
Irene Susanne Ragolsky
*3.1.1924 in Königsberg; ✡ 28.3.2016 West Palm Beach
Staatsangehörigkeit deutsch
Religion jüdisch

Vater Julius Moses Jankel Ragolsky *23.7.1888 in Memel; ✡ vor 1945

Mutter Antonie Toni London *17.8.1894 in Groß Friedrichsdorf; ✡ vor 1945
Geschwister –
Unklar/Cousins?
Reinhold Ragolski *23.8.1914 in Königsberg; Giwath-Haschloshah
Eva Ragolski *18.5.1916 in Königsberg; Giwath-Haschloshah
Manfred Ragolski*25.6.1918 in Königsberg; Giwath-Haschloshah
Beruf Praktikantin
Adressen (Osterode, Wasserstr. 2) Königsberg, Salzwiese (Michellystraße) 1; Schniebinchen bei Sommerfeld

Heirat Erich Mamsohn *25.6.1921 in Remscheid; ✡10.9.2012 West Palm Beach
Kinder
Eran Mamson
Gabriella Manson
Weiterer Lebensweg
Vater Julius 1922 in: Osterode, Wasserstr. 21
deported 1941/1942 ?
Lehrgut Schniebinchen
1939 zur Irene Ragolsky Hachschara in das Lehrgut Schniebinchen
Gut Schniebinchen war ein zuletzt dem Apotheker Otto Kaesbach gehörendes Landgut von 1117 Morgen bei Niewerle, Sommerfeld im Kreis Sorau in der Niederlausitz. Kaesbach produzierte hier nach Aufgabe der Landwirtschaft Arzneimittel wie das Sexmittel Okasa. Seine geschiedene Ehefrau Martha Kaesbach stellte als Verwalter Herrn von Horn ein. Die zum Gutsbesitz gehörige Wassermühle „Jessener Mühle“ verkaufte Kaesbach 1929 an die Familie Lichting; auch hier entstand später ein Hachscharalager.
1933/34 Abschluss eines Pachtvertrages über 180 RM pro Monat mit dem Jüdischen Jugendbund Habonim Noar Chaluzi (Bauleute). Der offizielle Briefkopf lautete: Jüdische Jugendhilfe Schniebinchen über Sommerfeld, Niederlausitz, Telefon Niewerle Nr. 11
Später lag die Verwaltung reichsweit bei der Ssochnuth (Sochnut, hebräisch הַסּוֹכְנוּתִ היְּהוּדִית לְאֶרֶץ יִשְׂרָאֵל ha-Sochnut ha-Jehudit le-Erets Jisra’el, ‚Jewish Agency‘ auch ‚Jüdische Agentur für das Land Israel‘)
Leiter von Schniebinchen war Dr. Alfred Cohn (April-Sept 1939); ab September 1939 wurden Ludwig Kuttner und Fanny Bergas als Wirtschaftsleiterin dessen Nachfolger. Cohn und Kuttner waren zuvor zuvor Lehrer an der Privaten Waldschule Kaliski in Berlin. Lotte Kaiser und Lotte Adam hatten die pädagogische Leitung. Das Verhältnis Jungen/Mädchen lag bei 60/40. Für Mädchen stand vor allem Hausarbeit wie Kochen, Backen, Nähen und Stricken auf dem Plan.
Novemberpogrom
10.11.1938 in der Pogromnacht wird das Lager für einige Tage von örtlicher SA besetzt, die aber keine Misshandlungen an den Bewohner begeht.
England und die Niederlande öffnen die Grenze für Kindertransport
Ab April 1939 war Jenny Rosenbaum später Aloni Madricha, bevor auch sie im November nach Palästina auswanderte. Sie berichtet von ihrer Ankunft:
„Auf dem Zaun ein Papagei. Ein lebendiger Papagei. Er heißt Laura. … Papagei Laura rief im Vorübergehen jedem zu: „Heil Hitler Schalom“.
Minderheitenzählung
17.5.1939 Irene Ragolsky in Schniebinchen, Sorau registriert
17.5.1939 Irene Ragolsky auch mit den Eltern in Königsberg, Salzwiese (Michellystraße) 1
Alija
21.3.1938 Ankunft von Erich Mamsohn in Haifa mit einem Studentenzertifikat der Jugendalija
18.7.1939 Passausstellung für Irene Ragolsky in Sorau
14.8.1939 Ankunft von Irene Ragolsky in Haifa mit einem Studentenzertifikat der Jugendalija

29.3.1941 Eintritt von Erich Mamsohn in die Palestinian Company als Fahrer
16.10.1945 Heirat von Irene mit Erich Mamsohn
Nachkriegszeit

9.3.1954 Flug von Irene Mamsohn ab London nach New York
23.3.1954 Flug von Erich Mamsohn ab London nach New York
Gedenken
Pages of Testimony für die Eltern von Dvora Ragolsky
Quellen
https://www.mappingthelives.org
Deutsche Minderheiten-Volkszählung 1939
Staatsarchiv Israel, Mandat zur Einbürgerung in Palästina, 1937-1947
https://yvng.yadvashem.org/index.html?language=de
Peter W. Lande, Jewish „Training“ Centers in Germany, Manuskript von 1978 im Bestand des Centers for Jewish History
https://digipres.cjh.org/delivery/DeliveryManagerServlet?dps_pid=FL4311316
Genealogie Website My Heritage