Farntrog Jacob

Jacob Farntrog

11.12.1884 in Fürth; ✡ 1942 in Theresienstadt

Staatsangehörigkeit deutsch

Religion jüdisch

Vater Isaak Farntrog *25.3.1847 in Fürth; ✡ 28.12.1913 in Fürth

Heirat der Eltern 31.7.1882 in Fürth

Mutter Emma Ella Berliner/Feist *24.7.1855 in Westheim ; ✡ 23.6.1924

Geschwister

Isaac Farntrog 1882-1942

David Farntrog 1883 -1942

Lazarus Farntrog 1886-1944

Moses Farntrog *23.9.1887; ✡17.11.1952

Rebekka Rifka Farntrog *23.9.1889 in Fürth; ✡1943 Auschwitz; oo Josef Carlebach

Uri/Feist Farntrog 1891-1969

Adressen Fürth; Regensburg, Rote-Hahnen-Gasse 7 II,

Beruf Textilkaufmann in Regensburg

Heirat Rosa Thekla Jochsberger *18.1.1895 in Ansbach; 1942 Izbica

Kinder

Hilda Ruth Farntrog *31.8.1919 in Fürth; ✡2001; oo Meir Salomon

Siegfried Farntrog *29.8.1920 in Fürth; ✡15.12.2001 Jerusalem; oo Berliner; oo Steiger

Gerda Farntrog *10.10.1923 in Fürth; ✡27.9.2005 in Jerusalem; oo Oppenheimer

Weiterer Lebensweg

1919 Zuzug nach Regensburg

Textilkaufmann in Regensburg

21.3.1938 Einreise von Tochter Hilde in Haifa mit einem Arbeiterzertifikat des Hechaluz der Kategorie C/LS

18.7.1938 Einreise von Tochter Gerda in Haifa mit einem Studentenzertifikat der Jugendalija der Kategorie B(III)

Beth Chaluz Regensburg

Das Beth Chaluz in Regensburg, Weißenburgstraße 31 war ein Hachschara-Wohnheim des Hechaluz, auch „Praktikantenheim“ genannt. Es bestand zumindest seit 1936.

Novemberpogrom in Regensburg

Am 9./10.11.1938 wurde auch das Beth Chaluz Regensburg überfallen.

10.11.1938 Jacob Farntrog verhaftet mit etwa 70  jüdischen Männern, sie wurden auf dem NSKK-Gelände festgehalten und mussten vormittags „Morgensport“-Übungen machen.

10.11.1938 Es folgte der „Schandmarsch durch die Regensburger Altstadt zum Bahnhof. Auf Lastwagen wurden 65 in „Schutzhaft“ genommene Juden ins Konzentrationslager Dachau, weitere aber auch in das Regensburger Gefängnis „Augustenburg“ verbracht.

10.11.1938 Jacob Farntrog gehörte zur ersten Gruppe der nach Dachau verbrachten Männer

11.11.1938 wurden vier weitere über 17-jährige Männer aus dem Beth Chaluz sowie Ernst Levy aus Regensburg und Fritz Strauß aus Selters in Dachau eingewiesen.

12.11.1938 fünf Chaluzim aus dem Beth Chaluz werden nach Dachau verbracht

16 Chaluzim und Rabbi Falk Salomon aus Regensburg in Dachau (nach Häftlingsnummer)

20131 Karl Michel, 20133 Willy Meier, 20143 Heinz Kurt Marcks, 20145 Hans Kroner, 20166 Heinrich Kästler, 20190 Jakob Farntrog, 20195 Falk Salomon, Rabbiner, 22594 Berthold Berkowicz, 22595 Bernhard Rosenberg, 22596 Waldemar Horn, 22597 Hans Wertheim, 22604 Fritz Strauß, 22606 Ernst Levy, 23182 Siegfried Berkowicz, 23183 Isaak Sapierstein, 23184 Rudolf Kästler, 23186 Erich Schlorch, 23187 Alfred Weiss

5.12.1938 Entlassung von Jacob Farntrog aus dem KL Dachau

Die Auflösung des Beth Chaluz

Einzelne Chaluzim gehen in ihre Heimatorte, andere wechseln in bestehende Hachscharastätten, so Fritz Strauß in das Lehrgut Ellguth in Schlesien.

