
Isidor Malz
*24.8.1920 in Saarbrücken; ✡ 1.8.1942 in Auschwitz
Staatsangehörigkeit staatenlos
Religion jüdisch
Vater David Malz *15.8.1888 in Jawornik; ✡2.9.1942 in Auschwitz
Heirat der Eltern 15.9.1919 in Malstatt-Burbach
Mutter Rosa Beer *28.6.1890 in Nowy Sacz; ✡11.3.1942 in Nizza
Geschwister
Eli Elimelech Malz *17.7.1923; ✡ 5.10.2004; oo Charlotte
Simon Malz *14.2.1934 in Saarbrücken; Überlebender
Cousine/n
Meir Emil Malz *2.10.1915 in Przeworsk; ✡13.8.1946 in Haifa
Jeanine Malz *22.9.1920 in Saarbrücken
Martha Miriam Malz *16.4.1923 in Saarbrücken; ✡19.10.2013; oo Gottwillen
Beruf Landwirtschaftlicher Praktikant
Adressen Saarbrücken, Frankenstraße 24; Spreenhagen; Eibergen; Franeker
Heirat –
Kinder–
Weiterer Lebensweg
Ostern 1917 Einschulung
Besuch von Volks- und Mittelschule
Schulabgang
17.5.1939 beide Eltern mit den Brüdern Eli und Simon in Saarbrücken, Frankenstraße 24
30.7.1939 Flucht beider Eltern mit den Brüdern Eli und Simon nach Mailand
April 1940 beide Eltern aus Italien nach Frankrich
11.3.1942 in Nizza Tod der Mutter
10.3.1944 Bruder Simon in die Schweiz gerettet
Hachschara
Gut Winkel

Frühjahr 1937 Isi Malz auf der Meldeliste Nr. 4 für die Einberufung zur Hachschara in Gut Winkel, Spreenhagen
4.1.1938 Couisin Emil bereit zur Hachschara auf Gut Winkel

14.6.1938 Isi Malz zur Hachschara ins Gut Winkel, Spreenhagen

Gut Winkel bestand als Lehrgut Schocken ab 1933 in Trägerschaft der zionistischen Jugendbünde; Lagerleiter war Martin Gerson vom Januar 1933 bis zwangsweisen Aufgabe von Gut Winkel am 19. Juni 1941; Hauswirtschaftsleiterin war seine Frau Bertel. 1938 wird die Zahl der Belegplätze mit 120 angegeben

