
Pinchas Kuflik
*14.10.1921 in Köln; ✡1.5.1943 auf der SS ERINPURA im Mittelmeer
Staatsangehörigkeit polnisch
Religion jüdisch
Vater Moses David Kuflik *30.11.1888 Tyczyn; ✡1942 im Ghetto Rzeszow
Heirat der Eltern 14.3.1919 in Köln
Mutter Feige Schimuel *21.6.1896 Rawa Ruska, Galizien; ✡1942 im Ghetto Rzeszow
Geschwister
Joseph (1920-2017), Naftali (1923-1943), Sholem (1924-1941), Henni (*1926)
Beruf –
Adressen Köln; Urfeld;
Heirat ledig
Kinder
Weiterer Lebensweg
Polenaktion
28.10.1938 Ausweisung der Eltern und der jüngeren Geschwister sowie der Familien der Brüder des Vaters aus Köln nach Zbaszyn
August -Oktober 1939 Auflösung des Internierungslagers Zbaszyn
Die Eltern gehen nach Rzeszow
Alija
Zeitpunkt und Weg der Alija unbekannt.
Eintritt in die Royal Army
Der Untergang der SS ERINPURA
Freiwillige Einschreibung als Fahrer des Royal Army Service Corps; 462. Gen. Transport Coy; die Einheit war 1941 an der Besatzung der libyschen Stadt Tobruks beteiligt und kämpfte in der Schlacht von El Alamein, bei der die britischen Streitkräfte zusammen mit ihren Verbündeten die deutschen und italienischen Truppen schlugen. Nach Aufenthalten in verschiedenen nordafrikanischen Städten sollten die Soldaten nach Malta verlegt werden
Die SS ERINPURA als Kommandoschiff eines Geleitzuges mit 11 Kriegs- und 23 weiteren Schiffen.
1.5.1943 19.50 Uhr Angriff durch ein Geschwader von 18 deutschen Jagdbombern vor Bengasi/Libyen: Der britische Tanker SS BRITISH TRUST explodiert durch eine Luftmine. Die SS ERINPURA kentert fünf Minuten nach einem Bombentreffer.
Von den insgesamt 1.215 Männern an Bord der SS ERINPURA (334 jüdische Soldaten und 881 Basotho wurden nur 273 gerettet; 138 jüdische Soldaten ertrinken, zwei versterben später an ihren Wunden
1.5.1943 Pinchas Kuflik ertrunken im Mittelmeer auf der SS ERINPURA, einem britischem Marine-Transporter zusammen mit den Chaluzim Heinz Altgenug, Martin Drucker, Paul Elsbach, Hans Rosin und Michael Schlesinger
21.12.1943 Bruder Naphtali als Pilot der Polnischen Sektion. der RAF abgestürzt beim Patrouillenflug über Irland
Nachkriegszeit
Gedenken
Zum Gedenken an die Ertrunkenen wurde ein schiffsförmiges Denkmal errichtet; daneben befindet sich ein Wasserbecken, auf dessen Boden die Namen der Gefallenen eingraviert sind – auf dem Militärfriedhof Herzlberg in Jerusalem, Israel.
Quellen
StA Bornheim, Sammlung Zerlett; Liste der Bewohner im „Lager Urfeld“
Archiv des Rhein-Sieg-Kreises, Landkreis Bonn (ARSK-LKB)
Pracht-Jörns, Elfi (Bearb.), Jüdische Lebenswelten im Rheinland. Kommentierte Quellen von der Frühen Neuzeit bis zur Gegenwart, Köln Weimar Wien 2011, S. 272.
https://www1.wdr.de/urfeld100.html
https://www.mappingthelives.org
Deutsche Minderheiten-Volkszählung 1939
Staatsarchiv Israel, Mandat zur Einbürgerung in Palästina, 1937-1947
https://yvng.yadvashem.org/index.html?language=de
https://collections.arolsen-archives.org/de
Genealogie Website My heritage, diverse Familienstammbäume
Hubert Schneider (Hrsg.) Das Tagebuch der Susi Schmerler, eines jüdischen Mädchens aus Bochum, LIT-Verlag, 2018
https://yvng.yadvashem.org/index.html?language=de
https://digipres.cjh.org/delivery/DeliveryManagerServlet?dps_pid=FL4311316
Peter W. Lande, Jewish „Training“ Centers in Germany, Manuskript von 1978 im Bestand des Centers for Jewish History