Baum Heinz

Heinz Baum

*9.9.1912 in Herne

Staatsangehörigkeit deutsch

Religion jüdisch

Vater Alfred Baum *30.6.1884 in Herne, Metzger; +nach April 1942 Zamosc

Mutter Karoline Voosen *13.1.1879 in Gelsenkirchen; +nach April 1942 Zamosc

Cousin Hermann Voosen *27.6.1901 in Schalke, Transportleiter Gelsenkirchen des Riga-Transport

vom 27.1.1942

Cousin Max Pins *14.8.1900 in Herne; + 22.12.1944 in Libau bei russischem Bombenangriff

Cousine Erna Pins * 19.9.1908 in Herne, Horsthausen; + 8.12.2000 in Dade, Florida

Geschwister

Kurt Baum* 30.11.1909 in Herne; +5.4.1945 in Buchenwald

Beruf

Adressen Herne, Bahnhofstraße 53; Hermann-Löns-Straße 29a, Moltkestraße 10; Heirat

Kinder

Weiterer Lebensweg

SS HILDA

Nach 1933 Bruder Kurt als KPD-Funktionär aktiv

5.6.1935 Verhaftung durch Gestapo, in Haft

6. 7. 1937 Verurteilung 5 Jahre Zuchthaus

1937 Zuchthaus Hameln

Auf Hachschara auf Gut Ellguth-Steinau im Landkreis Falkenberg

10.11.1938 Überfall der Gestapo auf Gut Ellguth; alle erwachsenen Männer nach Buchenwald

17.5.1939 Heinz in Falkenberg Klein Schnellendorf bei Minderheiten-Volkszählung

17.5.1939 Bruder Kurt in Hameln bei Minderheiten-Volkszählung

14.10. 1939 Über die Schwarzmeerroute Wien, Budapest, Belgrad, Bukarest

6.11.1939 Ankunft in Sulina, Schwarzmeer-Hafen

26.11.1939 Abfahrt mit 729 Passagieren auf der SS HILDA

15.1.1940 hinter den Dardanellen von britischer Marine gestoppt und geentert

22.1.1940 Ankunft vor der Dreimeilen-Zone vor Haifa

24.1.1940 Mandatsbehörden verweigern die Landung

29.1.1940 Ankunft Haifa nach Abschluß von Verhandlungen zwischen Sochnut (Jewish Agency) und britischer Mandatsregierung

29.1.1940 zunächst mit Bussen in ein Lager nach Athlith verbracht

18.2.1940 Entlassung der Frauen aus dem Lager

20.2.1940 gibt als Gemeindeältesten Dr. Klirsfeld an; als Kontakte Moritz Ganz und Sally Hager (Dokument D/1048/40/CHU); Joseph Kliersfeld Rabbiner in Bochum

29.7.1940 Entlassung der Männer aus dem Lager Athlith

10. 8 1940 Bruder Kurt Deportation in das KL Dachau, dort sofort in den Strafblock

12. 7 1941 Bruder Kurt ins KZ Buchenwald überführt untergebracht im Block 22, Judenblock, Blockältester Emil Carlebach

28.4.1942 beide Eltern von Herne nach Dortmund, weiter nach Zamosc deportiert

4.4.1945 Ankündigung der Evakuierung der 6000 Juden in Buchenwald

5.4.1945 Appell mit Selektion von 3000 Juden, die in die DAW-Werkstätten verbracht werden

3000 Juden verstecken sich im Lager. Herbert Baum wird in seinem Versteck im Keller von Block 49 entdeckt und greift den SS-Mann mit einem Spaten an, der ihn dann erschießt.

„Im Zusammenhang mit der Befreiung des Lagers kam die Rede auf Kurt Baum, der morgens um 6.00 Uhr zu Jakob Kindinger (Blockältester Block 56 im kleinen Lager) gekommen sei, der zu ihm gesagt habe: „Bleib da!“ Kurt Baum sei aber nicht dageblieben, sondern rauf ins (Haupt-) Lager gelaufen bis Block 49. Dort sei es zu einer Begegnung mit einem SS-Mann gekommen. Baum habe versucht, dem SS-Mann mit dem Spaten auf den Kopf zu schlagen. Baum wurde erschossen.“

Gedenken

Bruder Kurt im Gedenkbuch der Stadt Herne für die Opfer der Shoa

Quellen

Deutsche Minderheiten-Volkszählung 1939

Rudolf Stern (Chawer aus Dortmund), Meine Aliyah – 13. Oktober 1939 – 29. Januar 1940; unveröffentliches Manuskript, 1987

www.raoulwallenberg.net/general/ruth-kl-uuml-ger-mossad-le/

Emil Carlebach „Geschichte der Juden in Buchenwald“ vom  28.5.1948

www.spurenimvest.de/2021/05/08/pins-max/

www.spurenimvest.de/2021/05/08/pins-erna/

www.spurenimvest.de/2022/05/10/baum-kurt/

https://early-testimony.ehri-project.eu/document/EHRI-ET-WL16560413#&gid=2&pid=9

https://wiki.hv-her-wan.de/index.php?title=Kurt_Baum

https://www.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de838255

https://www.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de837817

https://www.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de838238

https://publikationsserver.tu-braunschweig.de/servlets/MCRFileNodeServlet/dbbs_derivate_00048176/Pilarczyk_Ashkenazi_Homann%20Hachschara%20und%20Jugend-Alija.pdf

https://www.ushmm.org/online/hsv/person_view.php?PersonId=9982470

Veröffentlicht von Franz-Josef Wittstamm

Geboren 31. Mai 1951 in Recklinghausen Gymnasium Petrinum 1961 bis Abitur1970 Studium der Humanmedizin in Bochum Approbation 1981 Promotion1982 Facharzt für Innere Medizin, Kardiologie, Intensivmedizin Im Ruhestand seit 2016

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