Riesenfeld Fritz

Fritz Riesenfeld

*12.11.1907 in Breslau; ✡ 25.8.1944 in Tel Aviv

Staatsangehörigkeit deutsch

Religion jüdisch

Vater Nathan Riesenfeld *19.9.1863 in Zülz; ✡ 10.9.1941

Mutter Sara Kalmus ✡ 17.5.1924

Geschwister

Schmuel Walter Riesenfeld *5.8.1900 in Breslau; Jan. 1986 in Petah Tikwa

Hildegard Riesenfeld *5.2.1905 in Breslau; oo WalterPick

Adressen Breslau, Kroprinzenstraße 27; Ellguth

Heirat 1939 mit Vera Tallert *5.3.1908 in Nikolai, Pless; ✡ 12.11.1992 USA

Kinder –

Weiterer Lebensweg

Das Lehrgut Ellguth

1939 Fritz Riesenfeld zur Hachschara in das Lehrgut Ellguth

Die Eröffnung des Lehrgutes Ellguth in Steinau bei Falkenberg/Klein-Schnellendorf erfolgte in Trägerschaft des Hechaluz am 19.12.1937. Die Leitung wurde Edgar und Elly Freund von der „Jüdischen Jugendhilfe Berlin“ übertragen. Zur Eröffnung kam als Madrich für die Landwirtschaft Georg Josephsthal, zuvor Generalsekretär des Hechaluz und im Merkas des Habonim. Seine Frau Senta übernahm die Milchwirtschaft des Gutes. Als landwirtschaftlicher Inspektor wurde der Nichtjude Bless eingestellt. Bis zu 100 Chaluzim wurden hier ausgebildet.

Im August 1938 mussten Georg und Senta Josephthal, im September das Ehepaar Freund nach Warnungen vor der Gestapo das Gut verlassen. Nachfolger wird Fritz Wolff.

Polenaktion

28.10.1938 Bei der „Polenaktion“ wurden auch aus Ellguth wie in anderen Hachscharalagern polnischstämmige Chaluzim abgeschoben. Diese konnten aber oftmals illegal wieder zurückkehren.

Novemberpogrom

10. 11.1938 zwei Jugendliche aus Breslau mit Motorrad berichten über die Pogromexzesse. 10.11.1938 nachmittags erscheint ein örtlicher Polizist, um Waffen zu suchen

10.11.1938 Mob aus Bauern und SA überfällt das Gut, alle Bewohner werden auf LKW in das Polizeigefängnis Oppeln gebracht; die erwachsenen Männer werden nach Buchenwald transportiert, Frauen und Jungen wieder entlassen.

Nach der Entlassung flüchten einige wie Erich Heumann in die Niederlande ins Werkdorp

Januar 1939 Wiedereröffnung des Lagers Ellguth durch den BACHAD mit 40 Chaluzim; Die Leitung übernahm Armin Duschinski aus Wien.

17.5.1939 Fritz Riesenfeld bei Minderheiten-Volkszählung mit 84 Juden in Falkenberg, Klein Schnellendorf

17.5.1939 Fritz Riesenfeld auch in Breslau , Kronprinzenstraße 27 gemeldet bei seinem Vater und mit Vera Tallert

Alija beth auf der SS HILDA – Sonderhachschara 2

12.10.1939 Bahnfahrt von 31 Chaluzim aus Ellguth ab Breslau nach Wien; die zweite Hälfte des Transportes kam von Berlin über Frankfurt und Passau nach Wien.

14.10. 1939 Ankunft in Wien, über die Schwarzmeerroute Bratislava, Budapest, Belgrad, Bukarest

6.11.1939 Ankunft in Sulina, Schwarzmeer-Hafen

26.11.1939 Abfahrt mit 729 Passagieren auf der SS HILDA

15.1.1940 hinter den Dardanellen von britischer Marine gestoppt und geentert

22.1.1940 Ankunft vor der Dreimeilen-Zone vor Haifa

24.1.1940 Britische Mandatsbehörden verweigern die Landung

29.1.1940 Ankunft Haifa nach Abschluß von Verhandlungen zwischen Sochnut (Jewish Agency) und britischer Mandatsregierung

29.1.1940 mit Bussen in das Internierungslager nach Athlit verbracht

18.2.1940 Entlassung der Frauen aus dem Lager

22.2.1940 Registrierung von Fritz Riesenfeld in Athlit; er gibt W. Bodländer, Breslau als Referenz an , als Gemeindeältesten Rabbi Lewin, Breslau (Dokument D/1277/40/CHU);

Ehepaar Riesenfeld zu Schwester Ruth Tallert in Tel Aviv

29.7.1940 Entlassung der Männer aus dem Lager Athlit

Fritz und Vera Riesenfeld gehen zu seinem Bruder Dr. Walter Riesenfeld

25.8.1944 Tod von Fritz Riesenfeld in Tel Aviv

Gedenken

Quellen

https://www.ushmm.org/online/hsv/source_view.php?SourceId=19561

www.raoulwallenberg.net/general/ruth-kl-uuml-ger-mossad-le/

Rudolf Stern (Chawer aus Dortmund), Meine Aliyah – 13. Oktober 1939 – 29. Januar 1940; unveröffentliches Manuskript, 1987

https://www.mappingthelives.org

Deutsche Minderheiten-Volkszählung 1939

https://www.myheritage.de

https://hachschara.juedische-geschichte-online.net/ort/12

https://yvng.yadvashem.org/index.html?language=de

https://digipres.cjh.org/delivery/DeliveryManagerServlet?dps_pid=FL4311316

Staatsarchiv Israel, Einwanderungslisten

Veröffentlicht von Franz-Josef Wittstamm

Geboren 31. Mai 1951 in Recklinghausen Gymnasium Petrinum 1961 bis Abitur1970 Studium der Humanmedizin in Bochum Approbation 1981 Promotion1982 Facharzt für Innere Medizin, Kardiologie, Intensivmedizin Im Ruhestand seit 2016

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