Wollenberg Rita

Rita Wollenberg

*23.7.1920 in Elberfeld; ✡ in Israel

Staatsangehörigkeit deutsch

Vater Arthur Wollenberg *14.2.1879 in Bromberg; ✡ 1941 in Minsk

Mutter Chana Hanna Capell *8.1.1892 in Rheindahlen; ✡ 1941 in Minsk

Geschwister

Felix Wollenberg *13.4.1922 in Elberfeld; ✡ 1941 in Minsk

Beruf

Adressen Wuppertal Elberfeld, Nüller Straße 52

Heirat Joseph Strauss *5.4.1916 in Bamberg

später Namensänderung in Yaen

Kinder

Weiterer Lebensweg

Lehrgut Ellguth

Rita Wollenberg zur Hachschara ins Lehrgut Ellguth

Die Eröffnung des Lehrgutes Ellguth in Steinau bei Falkenberg/Klein-Schnellendorf erfolgte in Trägerschaft des Hechaluz am 19.12.1937. Die Leitung wurde Edgar und Elly Freund von der „Jüdischen Jugendhilfe Berlin“ übertragen. Zur Eröffnung kam als Madrich für die Landwirtschaft Georg Josephsthal, zuvor Generalsekretär des Hechaluz und im Merkas des Habonim. Seine Frau Senta übernahm die Milchwirtschaft des Gutes. Als landwirtschaftlicher Inspektor wurde der Nichtjude Bless eingestellt. Bis zu 100 Chaluzim wurden hier ausgebildet.

Im August 1938 mussten Georg und Senta Josephthal, im September das Ehepaar Freund nach Warnungen vor der Gestapo das Gut verlassen. Nachfolger wird Fritz Wolff.

Polenaktion

28.10.1938 Bei der „Polenaktion“ wurden auch aus Ellguth wie in anderen Hachscharalagern 13 polnischstämmige Chaluzim abgeschoben.

Benno Teichmann berichtet:

„Es war am 28. Oktober 1938 in Ellguth, einem Hachscharah-Kibbuz von Mitgliedern des deutschen Hechalutz. Es kam der Befehl nach Ellguth: Alle Polen sind ausgewiesen. Sie müssen bis 5 Uhr über die Grenze sein…. Und dann kam der Autobus. […] Die Namen wurden verlesen und die Chawerim stiegen ein und verließen unser Kibbuz.“

Diese wurden aber von polnischen Dorfbewohner mit Hunden zurückgetrieben. Sechs von Ihnen reisten später regulär mit Pass nach Polen aus, sieben kehrten nach Ellguth zurück.

Novemberpogrom

10. 11.1938 zwei Jugendliche aus Breslau mit Motorrad berichten über die Pogromexzesse. 10.11.1938 nachmittags erscheint ein örtlicher Polizist, um Waffen zu suchen

10.11.1938 Mob aus Bauern und SA überfällt das Gut, alle Bewohner werden auf LKW in das Polizeigefängnis Oppeln gebracht;

12.11.1938   die über 16 jährigen Männer – mehr als 25 – werden nach Buchenwald transportiert, Frauen und Jungen wieder entlassen.

In Buchenwald erhielten die Chaluzim aus Ellguth Häftlingsnummern um 27450;

10.12.1938 Entlassung einer großen Gruppe der Ellguth Chaluzim aus dem KL Buchenwald

Dezember 1938 — u.a. Kurt Hannemann, Adolf Hafner, Erich Naftalie, Joachim Simon zum Hachschara-Trainingskurs für die aus Buchenwald entlassene Gruppe aus Ellguth in der Schlosshofstraße in Bielefeld

6.1.1939 nach der Entlassung sammeln sich viele Chaluzim wieder in Bielefeld; einige flüchten mit einer Gruppe aus Ellguth unter Leitung von Madrich Fritz Wolff nach Deventer in die Niederlande in das Auffanglager der „Deventer Vereeniging tot Vakopleiding“, auf dem zwischen Deventer und Apeldoorn gelegenen Flugschule Teuge zur Einzelhachschara auf Bauernhöfen in der Region.

25.2.1939 von dort wechseln einige der Ellguth-Gruppe ins Werkdorp Wieringermeer.

Januar 1939 Wiedereröffnung des Lagers Ellguth durch den BACHAD mit 40 Chaluzim; Die Leitung übernahm Armin Duschinski und Hermine Duschinsky als Wirtschaftsleiterin aus Wien.

Emigration von Rita Wollenberg in die Niederlande; Mitglied der Habonim

Von der Deventer Vereniging in Brummen zur Ausbildung untergebracht

Vereniging tot Vakopleiding (Berufsausbildung) van Palestina-Pioniers (Deventer Vereniging)

16.7.1939 in Amsterdam auf das Alija Beth Schiff SS DORA

16.7.1939 Boarding mit 183 Chaluzim in Amsterdam auf der SS DORA zur Alija Beth nach Palästina

17.7.1939 Antwerpen, Zustieg von etwa 200 weiteren Chaluzim

17.-19.7.1939 Verzug in Vlissingen (Flushing)

12.8.1939 Ankunft der SS DORA in Palästina; die Chaluzim werden in der Nähe von Tel Aviv mit Booten illegal ins Land gebracht

Zunächst im Kibbuz Givat Haim

10.11.1941 Beide Eltern und Bruder Felix mit 243 Juden bereits in Wuppertal „verladen“ in Personenwagen 3. Klasse, die an den aus Düsseldorf- Derendorf kommenden Sonderzug Da 52 angehängt wurden

14.11.1941 der Eltern und Bruder Felix Ankunft im Ghetto Minsk

Gedenken

22.4.1956 Pages of Testimony für Felix Wollenberg und die Eltern von Schwester Rita Strauss

20.12.1999 Pages of Testimony für Felix Wollenberg und die Eltern von Schwester Rita Wollenberg Yaen

Quellen

http://danielabraham.net/tree/related/dora/

https://www.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de993063

https://www.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de993082

https://www.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de993088

https://www.statistik-des-holocaust.de/OT411110-Wuppertal12.jpg

Veröffentlicht von Franz-Josef Wittstamm

Geboren 31. Mai 1951 in Recklinghausen Gymnasium Petrinum 1961 bis Abitur1970 Studium der Humanmedizin in Bochum Approbation 1981 Promotion1982 Facharzt für Innere Medizin, Kardiologie, Intensivmedizin Im Ruhestand seit 2016

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