Joseph Manfred

Manfred Joseph

*7.8.1914 in Waldsolms; ✡ 13.12.2000 in Circleville Wallkill, Orange, New York

Staatsangehörigkeit deutsch

Religion jüdisch

Vater Moritz Joseph *12.9.1884 Grävenwiesenbach; ✡ 14.9.1942 Majdanek/Sobibor

Heirat der Eltern 14.11.1913 in Wohra

Mutter Helena Buchheim *24.6.1889 in Wohra; ✡ 1942 Majdanek/Sobibor

Geschwister

Hans Joachim Josef *9.11.1925 in Waldsolms; ✡ 14.9.1942 Majdanek/Sobibor

Beruf

Adressen Waldsolms ;Brandoberndorf, Dreckgasse 25; Ellguth, Steinau; Frankfurt; Bronx, New York

Heirat

1942 Jennie Joseph *1925; ✡ 15.11.1953

28.11.1957 Karoline Thalheimer *14.5.1924 in Stuttgart; ✡ 13.3.2005 in Circleville

Drucker

Shapiro

Kinder zwei

Evelyn Joseph *1.7.1945; ✡ 15.11.1953

Weiterer Lebensweg

Das

Le

Lehrgut Ellguth

zur Hachschara ins Lehrgut Ellguth

Die Eröffnung des Lehrgutes Ellguth in Steinau bei Falkenberg/Klein-Schnellendorf erfolgte in Trägerschaft des Hechaluz am 19.12.1937. Die Leitung wurde Edgar und Elly Freund von der „Jüdischen Jugendhilfe Berlin“ übertragen. Zur Eröffnung kam als Madrich für die Landwirtschaft Georg Josephsthal, zuvor Generalsekretär des Hechaluz und im Merkas des Habonim. Seine Frau Senta übernahm die Milchwirtschaft des Gutes. Als landwirtschaftlicher Inspektor wurde der Nichtjude Bless eingestellt. Bis zu 100 Chaluzim wurden hier ausgebildet.

Im August 1938 mussten Georg und Senta Josephthal, im September das Ehepaar Freund nach Warnungen vor der Gestapo das Gut verlassen. Nachfolger wird Fritz Wolff.

Polenaktion

28.10.1938 Bei der „Polenaktion“ wurden auch aus Ellguth wie in anderen Hachscharalagern 13 polnischstämmige Chaluzim abgeschoben.

Benno Teichmann berichtet:

„Es war am 28. Oktober 1938 in Ellguth, einem Hachscharah-Kibbuz von Mitgliedern des deutschen Hechalutz. Es kam der Befehl nach Ellguth: Alle Polen sind ausgewiesen. Sie müssen bis 5 Uhr über die Grenze sein…. Und dann kam der Autobus. […] Die Namen wurden verlesen und die Chawerim stiegen ein und verließen unser Kibbuz.“

Diese wurden aber von polnischen Dorfbewohner mit Hunden zurückgetrieben. Sechs von Ihnen reisten später regulär mit Pass nach Polen aus, sieben kehrten nach Ellguth zurück.

Novemberpogrom

10. 11.1938 zwei Jugendliche aus Breslau mit Motorrad berichten über die Pogromexzesse. 10.11.1938 nachmittags erscheint ein örtlicher Polizist, um Waffen zu suchen

10.11.1938 Mob aus Bauern und SA überfällt das Gut, alle Bewohner werden auf LKW in das Polizeigefängnis Oppeln gebracht;

12.11.1938   die über 16 jährigen Männer – mehr als 23 – werden nach Buchenwald transportiert, Frauen und Jungen wieder entlassen.

In Buchenwald erhielten die Chaluzim aus Ellguth Häftlingsnummern um 27450; Manfred Joseph die 26618

6.12.1938 Mutter Ella überweist 3 RM Reisegeld aus Brandoberndorf

10.12.1938 Entlassung von Manfred Joseph mit einer großen Gruppe der Ellguth Chaluzim aus dem KL Buchenwald

Dezember 1938 — u.a. Kurt Hannemann, Adolf Hafner, Erich Naftalie, Joachim Simon zum Hachschara-Trainingskurs für die aus Buchenwald entlassene Gruppe aus Ellguth in der Schlosshofstraße in Bielefeld

6.1.1939 nach der Entlassung sammeln sich viele Chaluzim wieder in Bielefeld; einige flüchten mit einer Gruppe aus Ellguth unter Leitung von Madrich Fritz Wolff nach Deventer in die Niederlande in das Auffanglager der „Deventer Vereeniging tot Vakopleiding“, auf dem zwischen Deventer und Apeldoorn gelegenen Flugschule Teuge zur Einzelhachschara auf Bauernhöfen in der Region.

25.2.1939 von dort wechseln einige der Ellguth-Gruppe ins Werkdorp Wieringermeer.

Januar 1939 Wiedereröffnung des Lagers Ellguth durch den BACHAD mit 40 Chaluzim; Die Leitung übernahm Armin Duschinski und Hermine Duschinsky als Wirtschaftsleiterin aus Wien.

Minderheiten-Volkszählung

17.5.1939 Manfred Joseph mit 84 Juden in Falkenberg, Klein Schnellendorf

17.5.1939 Manfred Joseph mit den Eltern und Bruder Joachim in Brandoberndorf

17.5.1939 Bruder Joachim in Frankfurt, Fischerfeldstraße 13, hier befand sich ab 1939 die Jüdische Anlernwerkstatt in einem Fabrikgebäude

Juli 1939 Emigration nach England

29.9.1939 Manfred Joseph in Lidsey Bridge Cottage, Chichester, Sussex bei britischem Census

11.6.1942 beide Eltern und Bruder Joachim von Frankfurt nach Majdanek/Sobibor

Nachkriegszeit

accompanied by wife

14.4.1947 Manfred Joseph von Southampton nach New York

15.11.1953 Ehefrau Jennie ertränkt die gemeinsame Tochter Evelyn in der Badewanne und schneidet sich selbst anschließend die Halsschlagader auf, an ihrem 11. Hochzeitstag

16.11.1953 Zeitungsbericht in der „The Oklahoma City Times“

Gedenken

Quellen

Passenger and Crew Lists of Vessels Arriving at New York, New York, 1897-1957 (National Archives Microfilm Publication T715, roll 7324); Records of the Immigration and Naturalization Service, Record Group 85

https://www.mappingthelives.org

Deutsche Minderheiten-Volkszählung 1939

https://www.myheritage.de

https://hachschara.juedische-geschichte-online.net/ort/12

https://yvng.yadvashem.org/index.html?language=de

https://digipres.cjh.org/delivery/DeliveryManagerServlet?dps_pid=FL4311316

Staatsarchiv Israel, Einwanderungslisten

https://collections.arolsen-archives.org/de/document/5278110

Veröffentlicht von Franz-Josef Wittstamm

Geboren 31. Mai 1951 in Recklinghausen Gymnasium Petrinum 1961 bis Abitur1970 Studium der Humanmedizin in Bochum Approbation 1981 Promotion1982 Facharzt für Innere Medizin, Kardiologie, Intensivmedizin Im Ruhestand seit 2016

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