Hadra Ruth

Ruth Fanny Hadra

*8.6.1914 in Magdeburg; ✡6.3.2002 Chicago

Staatsangehörigkeit deutsch

Religion jüdisch

Vater Arthur Hadra *1876; ✡ 13.3.1936 Magdeburg

Heirat der Eltern 1909

Mutter Lina Ahlfeld *11.9.1886 in Bernburg; ✡ 1942 in Treblinka

Geschwister

Alfred Hadra *20.5.1911 in Magdeburg; ✡1937

Annemarie Amira Hadra *11.12.1917 in Magdeburg; ✡ 2006

Beruf Praktikantin

Adressen Magdeburg, Franz-Seldte-Straße 3; Hamburg; Gut Winkel, Spreenhagen;

Heirat 27.5.1941 in Afula mit Hans Helmut Lazarus *1915

Kinder ?

Weiterer Lebensweg

Überseegruppenwanderer Lehrgut Groß Breesen

Mai 1936 Eröffnung des nichtzionistischen Übersee-Gruppenwanderer Lehrgutes Groß Breesen; im Gegensatz zu anderen Lagern ist Groß Breesen nicht an jüdische Organisationen gebunden, war jedoch stark geprägt vom Centralverein deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens (C.V., assimiliert, liberal, national)

1936-1939 Curt „Bo“ Bondy Lagerleiter und pädagogischer Leiter, auf Bitten von Leo Baeck; von vielen ‚Groß-Breesenern‘ wurde er als charismatische Persönlichkeit, der sie viel zu verdanken haben, verehrt. Unterstützt wurde er von Ernst Cramer, einem älteren Praktikanten.

Leiter der landwirtschaftlichen Ausbildung war Oberinspektor Erwin Scheier, dessen Frau Ruth oblag die Hauswirtschaft, Tischlermeister Max Kiwi die Schreinerei.

Ruth Hadra zur Hachschara in Groß Breesen

10.11.1938 Überfall der SA auf den Hof in Groß Breesen, alle über 18-Jährigen Männer werden mit einem Bus abgeführt und ins KL Buchenwald gebracht, auch Curt Bondy, der als Homosexueller besonders gefährdet war; die Frauen und Jungen bleiben auf dem Hof zurück.

1939 – zur Umschulung ins Überseeauswanderer Lager Groß Breesen

Scheier wird als Verwalter abgelöst von Dingethal, der wiederum wegen Fronteinsatz von Inspektor Hildebrandt: Nachfolger von Bondy wird Walter Bernstein.

17.5.1939 Ruth Hadra noch in Groß Breesen

Gut Winkel

Annemarie Hadra zur Hachschara als Praktikantin in Gut Winkel, Spreenhagen; Mitglied im

Alija

27.3.1939 Einreise von Annemarie Hadra in Haifa mit Studentenzertifikat der Jugendalija der Kategorie B(III)

Minderheiten-Volkszählung

17.5.1939 Ruth Hadra in Groß Breesen

17.5.1939 Mutter Lina in Magdeburg, Franz-Seldte-Straße 3

England

Sommer 1939 Ruth Hadra mit Domestic Permit nach England

Britischer Census

29.9.1939 Ruth Hadra in Risley Mount, Derby Road, Shardlow, Derbyshire

1.-10.9.1940 Ruth Hadra auf der SS CAMERONIA von Glasgow nach New York

Ziel ist die Thalhimer Farm

Die Thalhimer-Farm „Hyde Farmlands“

William B. Thalhimer, Warenhausbesitzer in Richmond, kaufte die Farm „Hyde Farmlands“ in Nottoway County, Virginia zur landwirtschaftlichen Ausbildung jüdischer Jugendlicher für die „Virginiagruppe“ der Breesener (Chawerim aus dem Hachscharalager Groß-Breesen)

1940 Vierundzwanzig Groß-Breesener können mit einer Sonderquote für Landwirte nur für die Hyde Farmlands einreisen.

30.4.1940 Ruth Hadra bei US Census noch nicht erfasst in Haytakol, Nottoway auf  Hyde Farmlands als „farmhand“ wie z.B. die zwei Werkdorper Gerd Tworoger und Hermann Kiwi, 24 jüdischen Flüchtlingen aus Groß-Breesen, so auch Rolf Falkenstein aus Recklinghausen

Als „Head“ wird Henry Cornes Heinz Kahn (HaKa) aus Eschwege geführt

Ende 1941 nach Erkrankung von Thalhimer wird die Farm geschlossen; bei Kriegseintritt der USA gehen viele Chawerim in die US Army;

Nachkriegszeit

22.11.1946 Einbürgerung der Schwester Amira in Palästina

Gedenken

Quellen

Passenger and Crew Lists of Vessels Arriving at New York, New York, 1897-1957 (National Archives Microfilm Publication T715, roll 6495); Records of the Immigration and Naturalization Service, Record Group 85

Ilana

Ilana Michaeli und Irmgard Klönne (Hrsg.) Gut Winkel, die schützende Insel: Hachschara 1933-1941 Mitarbeit von Ilka von Cossart, Katharina Hoba und Ulrike Pilarczyk; LIT Verlag; 2007

https://victims.auschwitz.org/victims

Staatsarchiv Israel, Israel, Einwanderungslisten

Deutsche Minderheiten-Volkszählung 1939

https://www.mappingthelives.org

Genealogie Webseite My Heritage

http://luckauer-juden.de/hachschara.html

https://collections.yadvashem.org/en/documents/3655863

https://yvng.yadvashem.org/index.html?language=de

Peter W. Lande,  Jewish „Training“ Centers in Germany, Manuskript von 1978 im Bestand des Centers for Jewish History

https://digipres.cjh.org/delivery/DeliveryManagerServlet?dps_pid=FL4311316

Veröffentlicht von Franz-Josef Wittstamm

Geboren 31. Mai 1951 in Recklinghausen Gymnasium Petrinum 1961 bis Abitur1970 Studium der Humanmedizin in Bochum Approbation 1981 Promotion1982 Facharzt für Innere Medizin, Kardiologie, Intensivmedizin Im Ruhestand seit 2016

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