Eckstein Paula

Paula Eckstein

*13.9.1926 in Mannheim; ✡ ?

Staatsangehörigkeit polnisch

Religion jüdisch

Vater Josef Eckstein *1894 in Brzezany; ✡ Ghetto Lodz vor 1945

Heirat der Eltern 1922 in Mannheim

Mutter Mania Eckstein geb. Helfmann *8.2.1899 in Auschwitz; ✡ 30.9.1942 Auschwitz

Großeltern Izak Eckstein und Paula Kron

Onkel Hirsch Hermann Eckstein *19.1.1897 in Brzezany; ✡  

Geschwister  

Erna Eckstein *24.1.1923 in Mannheim; ooSzlama  Leczycki

Hilde Eckstein *11.3.1925 in Mannheim; oo Dov Pinkas

Beruf

Adressen Mannheim K4 23; Berlin; Schniebinchen bei Sommerfeld

Heirat ledig

Kinder

Weiterer Lebensweg

1918 Zuzug des Vaters Josef nach Mannheim

1922 Heirat der Eltern in Mannheim

2.10.1937 Passausstellung für Schwester Erna in der polnischen Botschaft in München

Polenaktion

28.10.1938 Vater Josef aus Mannheim und Onkel Hermann Eckstein aus Karlsruhe vermutlich in der ersten Polenaktion ausgewiesen

27.3.1939 Ankunft von Schwester Erna Eckstein in Haifa mit einem Studentenzertifikat der Jugendalija der Kategorie B(III)

Minderheiten-Volkszählung

17.5.1939 Paula, Mutter Mania Mirjam und Schwester Hilde Eckstein in Mannheim K4 23

11.3.1940 Schwester Hilde abgemeldet nach Palästina

16.5.1940 Ankunft von Schwester Hilde in Haifa auf der SS MARCO POLO mit einem Studentenzertifikat der Jugendalija der Kategorie B(III)

Lehrgut Schniebinchen

17.7.1940 Paula Eckstein zur Hachschara in das Lehrgut Schniebinchen

Gut Schniebinchen war ein zuletzt dem Apotheker Otto Kaesbach gehörendes Landgut von 1117 Morgen bei Niewerle, Sommerfeld im Kreis Sorau in der Niederlausitz. Kaesbach produzierte hier nach Aufgabe der Landwirtschaft Arzneimittel wie das Sexmittel Okasa. Seine geschiedene Ehefrau Martha Kaesbach stellte als Verwalter Herrn von Horn ein. Die zum Gutsbesitz gehörige Wassermühle „Jessener Mühle“ verkaufte Kaesbach 1929 an die Familie Lichting; auch hier entstand später ein Hachscharalager.

1933/34 Abschluss eines Pachtvertrages über 180 RM pro Monat mit dem Jüdischen Jugendbund Habonim Noar Chaluzi (Bauleute). Der offizielle Briefkopf lautete: Jüdische Jugendhilfe Schniebinchen über Sommerfeld, Niederlausitz, Telefon Niewerle Nr. 11

Später lag die Verwaltung reichsweit bei der Ssochnuth (Sochnut, hebräisch הַסּוֹכְנוּתִ היְּהוּדִית לְאֶרֶץ יִשְׂרָאֵל ha-Sochnut ha-Jehudit le-Erets Jisra’el, ‚Jewish Agency‘ auch ‚Jüdische Agentur für das Land Israel‘)

Leiter von Schniebinchen war Dr. Alfred Cohn (April-Sept 1939); ab September 1939 wurden Ludwig Kuttner und Fanny Bergas als Wirtschaftsleiterin dessen Nachfolger. Cohn und Kuttner waren zuvor zuvor Lehrer an der Privaten Waldschule Kaliski in Berlin. Lotte Kaiser und Lotte Adam hatten die pädagogische Leitung. Das Verhältnis Jungen/Mädchen lag bei 60/40. Für Mädchen stand vor allem Hausarbeit wie Kochen, Backen, Nähen und Stricken auf dem Plan.

Novemberpogrom

10.11.1938 in der Pogromnacht wird das Lager für einige Tage von örtlicher SA besetzt, die aber keine Misshandlungen an den Bewohner begeht.

England und die Niederlande öffnen die Grenze für Kindertransport

Ab April 1939 war Jenny Rosenbaum später Aloni Madricha, bevor auch sie im November nach Palästina auswanderte. Sie berichtet von ihrer Ankunft:

„Auf dem Zaun ein Papagei. Ein lebendiger Papagei. Er heißt Laura. … Papagei Laura rief im Vorübergehen jedem zu: „Heil Hitler Schalom“.

