Lieselotte Wolff
*12.5.1924 in Treptow; ✡ ?
Staatsangehörigkeit deutsch, staatenlos
Religion jüdisch
Vater Julius Wolff *17.6.1883 in Treptow; ✡ ?
Mutter Martha Korth *1.11.1896 in Greifenberg
Geschwister

Gerda Wolff *3.3.1923 in Treptow; ✡ ?; oo Friedrich Klein *16.4.1923 in Komotau, CSR
Ruth Wolff *6.7.1925 in Treptow; ✡ ?
Beruf –
Adressen Treptow, Straße der SA 6; Schniebinchen, Sorau
Heirat Walter Stern
Kinder –
Weiterer Lebensweg
Hachschara Lehrgut Schniebinchen
1939 Gerda und Lieselotte Wolff zur Hachschara in das Lehrgut Schniebinchen
Gut Schniebinchen war ein zuletzt dem Apotheker Otto Kaesbach gehörendes Landgut von 1117 Morgen bei Sorau/ Sommerfeld in der Niederlausitz. Kaesbach produzierte hier nach Aufgabe der Landwirtschaft Arzneimittel wie das Sexmittel Okasa. Seine geschiedene Ehefrau Martha Kaesbach stellte als Verwalter Herrn von Horn ein. Die zum Gutsbesitz gehörige Wassermühle „Jessener Mühle“ verkaufte Kaesbach 1929 an die Familie Lichting; auch hier entstand später ein Hachscharalager.
1933/34 Abschluss eines Pachtvertrages über 180 RM pro Monat mit dem Jüdischen Jugendbund Habonim Noar Chaluzi (Bauleute). Der offizielle Briefkopf lautete: Jüdische Jugendhilfe Schniebinchen über Sommerfeld, Niederlausitz, Telefon Niewerle Nr. 11
Später lag die Verwaltung reichsweit bei der Ssochnuth (Sochnut, hebräisch הַסּוֹכְנוּתִ היְּהוּדִית לְאֶרֶץ יִשְׂרָאֵל ha-Sochnut ha-Jehudit le-Erets Jisra’el, ‚Jewish Agency‘ auch ‚Jüdische Agentur für das Land Israel‘)
Leiter von Schniebinchen war Dr. Alfred Cohn (April-Sept 1939); ab September 1939 wurden Ludwig Kuttner und Fanny Bergas als Wirtschaftsleiterin dessen Nachfolger. Cohn und Kuttner waren zuvor zuvor Lehrer an der Privaten Waldschule Kaliski in Berlin. Lotte Kaiser und Lotte Adam hatten die pädagogische Leitung. Das Verhältnis Jungen/Mädchen lag bei 60/40. Für Mädchen stand vor allem Hausarbeit wie Kochen, Backen, Nähen und Stricken auf dem Plan.
10.11.1938 in der Pogromnacht wird das Lager für einige Tage von örtlicher SA besetzt, die aber keine Misshandlungen an den Bewohner begeht.
Ab April 1939 war Jenny Rosenbaum später Aloni Jugendleiterin, bevor auch sie im November nach Palästina auswanderte. Sie berichtet von ihrer Ankunft:
„Auf dem Zaun ein Papagei. Ein lebendiger Papagei. Er heißt Laura. … Papagei Laura rief im Vorübergehen jedem zu: „Heil Hitler Schalom“.
März 1939 eine erste Alija beth Gruppe von einer Gruppe Chawerim aus Schniebinchen in Wien einem Sammeltransport angeschlossen, die ab Spalato, Jugoslawien auf einem kleinen Seeschiff „Dora“ nach etwa 10-tägiger Fahrt unbehindert in Palästina landete; sogenannte erste illegale Sonderhachschara SH1
Minderheitenzählung
17.5.1939 Gerda und Lieselotte Wolff registriert mit 122 Personen, 109 Chaluzim und Angestellten in Schniebinchen
17.5.1939 Lieselotte auch registriert im Jüdischen Krankenhaus Berlin, Iranische Straße
17.5.1939 die Eltern Julius und Martha Wolff mir Schwester Ruth in Greifenberg, Treptow, Straße der SA 6
Alija
17.4.1939 Einreise von Friedrich Klein in Tel Aviv mit Studentenzertifikat der Jugendalija Kategorie B(III)
19.12.1939 Schwester Ruth auf der SS GALILEA von Triest nach Haifa mit einem Studentenzertifikat der Jugendalija der Kategorie B(III)
31.1.1940 Einreise von Gerda Wolff in Ras en Naqura mit Studentenzertifikat der Jugendalija Kategorie B(III)
Es gibt aktuell keine Hinweise, wie Lieselotte Wolff die Alija nach Palästina schaffte.
Gedenken
–
Quellen
https://www.mappingthelives.org
Deutsche Minderheiten-Volkszählung 1939
Staatsarchiv Israel, Mandat zur Einbürgerung in Palästina, 1937-1947
https://yvng.yadvashem.org/index.html?language=de
Peter W. Lande, Jewish „Training“ Centers in Germany, Manuskript von 1978 im Bestand des Centers for Jewish History
https://digipres.cjh.org/delivery/DeliveryManagerServlet?dps_pid=FL4311316
Genealogie Website My Heritage