Wertheim Susanne

Susanne Wertheim geb. Mendel; später Brunn

*22.2.1921 in Berlin; ✡ 15.2.1912

Staatsangehörigkeit deutsch

Religion jüdisch

Vater Ernst Mendel *1890; ✡1921

Mutter Helene Fröhlich *28.6.1898 in Ratibor; überlebt im Versteck in Berlin; ✡1997

Großeltern Israel Fröhlich und Berta Horwitz

Geschwister

Beruf

Adressen Berlin; Ellguth, Steinau

Heirat Klaus Wertheim *11.3.1922 in Seehausen; 29.8.2004

Kurt Brunngässer/Brunn *4.1.1923 in Neustadt/Saale; 18.2.2012

Kinder

Hannelore Wertheim *1944

Sylvia Wertheim; oo Zimmermann; oo Bühler

Weiterer Lebensweg

Lehrgut Ellguth

Susanne Wertheim zur Hachschara ins Lehrgut Ellguth

Die Eröffnung des Lehrgutes Ellguth in Steinau bei Falkenberg/Klein-Schnellendorf erfolgte in Trägerschaft des Hechaluz am 19.12.1937. Die Leitung wurde Edgar und Elly Freund von der „Jüdischen Jugendhilfe Berlin“ übertragen. Zur Eröffnung kam als Madrich für die Landwirtschaft Georg Josephsthal, zuvor Generalsekretär des Hechaluz und im Merkas des Habonim. Seine Frau Senta übernahm die Milchwirtschaft des Gutes. Als landwirtschaftlicher Inspektor wurde der Nichtjude Bless eingestellt. Bis zu 100 Chaluzim wurden hier ausgebildet.

Im August 1938 mussten Georg und Senta Josephthal, im September das Ehepaar Freund nach Warnungen vor der Gestapo das Gut verlassen. Nachfolger wird Fritz Wolff.

Polenaktion

28.10.1938 Bei der „Polenaktion“ wurden auch aus Ellguth wie in anderen Hachscharalagern 13 polnischstämmige Chaluzim abgeschoben.

Benno Teichmann berichtet:

„Es war am 28. Oktober 1938 in Ellguth, einem Hachscharah-Kibbuz von Mitgliedern des deutschen Hechalutz. Es kam der Befehl nach Ellguth: Alle Polen sind ausgewiesen. Sie müssen bis 5 Uhr über die Grenze sein…. Und dann kam der Autobus. […] Die Namen wurden verlesen und die Chawerim stiegen ein und verließen unser Kibbuz.“

Diese wurden aber von polnischen Dorfbewohner mit Hunden zurückgetrieben. Sechs von Ihnen reisten später regulär mit Pass nach Polen aus, sieben kehrten nach Ellguth zurück.

Novemberpogrom

10. 11.1938 zwei Jugendliche aus Breslau mit Motorrad berichten über die Pogromexzesse. 10.11.1938 nachmittags erscheint ein örtlicher Polizist, um Waffen zu suchen

10.11.1938 Mob aus Bauern und SA überfällt das Gut, alle Bewohner werden auf LKW in das Polizeigefängnis Oppeln gebracht;

12.11.1938   die über 16 jährigen Männer – mehr als 25 – werden nach Buchenwald transportiert, Frauen und Jungen wieder entlassen.

Januar 1939 Wiedereröffnung des Lagers Ellguth durch den BACHAD mit 40 Chaluzim; Die Leitung übernahm Armin Duschinski und Hermine Duschinsky als Wirtschaftsleiterin aus Wien.

Minderheiten-Volkszählung

17.5.1939 Susanne Mendel  mit 84 Juden in Falkenberg, Klein Schnellendorf

17.5.1939 Klaus Wertheim in Berlin Wilmersdorf, Beymestraße 15

Heirat mit Klaus Wertheim („Halbjude JJNN)

Susanne und Klaus Wertheim haben zusammen mit der Mutter Helene in der Illegalität in Berlin überlebt.

Nachkriegszeit

Februar 1947 Susanne und Klaus Wertheim im DP-Center Berlin

27.2.1947 Susanne Wertheim auf der USS MARINE FLASHER VON Bremen nach New York

13.3.1947 Ankunft von Susanne Wertheim und Mutter Helene Mendel in New York

Gedenken

Quellen

https://collections.arolsen-archives.org/de/document/69666205

https://www.mappingthelives.org

Deutsche Minderheiten-Volkszählung 1939

https://www.myheritage.de

https://hachschara.juedische-geschichte-online.net/ort/12

https://yvng.yadvashem.org/index.html?language=de

https://digipres.cjh.org/delivery/DeliveryManagerServlet?dps_pid=FL4311316

https://collections.arolsen-archives.org/de/document/5278110

Veröffentlicht von Franz-Josef Wittstamm

Geboren 31. Mai 1951 in Recklinghausen Gymnasium Petrinum 1961 bis Abitur1970 Studium der Humanmedizin in Bochum Approbation 1981 Promotion1982 Facharzt für Innere Medizin, Kardiologie, Intensivmedizin Im Ruhestand seit 2016

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