Boehm Bernhard

Bernhard Boehm/ Dov David Aloni

*19.1.1921 in Breslau; 2001

Staatsangehörigkeit deutsch

Religion jüdisch

Vater Hans Naphtalie Boehm *1888 ;

Mutter Hilde Kamm *21.12.1895 in Lublinitz; ✡ 19.6.1987 in Zichron Jakov

Großvater Sanitätsrat Dr. med. Bernhard Böhm *1860; ✡10.9.1920 in Beuthen

Großmutter Selma Kessler

Großvater Oscar Kamm *1864; ✡18.11.1921 in Beuthen

Großmutter Bianca Boehm; ✡ ?

Geschwister

Walter Boehm/ Jakob Aloni *17.8.1919 in Breslau

Onkel/Tanten

Franz Kamm *1.8.1896 in Lublinitz; ✡25.6.1916

Alice Kamm *2.1.1897 in Lublinitz; ✡ ?; oo Samuel

Fritz Kamm *ca 1899 in Lublinitz; ✡?

Dr. Ilse Kamm *24.1.1903 in Beuthen; ✡27.5.1994 in Carrol; oo Mandel

Ruth Kamm *1894 in Lublinitz; überlebt in Auschwitz; ✡ 1998; oo Dr. Hans Ringer; oo Wilhelm Schwarz

Beruf Landwirtschaftlicher Praktikant

Adressen Beuthen; Klein-Schnellendorf

Heirat Dalia Aloni; ✡ 11.9.1994

Kinder

Weiterer Lebensweg

Die Ehe der Eltern wurde geschieden

Vater Hans flieht nach Schweden

Hachschara und Alija

Bernhard Böhm zur Hachschara an einem unbekannten Zentrum; am ehesten in Frage kommt das Beth Chaluz der Werkleute in Beuthen, Ring 24

1.10.1936 Reisepassausstellung für Bernhard Boehm in Beuthen

25.8.1937 Einschiffung von Bernhard Boehm in Triest

30.8.1937 Ankunft in Haifa mit einem Studentenzertifikat der Jugendalija der Kategorie B(III);

Lehrgut Ellguth

Bruder Walter Boehm zur Hachschara ins Lehrgut Ellguth

Hilde Boehm zur Hachschara ins Lehrgut Ellguth

Die Eröffnung des Lehrgutes Ellguth in Steinau bei Falkenberg/Klein-Schnellendorf erfolgte in Trägerschaft des Hechaluz am 19.12.1937. Die Leitung wurde Edgar und Elly Freund von der „Jüdischen Jugendhilfe Berlin“ übertragen. Zur Eröffnung kam als Madrich für die Landwirtschaft Georg Josephsthal, zuvor Generalsekretär des Hechaluz und im Merkas des Habonim. Seine Frau Senta übernahm die Milchwirtschaft des Gutes. Als landwirtschaftlicher Inspektor wurde der Nichtjude Bless eingestellt. Bis zu 100 Chaluzim wurden hier ausgebildet.

Im August 1938 mussten Georg und Senta Josephthal, im September das Ehepaar Freund nach Warnungen vor der Gestapo das Gut verlassen. Nachfolger wird Fritz Wolff.

Polenaktion

28.10.1938 Bei der „Polenaktion“ wurden auch aus Ellguth wie in anderen Hachscharalagern 13 polnischstämmige Chaluzim abgeschoben.

Benno Teichmann berichtet:

„Es war am 28. Oktober 1938 in Ellguth, einem Hachscharah-Kibbuz von Mitgliedern des deutschen Hechalutz. Es kam der Befehl nach Ellguth: Alle Polen sind ausgewiesen. Sie müssen bis 5 Uhr über die Grenze sein…. Und dann kam der Autobus. […] Die Namen wurden verlesen und die Chawerim stiegen ein und verließen unser Kibbuz.“

Diese wurden aber von polnischen Dorfbewohner mit Hunden zurückgetrieben. Sechs von Ihnen reisten später regulär mit Pass nach Polen aus, sieben kehrten nach Ellguth zurück.

Novemberpogrom

10. 11.1938 zwei Jugendliche aus Breslau mit Motorrad berichten über die Pogromexzesse. 10.11.1938 nachmittags erscheint ein örtlicher Polizist, um Waffen zu suchen

10.11.1938 Mob aus Bauern und SA überfällt das Gut, alle Bewohner werden auf LKW in das Polizeigefängnis Oppeln gebracht;

12.11.1938 Bruder Walter mit den über 16 jährigen Männer – mehr als 23 – werden nach Buchenwald transportiert, Frauen und Jungen wieder entlassen.

