Eva/Chava Fink
*11.2.1920 in Posen; ✡
Staatsangehörigkeit deutsch
Religion jüdisch
Vater Max Fink ; ✡?
Mutter Käthe Pogorzelski; ✡ ?
Geschwister
Schwester Fink; ✡?
Beruf –
Adressen ; Hof Jägerslust bei Flensburg;
Heirat 1947 Lehmann
Kinder
Naomi Lehmann *30.3.1949
Michael Lehmann *1.1.1952
Weiterer Lebensweg
Umzug der Familie nach Breslau
Eintritt in die Habonim Ortsgruppe Breslau
Hachschara-Lehrgut Jägerslust bei Flensburg
1937/38 Eva Fink zur Hachschara in das Lehrgut Jägershof bei Flensburg
Der Hof gehörte der Familie von Käthe und ihrem Sohn Alexander Wolff (1891-1984); er war mit 77 Hektar der zweitgrößte in der Region Flensburg
Herbst 1934 Beginn der Hachschara-Ausbildung mit 12 Praktikanten; bis 1938 wurden hier etwa 100 Chawerim ausgebildet.
1935 kommt Jitzchak Skedi (1912-1982) als Sjalach des Kibbutz Givat Hashlosha auf den Hof, um Hachschara und Alija-Aktivitäten zu unterstützen.
1936 Bau eines Wohnhaus für die männlichen Arbeiter, womit die Kapazität auf 25 erhöht wird
Lehrgut Ellguth
1938 Eva Fink wechselt von Jägerslust zur Hachschara ins Lehrgut Ellguth
Die Eröffnung des Lehrgutes Ellguth in Steinau bei Falkenberg/Klein-Schnellendorf erfolgte in Trägerschaft des Hechaluz am 19.12.1937. Die Leitung wurde Edgar und Elly Freund von der „Jüdischen Jugendhilfe Berlin“ übertragen. Zur Eröffnung kam als Madrich für die Landwirtschaft Georg Josephsthal, zuvor Generalsekretär des Hechaluz und im Merkas des Habonim. Seine Frau Senta übernahm die Milchwirtschaft des Gutes. Als landwirtschaftlicher Inspektor wurde der Nichtjude Bless eingestellt. Bis zu 100 Chaluzim wurden hier ausgebildet.
Im August 1938 mussten Georg und Senta Josephthal, im September das Ehepaar Freund nach Warnungen vor der Gestapo das Gut verlassen. Nachfolger wird Fritz Wolff.
Novemberpogrom
10. 11.1938 zwei Jugendliche aus Breslau mit Motorrad berichten über die Pogromexzesse. 10.11.1938 nachmittags erscheint ein örtlicher Polizist, um Waffen zu suchen
10.11.1938 Mob aus Bauern und SA überfällt das Gut, alle Bewohner werden auf LKW in das Polizeigefängnis Oppeln gebracht;
12.11.1938 die über 16 jährigen Männer – mehr als 25 – werden nach Buchenwald transportiert, Frauen und Jungen wieder entlassen.
In Buchenwald erhielten die Chaluzim aus Ellguth Häftlingsnummern um 27450;
10.12.1938 Entlassung einer großen Gruppe der Ellguth Chaluzim aus dem KL Buchenwald
Dezember 1938 — u.a. Kurt Hannemann, Adolf Hafner, Erich Naftalie, Joachim Simon zum Hachschara-Trainingskurs für die aus Buchenwald entlassene Gruppe aus Ellguth in der Schlosshofstraße in Bielefeld
6.1.1939 nach der Entlassung sammeln sich viele Chaluzim wieder in Bielefeld; einige flüchten mit einer Gruppe aus Ellguth unter Leitung von Madrich Fritz Wolff nach Deventer in die Niederlande in das Auffanglager der „Deventer Vereeniging tot Vakopleiding“, auf dem zwischen Deventer und Apeldoorn gelegenen Flugschule Teuge zur Einzelhachschara auf Bauernhöfen in der Region.