Jeanine Malz zur Hachschara in Rüdnitz
Martha Malz zur Hachschara in Rüdnitz und Halbe
28.10.1938 keine Verhaftungen in der Polenaktion auf Gut Winkel
10.11.1938 keine Verhaftungen im Novemberpogrom auf Gut Winkel
Deventer-Vereniging
8.3.1939 Isidor Malz, Horst Elias, Hans Eisner, Rolf Rothmann und Werner Hirschfeld aus Gut Winkel zunächst zum Sammellager in Bielefeld und von dort in das Wohnheim der Deventer-Vereniging an der Flugschule Teuge; Eintritt als Palästina Pionier in die Deventer Vereniging tot Vakopleiding, Leiter Ru Cohen.
26.5.1939 Arthur Maier kommt ebenfalls aus Gut Winkel nach Deventer
Einzelhachschara in Deventer und Eibergen; zuletzt bei Bauer J.W. Kemink in Eibergen: Kemink schreibt noch im März 1942 an den Bürgermeister von Eibergen, Van Dalfsen, um ihn auf seinen Hof zurückzuholen. Da ist er aber schon im Kamp Westerbork:
„We zouden de jongen als het kon heel graag terug hebben, maar aangezien hij niet meer in Franeker is, vragen wij u beleeft of u ons misschien kunt helpen. ’t Is op ’t ogenblik erg druk op de boerderij, en daar hij een goede knecht was, komt het ons goed van pas als wij hem terug konden krijgen.“
Kibbuz Franeker
Der 1935 vom Arzt Dr. Jacob und seiner Frau Lina Bramson aus Franeker gegründete Kibbuz der religiösen Zionisten des Misrachi „Dath we Eretz“ bestand bis zu seiner Auflösung durch eine Razzia am 3. November 1941.
Träger Misrachi/ Dath Waäretz; Bachad, 1928 gegründete Jugendorganisation des orthodox-jüdischen Misrachi; das hebräische Akronym בָּחָ״ד BaChaD steht für Brit Chaluzim Datiim, deutsch ‚Bund religiöser Pioniere‘. Die Hachschara Organisation hieß „Dath we Eretz“
Das alte Bahnhofsgebäude des Kibbuz Franeker am Harlinger Weg 45 konnte etwa 25 Bewohner aufnehmen, anfangs waren es 10, zuletzt bis zu 30 Chalutzim.
Jacob Bramson kümmerte sich persönlich um die sorgfältige Auswahl die Bauernhof-Stellen.
Die geistliche Betreuung übernahm Oberrabbi Lewinson aus Leeuwarden
14.3.1940 von Eibergen in den Kibbuz Franeker
Er arbeitet bei einem Bauern in Dongum
3.11.1941 Verhaftung der Bewohner bei einer Razzia des SD auf Grund einer Verleumdung; laut SS Hauptsturmführer Ferdinand aus der Fünten, Leiter der Zentralstelle für Jüdische Auswanderung in Amsterdam, wurde ihnen unterstellt: Wirtschaftssabotage (Hamstern), unerlaubtes Verlassen des Kibbuz und Abhören von Feindsendern (BBC)
Verbringung ins Gefängnis Blokhuispoort in Leeuwarden; sie sollten zur „Sonderbehandlung“ nach Mauthausen; Levinson, Oberrrabbi in Leeuwarden kann aber erreichen, dass sie „nur“ in das Kamp Westerbork müssen
17./29.12.1941 Verbringung der 10 Franeker Chaluzim aus Leeuwarden in das polizeiliche Judendurchgangslager Westerbork: Rachel (‘Mimi’) Brandweiner, Hans Martin Cohn, Benno Freimann, Walter Goldschmidt, Moshe Heller, Hannah Levy, Isidor Malz, , Arthur Rath, Adelheid Rothschild, Otto Zeichner

12.5.1942 steht er mit vielen anderen auf der Liste derer, die sich nach Amsterdam begeben sollen, um ihre Vermögensverhältnisse anzugeben, als Vorbereitung auf die schon geplanten Massentransporte ab Juli1942. Er kehrte danach wieder nach Westerbork zurück.

Isidor Malz zusammen mit Hans Cohn, Walter Goldschmidt und Otto Zeichner auf dem ersten Transport von Westerbork nach Auschwitz. Hans Cohn wird von Kommandanten Schol als sein Gärtner von der Liste genommen.
Drancy
2.9.1942 Vater David auf dem Transport Nr. 27 von Drancy nach Auschwitz
Nachkriegszeit
Bruder Eli 1952 und 1956 in Ramat-Jizchak Israel
Gedenken
2022 Joods monument Kibboets Franeker Harlingerweg mit 24 Opfernamen
Quellen
https://www.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de266605
Auke Zeldenrust, Kibboets op de Klei, Boom, 2020
Morris Schnitzer, My three selves, a memoir, Lugus, Toronto, 2002
https://danielabraham.net/tree/related/dora
Mirjam Pinkhof, De Jeugdalijah van het Paviljoen Loosdrechtsche Rade, 1998
Frans van der Straaten, Om nooit te vergeten. Herinneringen en belevenissen aan/van Palestina-Pioniers in Nederland gedurende de oorlogsjaren 1939-1945
https://collections.yadvashem.org/en/documents/3655767
https://www.gfh.org.il/eng/Archive
Staatsarchiv Israel, Mandat zur Einbürgerung in Palästina, 1937-1947
https://yvng.yadvashem.org/index.html?language=de
Peter W. Lande, Jewish „Training“ Centers in Germany, Manuskript von 1978 im Bestand des Centers for Jewish History
https://digipres.cjh.org/delivery/DeliveryManagerServlet?dps_pid=FL4311316
https://www.mappingthelives.org
Deutsche Minderheiten-Volkszählung 1939