer abgemeldet aus dem Werkdorp nach Palästina

31.12.1938 Herbert Hanauer und Inge Feltenberg auf der Palästina-Emigrantenliste des Werkdorps

5.8.1942 Einbürgerung von Inge und Herbert Hanauer in Palästina

11.1.1943 Tod der Mutter Minna im Pflegeheim in Amsterdam

Nachkriegszeit

2.2.1945 Scheidung von Inge und Herbert Hanauer in Jerusalem

1946 Heirat von Inge Feltenberg mit Jechiel Auerbach in Jerusalem

Gedenken

Quellen

www.werkdorpwieringermeer.nl/

Niederlande, Bevölkerungsregister, 1810-1936; Bron: boek, Deel: 146, Periode: 1912-1938

https://www.oorlogsbronnen.nl/mensen?personterm=Ontruiming%20Joods%20Werkdorp%20Wieringermeer

https://www.oorlogsbronnen.nl/tijdlijn/bcb2f326-954f-4604-ba60-0cd0b00a6f19

https://collections.arolsen-archives.org/de/document/130402709

https://archief.amsterdam/indexen/persons?ss=%7B%22q%22:%22Minna%20Loewenstein%22%7D

https://www.mappingthelives.org

Deutsche Minderheiten-Volkszählung 1939

Staatsarchiv Israel, Mandat zur Einbürgerung in Palästina, 1937-1947

https://yvng.yadvashem.org/index.html?language=de

Peter W. Lande,  Jewish „Training“ Centers in Germany, Manuskript von 1978 im Bestand des Centers for Jewish History

https://digipres.cjh.org/delivery/DeliveryManagerServlet?dps_pid=FL4311316

https://yvng.yadvashem.org/ad

Veröffentlicht von Franz-Josef Wittstamm

Geboren 31. Mai 1951 in Recklinghausen Gymnasium Petrinum 1961 bis Abitur1970 Studium der Humanmedizin in Bochum Approbation 1981 Promotion1982 Facharzt für Innere Medizin, Kardiologie, Intensivmedizin Im Ruhestand seit 2016

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