Kindertransport aus Schniebinchen

4.1.1939 35 Chaluzim der jüngeren Hachschara im Alter von 14 und 15, darunter sieben Mädchen auf dem Transport der Jüdischen Jugendhilfe ab Teuplitz über Breslau nach Berlin; ab Berlin über Bielefeld, Osnabrück, Rheine, Bentheim über die Grenze nach Oldenzaal. Es wurden drei Gruppen gebildet

– K.L. Smit-Oord in Losser nur Mädchen

– Dommelhuis Eindhoven nur Jungen

– Zeehuis Bergen aan Zee gemischt Jungen und Mädchen

Flüchtlingsheim K.L. Smit-Oord in Losser

4.1.1939 in Oldenzaal steigen bereits 40 Mädchen aus, die für das Heim „K.L. Smit Oord“ in Losser vorgesehen sind.

Zweiter Kindertransport aus Schniebinchen

10.8.1939 Vier Chaluzim Heinz Alter, Helmut Kirsch, Moritz Weinstein und Sala Zyskind auf einem GEF-Transport (gefährdet) über Hoek van Holland nach Harwich nach England

10.5.1940 Überfall der Wehrmacht auf Holland, Belgien, Luxemburg und Frankreich

17.7.1940 Paula Eckstein zur Hachschara in das Lehrgut Schniebinchen

Auflösung der Hachschara-Lager

5.7.1941 behördliche Anordnung zur Auflösung der Hachschara-Lager; Umbenennung „Jüdisches Arbeitseinsatzlager“

31.7.1941 Auflösung Schniebinchen, Ludwig Kuttner und seine Familie und eine Gruppe von Jugendlichen gehen ins Lager Paderborn, Fanny Bergas und andere ins Landwerk Neuendorf.

Paula Eckstein geht nach Berlin Iranische Straße, um dort Krankenpflege zu lernen

Berlin – Auschwitz

Dezember 1942 Einweisung in das Sammellager Große Hamburger Straße

14.12.1942 Paula Eckstein und Ilse Weil aus Mannheim auf dem 25. Osttransport von 881 Juden aus Berlin nach Auschwitz mit zahlreichen Chaluzim: 25 jugendliche Mitarbeiter aus dem Krankenhaus Iranische Straße, 48 Jugendliche aus dem Heim in der Rosenstr. 2-4, Hedwig Schweriner aus Gut Winkel und 18 aus dem Waldlager Britz bei Eberswalde.

Die Bürckel-Wagner-Aktion in Baden

22.10.1940 Mutter Mania auf einem von sieben Transporten von 6500 Juden des Saarlandes, der Pfalz und Baden, davon 1972 allein aus Mannheim in das Internierungslager Gurs in Südfrankreich transportiert in der „Bürckel-Wagner-Aktion“.

März 1941 Verlegung verschiedener Gruppen aus Gurs in andere Lager: Betagte Menschen kamen nach Noé, Schwerbehinderte nach Récébédou, Familien in das sogenannte ‚Familienlager‘ Rivesaltes.

10.8.1942 Deportation der Mutter Mania Eckstein ab Drancy nach Auschwitz

Nachkriegszeit

Gedenken

Quellen

https://gedenkbuch.karlsruhe.de/namen/5047

https://collections.arolsen-archives.org/de/document/11228322

https://collections.arolsen-archives.org/de/document/127207651

https://apps.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de1020896

https://www.mappingthelives.org

Deutsche Minderheiten-Volkszählung 1939

Staatsarchiv Israel, Mandat zur Einbürgerung in Palästina, 1937-1947

https://yvng.yadvashem.org/index.html?language=de

Peter W. Lande,  Jewish „Training“ Centers in Germany, Manuskript von 1978 im Bestand des Centers for Jewish History

https://digipres.cjh.org/delivery/DeliveryManagerServlet?dps_pid=FL4311316

Genealogie Website My Heritage

Veröffentlicht von Franz-Josef Wittstamm

Geboren 31. Mai 1951 in Recklinghausen Gymnasium Petrinum 1961 bis Abitur1970 Studium der Humanmedizin in Bochum Approbation 1981 Promotion1982 Facharzt für Innere Medizin, Kardiologie, Intensivmedizin Im Ruhestand seit 2016

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