12.4.1939 Brief von Jakob Farntrog aus Regensburg:

„Diese Woche … noch gehen Oberdorfer und Springer weg (Auf die ST LOUIS). Die letzten vom Bet Chaluts anfangs kommender Woche illegal nach Erets. Die Auswanderung geht ja im großen ganzen nur langsam vonstatten“

Gemeint ist hier vermutlich der erste „Sonderhachschara“ SH 1; Chaluzim aus ganz Deutschland kamen ab Wien in einem Sammeltransport nach Jugoslawien, Einschiffung in Spalato auf einem kleinen Schiff, der SS DORA, die nach etwa 10-tägiger Fahrt unbehindert in Palästina landete; sogenannte erste Alija Beth, illegale Sonderhachschara SH1

Nach 1938 diente das Gebäude in der Weißenburgstraße 31 als jüdisches Altersheim

April 1942 Judenhaus für 82 jüdische Senioren

Frieda Schottig, 1939 bis Juli 1940 „Zimmermädchen“ im jüdischen Altersheim, Überlebende des KL Ravenbrück schreibt:

„Man habe sie (Sophie Jochberger) zwangsweise in das jüdische Altersheim in der Weißenburgstraße 31 eingewiesen. Dort wohnten und schliefen seinerzeit in einzelnen Zimmern sechs und mehr alte Leute. Die Ehepaare wurden getrennt. In einem Gebäude, in dem zehn Personen normal leben können, hatte man 1942 82 israelitische Senioren in der unwürdigsten Weise zusammengepfercht.“

Minderheitenzählung

17.5.1939 Jacob und Rosa Farntrog in Regensburg, Rote-Hahnen-Gasse 7 II bei der Minderheitenzählung

17.5.1939 noch im Beth Chaluz in Regensburg, Weißenburgstraße 31 registriert die vier Ma’apilim Erna Margules, Isaak Sapierstein, Erich Schlorch und Karel Sokolski, die am 12.8.1939 auf der SS DORA am Strand von Shefayim nahe Tel Aviv mit Booten illegal ins Land gebracht werden

15.7.1942 Jacob und Rosa Farntrog auf einem Transport von München mit bisher nicht bekanntem Ziel

15.4.1946 Suchanfrage von Bruder Martin Farntrog

Gedenken

Stolpersteine für Jakob und Rosa Farntrog in Regensburg

Quellen

https://apps.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de863908

https://apps.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de863916

https://collections.arolsen-archives.org/de/document/130429410

https://www.heimatforschung-regensburg.de/2485/1/1063113_DTL1773.pdf

https://collections.arolsen-archives.org/de/document/7456410

https://collections.arolsen-archives.org/de/document/70198031

https://collections.arolsen-archives.org/de/document/70372024

https://www.mappingthelives.org

Deutsche Minderheiten-Volkszählung 1939

https://www.myheritage.de

https://hachschara.juedische-geschichte-online.net/ort/12

https://yvng.yadvashem.org/index.html?language=de

https://digipres.cjh.org/delivery/DeliveryManagerServlet?dps_pid=FL4311316

Staatsarchiv Israel, Einwanderungslisten

Danuta Czech, Lagerbuch von Auschwitz

Veröffentlicht von Franz-Josef Wittstamm

Geboren 31. Mai 1951 in Recklinghausen Gymnasium Petrinum 1961 bis Abitur1970 Studium der Humanmedizin in Bochum Approbation 1981 Promotion1982 Facharzt für Innere Medizin, Kardiologie, Intensivmedizin Im Ruhestand seit 2016

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