In Buchenwald erhielten die Chaluzim aus Ellguth Häftlingsnummern um 27450; Bruder Walter die Nummern 10519 und 27413

10.12.1938 Entlassung einer großen Gruppe der Ellguth Chaluzim aus dem KL Buchenwald

Dezember 1938 Bruder Walter u.a. mit Kurt Hannemann, Adolf Hafner, Erich Naftalie, Joachim Simon zum Hachschara-Trainingskurs für die aus Buchenwald entlassene Gruppe aus Ellguth in der Schlosshofstraße in Bielefeld

6.1.1939 nach der Entlassung sammeln sich viele Chaluzim wieder in Bielefeld; einige flüchten mit einer Gruppe aus Ellguth unter Leitung von Madrich Fritz Wolff nach Deventer in die Niederlande in das Auffanglager der „Deventer Vereeniging tot Vakopleiding“, auf dem zwischen Deventer und Apeldoorn gelegenen Flugschule Teuge zur Einzelhachschara auf Bauernhöfen in der Region.

25.2.1939 von dort wechseln einige der Ellguth-Gruppe ins Werkdorp Wieringermeer.

Januar 1939 Wiedereröffnung des Lagers Ellguth durch den BACHAD mit 40 Chaluzim; Die Leitung übernahm Armin Duschinski aus Wien.

17.5.1939 Hilde Boehm bei Minderheiten-Volkszählung mit 84 Juden in Falkenberg, Klein Schnellendorf

Alija beth auf der SS DORA

Juli 1939 Walter Böhm mit 76 Werkdorpern aus dem Werkdorp Nieuwesluis nach Amsterdam zur Alija Beth auf der SS DORA

12.8. 1939 Ankunft von Walter Böhm  auf der SS DORA in Palästina; die Chaluzim werden am Strand von Shefayim in der Nähe von Tel Aviv mit Booten illegal ins Land gebracht

Alija beth auf der SS HILDA – Sonderhachschara 2

12.10.1939 Bahnfahrt der Mutter Hilde Kamm Boehm ab Berlin über Frankfurt und Passau nach Wien; die zweite Hälfte des Transportes kam von Breslau nach Wien

14.10. 1939 Ankunft in Wien, über die Schwarzmeerroute Bratislava, Budapest, Belgrad, Bukarest

6.11.1939 Ankunft in Sulina, Schwarzmeer-Hafen

26.11.1939 Abfahrt mit 729 Passagieren auf der SS HILDA

15.1.1940 hinter den Dardanellen von britischer Marine gestoppt und geentert

22.1.1940 Ankunft vor der Dreimeilen-Zone vor Haifa

24.1.1940 Britische Mandatsbehörden verweigern die Landung

29.1.1940 Ankunft Haifa nach Abschluss von Verhandlungen zwischen Sochnut (Jewish Agency) und britischer Mandatsregierung

29.1.1940 mit Bussen in das Internierungslager nach Athlit verbracht

17.2.1940 Registrierung von Mutter Hilde Boehm in Athlit;

sie gibt als Referenz Julius Haimer an , als Gemeindeältesten Rabbiner Prof. Golinski (Dokument D/814/40/CHU)

18.2.1940 Entlassung der Frauen aus dem Lager

Bei der Entlassung gibt sie ihre Söhne als Kontaktadressen an

29.7.1940 Entlassung der Männer aus dem Lager Athlit

19.1.1943 Einbürgerung von Bernhard Bohm in Palästina

Nachkriegszeit

21.5.1952 Air France Flug der Mutter von Paris nach New York als israelische Staatsbürgerin

1957 Einreise-von Hilde Boehm nach Rio de Janeiro

Gedenken

Quellen

https://www.mappingthelives.org

Deutsche Minderheiten-Volkszählung 1939

https://www.myheritage.de

https://hachschara.juedische-geschichte-online.net/ort/12

https://yvng.yadvashem.org/index.html?language=de

https://digipres.cjh.org/delivery/DeliveryManagerServlet?dps_pid=FL4311316

Staatsarchiv Israel, Einwanderungslisten

Danuta Czech, Lagerbuch von Auschwitz

https://collections.arolsen-archives.org/de/docum ent/5278110

Veröffentlicht von Franz-Josef Wittstamm

Geboren 31. Mai 1951 in Recklinghausen Gymnasium Petrinum 1961 bis Abitur1970 Studium der Humanmedizin in Bochum Approbation 1981 Promotion1982 Facharzt für Innere Medizin, Kardiologie, Intensivmedizin Im Ruhestand seit 2016

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