März 1939 Eva Fink nach Den Haag
April 1939 Amsterdam

Deventer Vereniging
Anschluss an die Deventer Vereniging tot Vakopleiding zur Einzelhachschara bei Bauern
Mai 1940 bis Mai 1942 De Steeg, Oversteeg 4, Rheden; Einzelhachschara bei Bauern

Besucht den Snif in Dieren
Apeldoornsche Bosch
Mai 1942 Eva Fink wie viele andere Chaluzim als Gärtner oder Mitarbeiter angestellt in der psychiatischen Klinik „Centraal Israëlitisch Krankzinnigengesticht Het Apeldoornsche Bosch“
„Ontruiming“ in Apeldoorn
20.1.1943 Ankunft des Jüdischen Ordredienst aus Kamp Westerbork in Apeldoorn; Bereitstellung von 40 Güterwaggons am Bahnhof Apeldoorn; die Hälfte des Personals flüchtet
21./22.1.1943 in der Nacht Zwangsevakuierung der gesamten Klinik, „Verladung“ in Güterwaggons 1181 Patienten und 51 jüdischen Krankenschwestern von Apeldoorn nach Auschwitz.
Das in Apeldoorn verbliebene Personal wurde zusammen mit den letzten rund hundert jüdischen Einwohnern Apeldoorns mit einem Linienzug ins Lager Westerbork gebracht und von dort deportiert.
24.1.1943 Ankunft von Otto Marchand auf dem „Krankensondertransport“ im KL Auschwitz. Bei der Selektion werden 16 Männer und 36 Frauen im Lager aufgenommen, die übrigen 692 Menschen übernommen. 1 004 Menschen werden in die Gaskammern geführt.
Onderduiker
Eva Fink entscheidet sich – wie etwa die Hälfte des Personals – unterzutauchen. Mit von Norbert Klein für die Chawerim gefälschten Reisepapieren fährt sie zunächst zu ihrem Onkel nach Amsterdam. Der Hechaluz beschafft ihr eine gute Adresse in Alkmaar
Weitere Untertauchadressen
Bis Februar auf der Farm der Familie Wetsteijn außerhalb von Alkmaar
April 1944 nach Zevenum
September 1944 Mirjam Pinkhoff bringt sie nach Harderwijk bei Fam. Dregerslootbis zur Befreiung im Mai 1945
Alija
August 1945 nach Haifa vermutlich auf der SS MATAROA mit einem Arbeiterzertifikat des Hechaluz
Nachkriegszeit
1947 Heirat
Gedenken
–
Quellen
http://danielabraham.net/tree/related/hachshara/
www.infocenters.co.il (Eva Fink’s testimony)
Philipsen, Bernd (2008): Jägerslust. Gutshof, Kibbuz, Flüchtlingslager, Militär-Areal. Schriftenreihe der Gesellschaft für Flensburger Stadtgeschichte (69). Flensburg.
Philipsen, Bernd (2016):„Dat Judennest hebbt wi utrökert.“ Vom gewaltsamen Ende des Auswanderer-Lehrguts Jägerslust bei Flensburg. In: Hering, Rainer (Hg.) (2016): Die „Reichskristallnacht“ in Schleswig-Holstein. Der Novemberpogrom im historischen Kontext. Hamburg, S. 231-25
https://www.mappingthelives.org
Deutsche Minderheiten-Volkszählung 1939
Staatsarchiv Israel, Mandat zur Einbürgerung in Palästina, 1937-1947
https://yvng.yadvashem.org/index.html?language=de
Peter W. Lande, Jewish „Training“ Centers in Germany, Manuskript von 1978 im Bestand des Centers for Jewish History
https://digipres.cjh.org/delivery/DeliveryManagerServlet?dps_pid=FL4311316
https://collections.arolsen-archives.org/de/document/4092136